Süß

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Anfang Dezember. Ein Hochdruckgebiet über Skandinavien beschert uns eine klare, kalte Nacht. Falls man 18 Uhr als Nacht bezeichnen kann. Die Straßenbeleuchtung in der Siedlung reicht gerade aus, damit man nicht gegen die Laternenmasten läuft.  Immerhin kommt die mehr oder weniger aufwändige Weihnachtsbeleuchtung der Nachbarn so besser zur Geltung.

Lange Schlange an der Kasse im Supermarkt. Endlich fast geschafft. Ganz vorn ein Kind, vermutlich im schulpflichtigen Alter. Für uns Rentner sehen die ja alle gleich aus. Ohne Einkaufswagen oder Korb, nur einen Schokoladenweihnachtsmann im Arm. Wenn dem mal nicht zu warm wird, wenn der mal nicht zum Schokoldadenschweißnassmann wird.

Zweineunundneunzig, sagt die Kassiererin. Und guten Abend. Weiterlesen

Vermögensbildung

Oh. Post. Na gut, Mail.

„Finden Sie die Traumfrau und sparen Sie 100 €.“

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Den Weg bis zum Sessel, um mir die Vollzeitübertragung der Olympischen Spiele anzuschauen, den Teller mit Bratkartoffeln in der einen, die Flasche Bier in der anderen Hand, den schaffte ich zur Not auch alleine. Da spränge mich unterwegs die Einsamkeit nicht an.

Und Bo Derek? 10. Die Traumfrau? Kann ich bei Amazon für € 2,99 sehen, will ich aber nicht. Kenne ich schon, muss ich nicht noch mal sehen. Aber so meinen die das natürlich auch nicht. Dieses Eheanbahnungsinstitut oder dieser Kontakthof Weiterlesen

Grauzone

Vorhin im Supermarkt. Ich hab nur eine Packung Parmesan in der Hand, zuhause kocht die Pasta schon, steht da plötzlich eine Schlange vor der Kasse. Gut, ich habe schon Schlimmeres gesehen, aber ganz vorn packt eine Frau ihren gut gefüllten Einkaufswagen aus.

Gleich hinter ihr dieser alte Mann, der sich jeweils langsam und mühsam zu seinem Wagen hinab beugt, ein Teil nach dem anderen auf das Förderband wuchtet, sorgfältig, Flasche neben Flasche, Packung auf Packung. Ein zwanghafter Pedant, jemand, der vermutlich zuhause sein Kleingeld stapelt.

Ein untersetzter Graukopf. Eisigel wäre die angemessene Bezeichnung für die Frisur. Rentner. Den ganzen Tag nichts vor, aber in der Stoßzeit, wenn wir Berufstätigen uns nach einem harten Tag mit dem Nötigsten versorgen müssen, dann muss es natürlich sein…

„Sie haben nur ein Teil? Dann gehen Sie doch gern vor.“
„Vielen Dank.“
Sieht doch eigentlich ganz freundlich aus, der ältere Herr. Sicher ein guter Nachbar.