Abgefahren

User: Celsius auf wikivoyage shared [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

User: Celsius auf wikivoyage shared [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Wir reisen gern. Ich bin jetzt nicht der Fernreisende, nicht, weil mich die Ferne nicht interessiert, sondern eher, weil mich interessiert, weil ich verstehen will, was ich sehe. Da meine Sprachkenntnisse aber begrenzt sind, ehrlich gesagt über ein ordentliches Niederländisch und ein unordentliches Englisch nicht hinausgehen, bliebe mir folglich wohl nur die Studienreise.

Ach so: Wegen Sonne und Sand reise ich schon überhaupt nicht. Einen Sonnenbrand kann ich mir auch auf der Terrasse holen und ein Strandspaziergang ist auch auf Ameland, Spiekeroog oder …. (Lieblingsinsel bitte einfügen) möglich, da muss ich nicht auf die Seychellen oder nach Malocha. Nicht böse gemeint, konnte ich mir einfach nicht verkneifen.

Wegen Landschaft muss ich auch nicht aus dem Haus. Ja. Natur ist schön. Natur ist eindrucksvoll. Aber nicht vierzehn Tage lang am Stück. Das ist doch so wie im Museum. Willem Brakman, der niederländische Schriftsteller, sagte bezogen auf einen Besuch im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster sinngemäß, dass viele Bilder Weiterlesen

Enschede, Roombeek & Brakman

 

Wir waren in Enschede. Also wird es in diesem  Text um Willem Brakman gehen. Das wird auch Zeit, denn schließlich beziehe ich mich immer wieder einmal auf Brakman, sowohl in meinen Texten als auch in meinen Kommentaren. Von Brakman habe ich den Begriff des ‚denkfietsen‘, also des mit dem Fahrrad unterwegs sein und dabei auf Ideen kommen, gut, bei mir lautet der Satz: Wenn nichts mehr geht – geh ich. Was nichts anderes heißen soll, als dass ein Spaziergang den Kopf frei macht und mir meistens einen ganzen Satz Ideen abliefert.

Willem Brakman beschrieb sich selbst als barocken Schreiber und meinte damit, dass er, was er einmal geschrieben hatte, nicht mehr erneut las oder überarbeitete und an jedem Tag wieder vor einem weißen Blatt Papier saß. Er reiste aber – manchmal – auch zu den Orten, die für seine Erzählungen wichtig waren und erkundete sie genau. Im Unterschied zu Brakman muss ich überarbeiten und nicht nur das, ich tue es auch gern. Ach so: Enschede. Eine Stadt, quasi um die Ecke gelegen. Weiterlesen

Liebster Award

 

Lieber Christoph, vielen Dank für den Liebster Award.

Es ist so eine Sache mit diesem Award. Wird man nicht nominiert, fragt man sich, wieso eigentlich nicht. Wird man nominiert, fragt man sich, wozu eigentlich. Aber es ist ein Instrument, auf Blogs hinzuweisen und Leute auszufragen. Neugierig sollten wir alle, die wir uns hier herumtreiben, ja wohl sein. Also los. Für alle erst mal die Regeln:

1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel.
2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
3. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award.
4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
6. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award Blog-Artikel.
7. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.
Hier sind Christophs Fragen und meine Antworten (kurz kann ja jeder):

1. Könntest Du in den DeLorean aus den „Zurück in die Zukunft“-Filmen steigen und den „Fluxkompensator“ für eine Zeitreise programmieren, welches Jahr oder welche Epoche würdest Du besuchen?
Willem Brakman, ein niederländischer Autor, der rund 50 Roman schrieb, bezeichnete Kindheit und Jugend als völlig ausreichende Quellen für sein literarisches Schaffen. Aber dafür will ich nicht zurück, dafür darf man nicht einmal zurück, denn es ist die Erinnerung, aus der sich schöpfen lässt, das langsame, manchmal mühsame Freilegen von kleinen Einzelheiten oder auch die Entdeckung versunkener Schätze. Peter Kurzeck hat dem Jahr 1983 zu Lebzeiten fünf Bände gewidmet und er war längst nicht fertig mit diesem Jahr. Natürlich reizt mich auch die Zukunft, weniger die Frage, ob die Nachwelt meine Texte liest, sondern das grundsätzliche Interesse daran, wie es mit der Menschheit weitergeht. Schließlich verzweifeln wir praktisch täglich daran, dass alles immer schlimmer wird und doch gibt es, schaut man mal nicht durch das Mikroskop, sondern mit etwas Abstand auf die Geschichte, immer wieder bemerkenswerte Fortschritte. Doch wie lebte es sich mit dem Wissen, dass in ein paar Jahrzehnten das allgemeine Glück ausbricht – während ich zurück in dieses irdische Jammertal muss? Nein, ich bin ein schlechter Autofahrer, bevor ich Beulen in die Vergangenheit oder Zukunft fahre, bleibe ich lieber in der Gegenwart. Es ist wie dem realen Reisen: Ich brauche den Weg, nicht nur das Ziel. Aber zugegeben: Manchmal möchte ich schon schnell vor- oder zurückspulen.

