Farbenspiel

Bis auf wenige Gelegenheiten, eine davon war der Doodle für Herrn Trittenheim, zeichne ich selten. Wie das wohl häufiger so geht, man stellt fest, dass man etwas mag, gern tut, anderes auch mag, sogar lieber tut – und so weiter und so weiter. Künstler wie Otto Pankok oder Horst Janssen faszinieren mich immer noch, der Zeichenkurs ist dennoch ohne langfristige Folgen geblieben.  Den Wasserfarben habe ich nach einigen unglücklich verlaufenen Versuchen bereits in der frühen Schulzeit abgeschworen, denn die Grenzen zwischen Blatt, Pinsel, Farbe und mir waren fließender, als es meine Kunstlehrerin für angemessen hielt. Malerei, ob in Öl oder Acryl, habe ich nie ausprobiert, doch nur, weil ich etwas bisher nicht erprobt habe, muss ich das in Zukunft nicht nachholen. Meine Handschrift bietet auch bereits genügend Spielräume für Interpretation oder sinnende Betrachtung.

So ließ ich Pinsel, Feder und Weiterlesen

Teezeit

Als im Frühling die Blumen ihre ersten zarten Knospen vorsichtig aus dem Boden hervorlugen ließen, um sich zu vergewissern, dass der Winter auch tatsächlich vorbei war, hatte ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Okay, auf meinem Stückchen Acker regte sich nichts. Jedenfalls nichts, was man nicht bedenkenlos hätte ausrupfen können. Nicht, dass ich das festgestellt hätte. Dafür bin ich denn doch zu sehr Städter. Aber meine Frau, die kommt vom Lande. Die kennt eine ganze Menge Grünzeug.

Na gut, ich war dabei, von meinen Naturkenntnissen zu erzählen. Leider kann ich nur einige wenige ganz grobe Klassifizierungen vornehmen. Zum Beispiel gibt es Bäume. Laub- und Nadelbäume. Bei den Nadelbäumen wird es dann sehr schnell schwierig. Natürlich kenne ich Bezeichnungen wie Tanne, Fichte, Kiefer und… äh, nein, mehr doch nicht. Aber was denn da nun nadelt, das weiß ich nicht.

Weihnachten kaufen wir einen Tannenbaum. Immer. Aber ob das Weiterlesen

Schrauben

Foto: Elfie Voita

Foto: Elfie Voita

Eine Bekannte brach sich vor ein paar Tagen bei einem Sturz Knochen, welche, das ist für sie wichtig, für diesen Text aber unerheblich. Jedenfalls wurde operiert, eine Platte eingesetzt und verschraubt, was für mich mehr nach Werkstatt als nach Krankenhaus klingt, und anschließend verkündet, das alles könne dann auch an Ort und Stelle bleiben.

Nicht etwa, weil die betreffende Dame sehr hölzern ist, musste ich an einen Baum denken, denn vor einiger Zeit habe ich hier einen Baum gezeigt, der mir in Aurich wegen einer Wucherung aufgefallen war. In der darauf folgenden Diskussion verwies ich darauf, dass Bäume Wunden überwallen können, um sie zu verschließen. Genau das zeigt das Foto, das in Klütz entstanden ist. Der Baum steht vor dem Schloss Bothmer. Was nicht so alles auf der Festplatte liegt und an einem verregneten Tag ans Licht drängt!

Verwundet

Bild: Amelie Voita

Bild: Amelie Voita

Bei einem Spaziergang in Aurich fiel mir dieser Baum auf. Es ist ein ganz offensichtlich nicht ästhetisches Bild, aber es zeigt einen Vorgang im Wald, der so dramatisch ist – oder mir zumindest scheint, dass ich ihn nicht übersehen kann. Für mich, für den Bäume sonst nur in Laub- oder Nadelbäume zu unterscheiden sind, sieht das aus wie ein Tumor.