Lesbare Stadt: Enschede

Und wieder ein Mauergedicht aus Enschede, gut, diesmal nicht tatsächlich auf einer Mauer.

Ich versuche mal eine Übersetzung, für Korrekturen bin ich dankbar!

Packerei

Ein gewöhnlicher Dienstagabend und

betrunken schreitet es heimwärts:

– die Zukunft –

lässt von sich hören

Wir kümmern uns auch um persönliche

Entwicklung

– meine Dame –

Auf dem Boden eines jeden Glases

ein Plan

 

und da ist wieder ein Wackelkontakt

Überprüfung Jacke und Schlips

 

Die Zukunft

bewegt sich wohl schwankend.

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Ausgeblüht

Foto: Elfie Voita

 

In Enschede gesehen: Bloemist Eeuwige Lente

Fotografiert, gerade weil die Blumenhandlung das Versprechen des ewigen Frühlings ganz offensichtlich nicht halten konnte und nun langsam von der Stadt und der Natur übernommen wird.

Enschede, Wilmink & Textilgeschichte

Komisch, wie nah und wie fern eine Stadt einem doch sein kann. Nah, weil Enschede, das ist die niederländische Stadt, um die es hier geht, gerade einmal 100 Kilometer von Warendorf entfernt liegt. Fern, weil ich, obwohl wir so oft dort waren, so wenig über diese Stadt weiß. Naja, jetzt weiß ich natürlich gerade mal wieder etwas mehr, weil wir, wie so oft, ein paar Stunden dort verbracht haben.

Enschede, von Willem Brakman als  ‚het onlieflijke stadje‘ (die unliebliche Stadt) bezeichnet, ist nicht schön, keine dieser putzigen niederländischen Städte, die eine kuschelige Mischung aus siebzehntem Jahrhundert und Coffeeshop zu sein scheinen. Weiterlesen

Enschede, Roombeek & Brakman

 

Wir waren in Enschede. Also wird es in diesem  Text um Willem Brakman gehen. Das wird auch Zeit, denn schließlich beziehe ich mich immer wieder einmal auf Brakman, sowohl in meinen Texten als auch in meinen Kommentaren. Von Brakman habe ich den Begriff des ‚denkfietsen‘, also des mit dem Fahrrad unterwegs sein und dabei auf Ideen kommen, gut, bei mir lautet der Satz: Wenn nichts mehr geht – geh ich. Was nichts anderes heißen soll, als dass ein Spaziergang den Kopf frei macht und mir meistens einen ganzen Satz Ideen abliefert.

Willem Brakman beschrieb sich selbst als barocken Schreiber und meinte damit, dass er, was er einmal geschrieben hatte, nicht mehr erneut las oder überarbeitete und an jedem Tag wieder vor einem weißen Blatt Papier saß. Er reiste aber – manchmal – auch zu den Orten, die für seine Erzählungen wichtig waren und erkundete sie genau. Im Unterschied zu Brakman muss ich überarbeiten und nicht nur das, ich tue es auch gern. Ach so: Enschede. Eine Stadt, quasi um die Ecke gelegen. Weiterlesen