2. Wenn Du an Deine Eltern denkst, wie fällt Deine Bilanz aus?
Meine Eltern haben mir die einzigartige Chance gegeben, dieses Leben zu führen, dafür bin ich ihnen sehr dankbar, ich bin inzwischen aber so alt, dass ich meine Eltern nicht mehr dafür verantwortlich machen kann, wer oder was ich bin. Ich sehe, was sie mir an Gaben mitgegeben haben, ich freue mich über diese Gaben oder hadere mit ihnen, aber ich kann meinen Eltern nicht ihre Gene vorwerfen.

3. Wo und was bist Du in 10 Jahren?
Rentner? (Wenn’s gut geht)

4. Wenn Du in den Medien arbeiten könntest, wo würde es Dir am Meisten gefallen: Zeitung, Radio, Fernsehen oder Online? Warum? (Kombinationen sind möglich.)
Ich habe mal Kommunikationswissenschaften studiert und gedacht, dass Journalismus mich reizen könnte. Ich habe mich aber getäuscht, es war nicht der Journalismus, es war der Umgang mit Sprache. Radio ist nicht mein Medium, ich habe einige Jahre lang Bürgerfunk-Sendungen produziert, aber ich kann nur schlecht einen gesprochenen Text einfach so stehen lassen. Da stimmt mal der Ton nicht, mal ist ein Satz komisch formuliert. Es dauerte ewig, bis ich mich von einer Sendung lösen konnte. Für das Radio zu schreiben, stelle ich mir auch schwierig vor. Ich mag lange Sätze und spiele gern mit der Sprache. Fernsehen? Meine fünf Minuten Ruhm habe ich hinter mir (Bananas). Ernsthaft: Eigentlich mag ich es nicht, mein Schreiben in einen vorgegebenen Rhythmus einzupassen. Nächster Termin Montag, dann Mittwoch oder so. Zum Glück muss ich das auch nicht. Nein, nicht weil ich finanziell unabhängig bin, sondern weil ich meinen Job habe, den ich mag und halbwegs kann. Deshalb ist online eine gute Lösung. Was ich will, wann ich will.

5. Was war Dein Berufswunsch als Kind?
Als Kind habe ich mich nie in der Zukunft gesehen, ich habe wohl gedacht, dass Kindheit unbefristet ist. Ich habe auch als Jugendlicher nie unter dem Aspekt „Wunsch“ über Berufe nachgedacht, eher habe ich wohl „das geht überhaupt nicht“, oder „na ja, vielleicht“ gedacht.

6. Bist Du zufrieden?
Wenn Du mich so fragst, nein. Aber wenn ich unbeobachtet durch die Welt stapfe, dann bin ich oft genug glücklich.

7. Nenne fünf Dinge, die man im Leben unbedingt mal ausprobiert haben muss!
Die gibt es nicht, nicht für jeden, dafür sind wir zu unterschiedlich. Und ein paar von denen, die man ausprobiert haben könnte, sind nicht gerade für die Öffentlichkeit bestimmt.

8. Lieblingsspeise(n) und Lieblingsgetränk(e)?
Ich esse gern, koche auch gern und bin gerade auf dabei, meinen Fleischkonsum noch weiter zu reduzieren. Im Moment ist ein gemischter Obstsalat mein Lieblingsfrühstück, nein, da wäre noch… ach, bevor ich das mit mir ausdiskutiert habe. Ein kaltes Jever-Pils, ein Radler im Hochsommer, ein Chianti Classico am Abend…

9. Rauchst Du?
Auch wenn man nicht jeden Text gleich für autobiografisch halten soll, Christoph gehört glaube ich auch zu dieser seltenen Spezies. Ja, aber ich bin ein Gesellschaftsraucher. Ein Glas Bier und eine Zigarette sind für mich immer noch eine ziemlich gute Kombination.

