Tiefdruckgebiete

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Grau. Dahinter noch mehr grau. Aber das kann man nicht so gut sehen, weil zwischen dem Grau im Vordergrund und dem im Hintergrund so viel Bewegung ist. Wasser. Es schüttet, plästert, gießt. Noch viel mehr. Offenbar haben Menschen in unseren Breiten lange vor dem Fenster gestanden, unter einem Baum, einem Türvorsprung oder was auch immer sie geschützt haben mag, und dabei darüber nachgedacht, wie sie das, was da prasselt, nennen könnten.

Regen, nee, Mairegen bringt Segen und so, das passt nicht, wenn es richtig nass wird, wenn vom Himmel fällt, als würde es nie wieder aufhören. Wolkenbruch. Kann ich mir nicht vorstellen. Aus dem Naschkramfachgeschäft kenne ich Nussbruch. Es klappert an den Fenstern, knackt. Tropfen, die von irgendwelchen Überständen fallen, auf Metall treffen. Klack.

Es gurgelt, staut sich, dreht sich vor dem Abfluss auf der Straße, ein Bächlein, Weiterlesen

Dann eben so

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Neuenhaus liegt in der Grafschaft Bentheim, hat fast 10.000 Einwohner und besitzt bereits seit dem 14. Jahrhundert die Stadtrechte. Eigentlich ist es ein hübsches Städtchen, und weil alle Sätze, die mit eigentlich beginnen, nicht gut ausgehen, kann auch an dieser Stelle nur ein aber folgen. Gut, das wäre jetzt erledigt. Wie gesagt, es ist ein hübsches Städtchen mit vielen sehenswerten Häusern, die aus dem in der Grafschaft gern verwendeten hellen Sandstein erbaut wurden, dem Bentheimer Sandstein.

Auf dem Gebiet der Gemeinde Neuenhaus fließt die Dinkel in die Vechte, was an sich kein großes Ding ist, beides sind eher kleine Flüsse, aber Wasser hat ja, solange es sich an die vorgesehenen Wasserwege und Flussbetten hält, eine ungemein dekorative Wirkung. Weiterlesen

Ach, Bellmann

Von Holger.Ellgaard – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49643665

 

Peter Fuhrmann ging im 18. Jahrhundert als junger Mann nach Stockholm, heiratete eine Witwe und übernahm die Weinhandlung ihres verstorbenen Mannes. Zu seinen Zeiten gab es bereits eine große deutsche Gemeinde in Stockholm. Doch nicht nur die Deutschen, viele andere hatten offenbar großen Durst, denn Fuhrmann wurde wohlhabend, davon zeugt unter anderem die Gedenktafel in der Deutschen Kirche in Gamla Stan, Weiterlesen

Kirchen, Kunst & Köttbullar

Foto: Elfie Voita

Zu einer Reise, auch wenn sie nicht als Bildungsreise angelegt ist, gehört notwendig die Besichtigung von Kirchen und Schlössern. Bei einer Schiffsreise ist das nicht anders, besonders dann natürlich, wenn es eine Reise ist, die, nach einem kurzen Anlauf an der schwedischen Ostseeküste, in den Götakanal einmündet und dann, munter zwischen Kanal und Seen wechselnd, Südschweden in westlicher Richtung durchquert.

Kirchen sind vermutlich Pflichtprogramm, um verlorenen Seelen die Chance auf Umkehr einzuräumen, hartnäckigen Leugnern ihre sämtlichen Vorurteile zu bestätigen und kirchen- und kunsthistorisch Interessierten zu zeigen, was sie noch nicht gesehen haben und vermutlich auch nicht unbedingt sehen müssten.

Ich persönlich kann romanisch zuverlässig von romantisch, Barock von Rock’n Roll unterscheiden, bin aber sofort für jede Führung zu haben. Leider muss ich gestehen, dass ich zu diesem nervigen Typ von Gästen gehöre, die Fragen stellen. Bei jeder Führung ist mindestens einer davon dabei. Eine sehr gute Frage, höre ich dann meistens und anschließend wird mir ein kleiner Weg gezeigt, der im Regelfall zu nichts führt. Außer dazu, dass ich Stunden brauche, um die Gruppe wiederzufinden. Weiterlesen