Ausgezählt

Aus. Vorbei. Das war’s.

Mein letzter Arbeitstag liegt hinter mir. Ein frei gewählter Abschied. Nein, es fällt keine Last von mir ab, meine Arbeit habe ich selten als Mühe empfunden, oft hat sie sogar Spaß gemacht. Dennoch: Es ist gut so. Jetzt will ich tun, was ich tun will, meinen Wecker stellen, weil ich aufstehen will und ein Buch zu Ende lesen, auch wenn es spät wird.

Noch fühlt es sich wie Urlaub an.

Seltsam war es schon, Dinge ein letztes Mal zu tun. Den letzten Eintrag im Klassenbuch vornehmen, das letzte Mal die Tafel putzen, letzte Fotokopien machen. Das letzte Mal den Weg zur Bahnhaltestelle Münster-Zentrum-Nord gehen. Wehmut? Nein. Keine Spur. Ferien für immer. Ach, bei der Gelegenheit habe ich auch gleich das Rauchen aufgegeben. War so geplant. Letzter Arbeitstag, letzte Zigarette.

Ich gehe einkaufen. Nein, das gehört Weiterlesen

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Shopping Queens: Einkaufserlebnisse

Die Feststellung, das männliches und weibliches Einkaufverhalten sich unterscheiden, ist nicht wirklich neu. Es gibt allerdings immer wieder Situationen, in denen dieser Unterschied so deutlich wird, dass er praktisch schon als Text vor mir steht, den ich nur noch abschreiben muss: Was ich hiermit tue.

Ich nehme an, dass bei Frauen bereits bei ihrer Geburt ein auf mysteriöse Weise in ihren Genpool eingeschleuster Vertrag mit dem weltweiten Einzelhandel wirksam wird, der die Verpflichtung beinhaltet, ein Geschäft nicht zu verlassen, ohne jeden angebotenen Artikel prüfend in die Hand genommen zu haben – Tiefkühlkost ausgenommen. Ja, ich gebe zu, dass ich übertreibe. Es ist möglich, dass es Frauen gibt, die das nicht tun, ich habe zwar noch keine gesehen… aber ich lasse mich gern von den Millionen Leserinnen und Lesern dieses Blocks eines Besseren belehren.

Männern ist diese qualvolle Pflicht erspart geblieben, ja, qualvoll, denn so verlängert sich jeder Einkauf beim simpelsten Discounter auf die Dauer einer Expedition, die schon die Mitnahme von Lunchpaketen, einheimischen Führern und Leuchtraketen rechtfertigen würde. Männer hingegen – und ich bin nicht frauenfeindlich – betreten den Laden, steuern zielgerichtet die zwei, drei Artikel an, die auf ihrem Einkaufszettel stehen, zahlen und gehen.
Und was Frauen erst kaufen! Gerade erst erzählte mir eine begeisterte Schuhkäuferin, dass sie Schuhe besitze, die sie nur zum Sitzen tragen könne. Stehen geschweige denn Gehen seien mit diesen Schuhen ausgeschlossen, aber sie wäre so toll, dass sie… aber das sagte ich ja schon. Vermutlich – aber das würde sie sicher leugnen – sind diese Schuhe auch noch mindestens eine Nummer zu klein, weil das einfach besser aussieht.

Schuhe können dein Leben verändern, frag Aschenputtel‘, heißt es in der Schuhwerbung. Allerdings übersieht sie wohl nicht zufällig die Stiefschwestern Aschenputtels, die nur wegen eines zu kleinen goldenen Schuhs eine Zehe, ein Stück der Ferse und später sogar ihr Augenlicht verloren. So, keine Zeit für mehr Text, ich muss los. Shoppen.