10. Wenn Du die Wahl hättest, was wäre Dir lieber: Mietwohnung, Eigentumswohnung oder eigenes Haus mit Garten? Möglich wäre auch ohne festen Wohnsitz, Wohnwagen oder in Hotelzimmern z. B.?
Emil Nolde soll gesagt haben, er sei sich selbst der liebste Nachbar. Ein Haus mit genügend Abstand zu allen anderen Lebensformen, das wäre schon schön. Bis auf die Eigentumswohnung und das Leben auf der Straße habe ich die anderen genannten Wohnformen schon durch. Es fehlen noch das Heim und das Gefängnis, die wären mir aber nicht lieber.

11. Wie bist Du zu WordPress gekommen?
Ich habe über eine Homepage nachgedacht und mit einem Angebot der Telekom gespielt. Die Ergebnisse waren wenig zufriedenstellend und meine Töchter meinten, WordPress sei da viel besser. Ich habe es ausprobiert. Es stimmt.
Wen nominiert man da? Der eine oder die andere wird immer wieder nominiert, die eine oder der andere möchte nicht nominiert werden. Ich versuche es trotzdem mal, es ist doch schön, ein kleines Interview geben zu können, das nicht nur aus den Fragen: „Sie wissen, warum wir Sie angehalten haben?“ und „Darf ich mal Ihren Führerschein sehen?“ besteht.

And the nominees are …
Serpils Schreibhaus : Ein gut gemachtes Blog mit informativen Texten rund um das Schreiben
Theresa Link Eine akribisch arbeitende Autorin lässt uns über die Schulter schauen
pmex space vorsicht baustelle Ein Blog mit Bodenhaftung. Peter steht mitten im Leben und weiß die großen und kleinen Dinge zu schätzen.
Glück der kleinen Dinge  Nicht einfach eine rosa Brille, sondern die Erkenntnis, dass man schon etwas für das eigene Glück tun kann
Beat(e)s Welten  Empathisch, irritierend, ein sehr eigenständiges Blog.

Meine elf Fragen für die Nominierten:
1. Weshalb verwendest Du den Avatar, der für dein Blog steht?
2. Was bedeutet es Dir, bei WordPress zu bloggen?
3. Verfolgst Du ein Ziel mit Deinem Blog?
4. Wie ist Dein Blog zu seinem Namen gekommen?
5. Haben sich die Erwartungen erfüllt, die du an das Bloggen hattest?
6. Ist Dein Blog in Deinem privaten Umfeld bekannt?
7. Haben sich Deine Blog-Beiträge im Laufe der Zeit verändert oder mit anderen Worten: Biegen sich die Besucher und Besucherinnen die Autoren und Autorinnen durch Kommentare und „Gefällt mir“ zurecht?
8. Hat Dein Bloggen etwas mit Deinem Beruf zu tun?
9. Bloggen Männer und Frauen unterschiedlich?
10. Ist die Anonymität, die bei WordPress möglich ist, ein Vorteil oder ein Nachteil?
11. Welche Frage wolltest Du schon immer einmal beantworten?

So. Dann mal los.

 

Denkfietsen

Zwischenwegweiser_Rad.svg

Für zwei Tage bin ich Strohwitwer. Heute Morgen las ich noch einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, in dem vor den Gefahren durch die ständige Nutzung des Smartphones gewarnt wurde; achtundachtzig Mal am Tag, so hieß es dort, schauten wir auf das Display. Noch während ich las, fragte mich meine Tochter, die zuverlässig keine Zeitung liest, was denn das Feuilleton sei. Ich verwies natürlich reflexartig darauf, dass sie schließlich des Französischen mächtig sei, gab dann aber eine umständliche Erklärung dessen ab, was ich so unter Feuilleton verstand, während sie prompt ihren Gesundheitszustand zusätzlich gefährdete, indem sie Google fragte. Blättchen. Das heißt Feuilleton.

Warum ich das schreibe? Weil ich diesen Text mit Strohwitwer begann und selbstredend erst nachgeschlagen habe, woher denn nun diese Redensart wieder kommt. Nein, das erkläre ich jetzt nicht, sonst kommen wir hier nie weiter. Ich bin mir auch überhaupt nicht mehr sicher, ob das ein Fluch oder ein Segen ist. Permanent alles wissen zu wollen, schien mir immer eine grundsätzlich positive Eigenschaft, soweit sie sich nicht ausschließlich auf Klatsch und Tratsch beschränkte. Aber jetzt kann man eben auch jederzeit alles wissen, wenn man sich nur die Mühe macht. Weiterlesen