Gemeinschaftsprojekt

Von wetwebwork – Keyboard and Cress, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1576198

Christiane Nitsche, die ich aus dem Buchprojekt über die Vechte kenne, hat ein  Projekt gestartet, ich zitiere mal:

„Die Liebe in Zeiten von Corona“

soll ein Gemeinschaftsprojekt werden – eines, in dem wir einander von der Liebe erzählen, von den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, die sie in der Zeit der weltweiten Krise erfährt. Das Ziel: ein Kanon der Liebe aus allen möglichen Kulturen, damit wir uns später nicht nur an die Schrecken und Ängste erinnern, sondern an das, was uns stark und menschlich macht.
Ich freue mich auf viele Beobachtungen, Erzählungen, Alltäglichkeiten, auf Dramatisches, Lustiges und Unglaubliches, was Ihr dazu zu erzählen habt.

Die Beiträge werden von mir literarisch bearbeitet, anonymisiert und in einem täglich erweiterten Blog veröffentlicht.

Es haben sich schon ein paar gemeldet, die mitmachen. Aber es dürfen gerne mehr werden.
Darum bitte auch gerne teilen!

Kontakt: loveisallyouneed.corona@googlemail.com

Abwarten und Tee trinken

Von Albert Anker – Urprung unbekannt, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1180495

Gerade war ich einkaufen. Toilettenpapier war alle. Um 10:00 Uhr. Plötzlich leuchtete mir das sogar ein: Deutschland hat Schiss. Zu Recht, nehme ich an, wenn man China, Italien, Spanien und… ach, wohl den Rest der Welt sieht. Wir ziehen den Kopf ein und hoffen. Ob es uns gut tut, nur noch Corona zu hören, zu sehen, zu lesen und zu besprechen? Klar, noch immer gibt es Menschen, die alles für übertrieben oder gar für Geschäftemacherei halten. Wessen Geschäfte könnten das wohl sein? Was jetzt gebunkert wird, wird später nicht gekauft. Da profitiert der Handel nicht. Der Rest der Wirtschaft leidet. Die Pharmaindustrie würde ja gern verdienen, hat aber nichts im Angebot. Klar, irgendwann vielleicht. In ein paar Monaten, in einem Jahr, hat ein Unternehmen einen Impfstoff oder ein Medikament und verdient sich eine goldene Nase. Darüber rege ich mich dann später mal auf. Da ich gerade schon Weiterlesen

Hanau

Was soll ich dazu sagen?

Gründe finden?

Als ob man lange danach suchen müsste.

Lösungen diskutieren?

Als ob die nicht bekannt wären.

Da möchte man doch, da würde man am liebsten, da sollte doch endlich…

Aber was bleibt, sind Zorn und Trauer.

nearer to thee

Riksarkivet (National Archives of Norway) from Oslo, Norway [No restrictions]

Wie nah kommt man einem toten Künstler? Ein Thema, das mich immer wieder mal bewegt. Eigentlich immer, wenn ich mich mit einem toten Künstler beschäftige. Bei lebenden Künstlern, das fällt mir gerade auf, stelle ich mir nie die Frage, wie ich ihnen nahe kommen könnte „Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“ hat der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière mal gesagt. Soweit würde ich nicht gehen. Möglicherweise ist es so, dass es Antworten auf diese Frage gäbe, die mir nicht gefallen würden.

Zum Beispiel die, dass es möglich sein könnte, ihnen nahe zu kommen und aus der Frage, wie ich die Nähe herstellen kann, die Frage würde, was ich mit dieser Nähe anfangen möchte. Arno Schmidt ist tot, Rembrandt ist tot. Maarten t‘ Hart und Dirk de Keyzer leben. Ihre Anschriften sind zu ermitteln, es wäre möglich, zumindest Weiterlesen

Kalk erwischt

Von Cgoodwin – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3434079

Es ist mir etwas peinlich darüber zu berichten, aber wir sind hier ja unter uns. Als ein Ergebnis der familiären Arbeitsteilung bin ich nämlich seit einiger Zeit auch für die Reinigungsarbeiten im Haus zuständig und stolz wie Bolle, wenn irgendwas mal sauber ist. Das Universum neigt bekanntlich zur Entropie, es ist also nicht weiter verwunderlich, dass Sauberkeit und Ordnung nicht lange anhalten. Mit anderen Worten: So endlos wie das Universum vermutlich ist, so endlos muss geputzt werden. Staubsaugen, Staubputzen, Wischen. Schlafzimmer, Treppe, Wohnzimmer, Küche, Bad. Gäste-WC und so weiter und wieder von vorne.

Ich gebe zu, ich habe diesen Moment herausgezögert: Das Klo musste auch geputzt werden. Jetzt sind wir schon ganz nah dran am heiklen Punkt oder besser Streifen. Hartnäckigen Streifen. Das Internet weiß ja heute in allen Lebenslagen Rat, also googelte ich, fand ein entsprechendes Forum Weiterlesen

Nie wieder!

[[File:Bundesarchiv B 285 Bild-04413, KZ Auschwitz, Einfahrt.jpg|Bundesarchiv B 285 Bild-04413, KZ Auschwitz, Einfahrt]]

Vor 75 Jahren befreite die Rote Armee die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz. „Nie wieder“ steht, so fasse ich es auf, dafür, dass es nie wieder Judenverfolgung, allgemeiner, nie wieder religiös oder rassistisch begründete Verfolgung und Vernichtung anderer Menschen geben darf.

Juden müssen in Deutschland sicher leben können. Was für ein furchtbarer Satz, wie schrecklich ist es, dass wir 2020 diesen Satz noch oder wieder sagen müssen. Dabei geht es mir nicht um Religion, nicht darum, dass Menschen sich zum Judentum bekennen oder nicht, das war den Nazis auch egal. Ihnen genügte eine irgendwie konstruierte Verwandtschaft.

Deshalb müssen auch Moslems und Christen, Hindus und Buddhisten ihren Gott oder ihre Götter anbeten können, denn was uns trennt, sind vielleicht Religion und Parteien, aber was uns eint, ist die schlichte Tatsache unseres Menschseins. Wem das nicht genügt, um andere als gleichwertig und gleichberechtigt zu sehen, der verrät nicht seine „Rasse“ oder sein Land, der verrät die Menschheit.

Gans unvorsichtig

Quelle: Google

Heute ging die Meldung durch die Medien, dass die FDP ein neues Thema gefunden hat: Kanadagänse. Diese Vögel machen sich in NRW breit, in Düsseldorf sind sie inzwischen so lästig wie Lobbyisten. Da ich nicht in Düsseldorf lebe, gehöre ich nicht zu den unmittelbar Betroffenen, freue mich aber natürlich für die FDP. Drohnen, so hieß es, wolle sie einsetzen lassen, damit die Kanadagänse sich neue Futtergebiete suchen, Köln vielleicht. Weil die Meldung im WDR etwas verkürzt kam, googelt ich sogleich und fand die oben abgebildete Seite, die die Motive der Freien Demokraten doch recht zwielichtig, wenn nicht gar eigennützig erscheinen lässt.