Möglicherweise sieben, diese aber nicht

Foto: Manfred Voita

 

 

Wann treffen wir drei wieder zusamm?

Um die siebente Stund‘, am Brückendamm.

Am Mittelpfeiler.

Ich lösche die Flamm.

Ich mit

Ich komme vom Norden her.

Und ich vom Süden.

Und ich vom Meer.

Hei, das gibt einen Ringelreihn,

Und die Brücke muß in den Grund hinein.

Und der Zug, der in die Brücke tritt

Um die siebente Stund’?

Ei, der muß mit.

Muß mit

Tand, Tand

Ist das Gebilde von Menschenhand!

Auszug aus Theodor Fontane: Die Brück’ am Tay

Advertisements

Delfter Blau

Bild: Amelie Voita

Bild: Amelie Voita

Meine Tochter brachte mir ein Foto aus Delft mit. Einige Zeilen aus einem Gedicht. Kann man ja nicht abheften, muss man ja schon mal googeln. „Nacht“, so heißt das Gedicht, das Hubert Poot über den Delfter Sternenhimmel verfasste.

Slechts ik, dus vroeg eens opgestaen / Zie ’t ryzend licht der schoone maen / Op gevels blikkeren en torens. / Zy meet het blaeu met elpe schreen; / En scheurt, in koelen moedt, met haere zilvre horens, / De donkerheid vanëen

Ein Bauer war er, Weiterlesen

leichte athletik

leichte athletik: Launige Gedichte – das neue Buch von Rainer Strobelt ist vor ein paar Tagen erschienen. Mir hat er ein, nein zwei Exemplare geschenkt. Ich bin überzeugt, dass er viele weitere Bücher verschenken möchte, aber auch Lyriker mögen es, wenn ihre Bücher gekauft werden.

leichte athletik
Peter Segler Verlag
ISBN: 978-3931445249

Leseproben gibt es unter Rainer Strobelt

So ein Gedichtband sollte – und meine Meinung ist hier genauso maßgeblich wie die von Hans und Franz – wie eine Schachtel Pralinen genossen werden: Nicht alles auf einmal. Rainer schreibt, wie ich an anderer Stelle schon angemerkt habe, sehr kurze Gedichte. Keine Zeit ist also keine Ausrede.

Im Bücherregal stünde Rainer gleich neben August Stramm – keine schlechte Gesellschaft für einen Lyriker und ein guter Grund gleich auch noch ein wenig Stramm zu kaufen, falls der Platz neben Strobelt noch frei sein sollte. Stramms Dissertation über das Welteinheitsporto würde ich an dieser Stelle nur den ganz hart gesottenen Lesern empfehlen wollen, seine expressionistischen Gedichte hingegen… aber bleiben wir bei Rainer Strobelt. Rainer hat einen ausgeprägten Sinn für Humor, das zeigt sich nicht erst in seinem neuen Buch, hier aber ganz besonders. Er kommt aber nicht als anbiedernder Gebrauchslyriker mit zertifizierter Massentauglichkeit daher, sondern zieht das leise Lächeln vor, das Vergnügen auf den zweiten Blick.

Übrigens: Das hier ist keine Verkaufsveranstaltung, man kann die Seite auch wieder verlassen, ohne Lösegeld zahlen zu  müssen.

PS: Danke an Jules vom Teestübchen Trithemius: Jetzt habe ich endlich kapiert, wie man Links nicht so tollpatschig einbaut.

 

Lyrik von Rainer Strobelt

Jeff Beck, ein Gitarrist, an den sich nur noch wir Silberfüchse, Graubärte und Faltenböcke erinnern, soll über Jimi Hendrix (den hoffentlich noch jeder kennt) geäußert haben, er täte genau das, was auch Beck wolle, nur könne er – Beck – das leider nicht. So geht es mir meistens, wenn ich einen Text von Rainer Strobelt lese – und sei es auch nur eine Mail. Nun hat Rainer sich darauf festgelegt, Gedichte zu schreiben, er tritt also in einer anderen Liga an. Das ist nett von ihm.

Lyrik erfährt aber nur selten die Aufmerksamkeit, die sie verdient, weshalb ich hier – also quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit – darauf hinweisen möchte, dass es bald wieder ein neues Buch von Rainer gibt. In der Zwischenzeit bietet die Seite Fixpoetry aber die Chance, Rainer Strobelt zu erlesen. Seine Gedichte sind kurz, die Zeit reicht also, um schnell mal rüber zu wechseln:

http://www.fixpoetry.com/texte/text-des-tages/rainer-strobelt/retourkutsche