Schwarze Listen

Von Anticommunist_Literature_1950s.tiff: anonymousderivative work:

Die EU hat sich dazu durchgerungen, eine schwarze Liste der Steueroasen zu veröffentlichen.  Der 17 Steueroasen, die nicht bereit sind, mit der EU zu kooperieren. Nicht der Steueroasen überhaupt. Das will keiner. Oder doch, schon, das wollen fast alle, nur die Steuerhinterzieher und die Politik hätten das nicht so gern. Es gibt auch eine graue Liste der 47 Länder, die kooperieren wollen und bei denen zu kontrollieren ist, ob sie sich ihren Versprechen gemäß verhalten. EU-Länder sind natürlich nicht auf einer der Listen, was nicht heißt, dass es innerhalb der EU keine Steueroasen gibt. Aber EU-Länder wissen selbstverständlich zu verhindern, dass sie in der EU an den Pranger gestellt werden.

Immerhin 92 Länder sollen von der EU überprüft worden sein. Offensichtlich, so wird von gewöhnlich gut unterrichteten Greisen erzählt, habe bereits diese Prüfung dazu geführt, dass sich Wohlverhalten ausgebreitet habe. Ich nehme an, dass das Gegenteil stimmt. Weiterlesen

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Das Suchen hat eine Ende

Von The Opte Project – Originally from the English Wikipedia; description page is/was here., CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1538544

„HTTP 405 – Ende des Internet erreicht“

stand auf der Seite. Und:

„Sie haben das Ende des Internets erreicht.

Das kann mehrere Gründe haben, entweder sind Sie zu weit raus „gesurft“ oder Sie hat eine Strömung rausgezogen“

Eine schöne Idee, leider nicht von mir. Im Gespräch habe ich nicht gut zugehört oder jemand sprach undeutlich, jedenfalls verstand ich Ede Pfau statt EDV. Genau den habe ich dann gegoogelt und, wie sich das gehört, auch sofort gefunden. Der Text ist im Original etwas länger, wer mag, wird ihn zu finden wissen.

 

Eine harte Nuss

Foto: Manfred Voita

Walnüsse, hatte meine Frau gesagt und einen Korb voller Früchte, die ziemlich schmutzig aussahen, auf dem Fußboden verteilt. Zum trocknen, denn sie waren gewaschen worden. Das hätte mich skeptisch werden lassen sollen. Irgendwann waren die Nüsse trocken und machten sich ganz gut auf dem Tisch, jedenfalls mit der richtigen Beleuchtung.

Aber dafür sind Nüsse ja nicht da. Also wurde der Nussknacker gesucht. Der gute, der bei dem die Nuss von etwas eingehüllt wird, dass ein wenig wie ein Eierbecher aussieht. Dann wird zugedrückt und der Eierbecher, Weiterlesen

Bentham und der Utilitarismus

Von Henry William Pickersgill (died 1875) – National Portrait Gallery: NPG 413

 

Was ist eigentlich schief gelaufen? Der Plan war doch gut. An irgendeiner Stelle muss da jemand falsch abgebogen sein, aber so richtig. Geisterfahrermäßig.

Beinahe ununterbrochen fühlen wir uns an der Spitze der Entwicklung, ganz vorn, dort, wo der Fortschritt stattfindet. Also zumindest wir Europäer. Die Amerikaner, nee, die haben eh keinen Plan. Okay, ab und an eine schöne Design-Idee, obwohl, der Designer, der die Apple-Produkte gestaltet, ist natürlich Europäer. Wir sind eben vorn, auch wenn andere manchmal geschäftstüchtiger sind.

Nur hatten da ein paar Engländer eine Idee, nein, nicht den Brexit, viel früher, so etwa zur Zeit der Aufklärung, eine Idee, die bis heute nicht viel von ihrem Charme verloren hat, also zumindest für jemanden wie mich, der sich in philosophischen Fragen weniger gut auskennt. Was nicht heißen soll, dass ich mich mit anderen Dingen gut auskenne, nur eben besser. Also mit manchen, eher mit wenigen. Von Jeremy Bentham hatte ich jedenfalls noch nicht gehört. Goethe schon, der hielt allerdings nicht von ihm: „In seinem Alter so radikal zu sein, ist der Gipfel aller Tollheit.“

Frauenstimmrecht, Abschaffung der Todesstrafe, Pressefreiheit, Weiterlesen

Nanu, Sie hier?

Bei Wind und Wetter bin ich mit dem Fahrrad unterwegs. In einer Kleinstadt bietet sich das an, alles lässt sich schnell erreichen. Aber auch im benachbarten Münster ist das Fahrrad das Fahrzeug der Wahl, allerdings gelten die Radlerinnen und Radler dort als ein wenig rücksichtslos. Dem wird wohl auch so sein, was aber keineswegs bedeutet, dass Weiterlesen

Früh ist auch schon zu spät

Versprecher oder missverstandene Redewendungen besitzen manchmal einen besonderen Reiz. Diesmal brachte eine meiner Töchter mir ein gelungenes Beispiel mit: Ein Wort, das gleich von zwei Menschen so verstanden und verwendet worden war:

Spätsünder

Gallimarkt in Leer

von Manfred Schilling Leer (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

„Radeau, Radeau, raditjes doe,

de Stadt, de hört de König toe,

radeau, radeau raditjes dum!

De Börgmester led vebeden,

dat nüms mag kopen of verkopen

bevör de Klocke negen sleit,

bi Verlüß van Goderen

un all wat over tein Pund weggt,

is na de Waage to brengen,

un darnaa dree Daag free Markt!“

 

Obwohl ich überhaupt kein Kirmesgänger bin, obwohl ich das Gedränge und Geschiebe nicht ausstehen kann: Wenn Gallimarkt in Leer ist, dann habe ich immer noch ein bisschen Heimweh. Okay, sonst auch.