Damenprogramm (2)

Foto: Manfred Voita

Das erste Geheimnis ist von Jules in einem Kommentar schon gelüftet worden. Ja, mit dem Damenprogamm spielte ich darauf an, dass bei großen politischen Veranstaltungen die mit angereisten Damen mit Kultur und Sozialem bespaßt wurden.

Nun reisen heute auch Regierungschefinnen mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin an und so ist das Damenprogramm inzwischen keine rein weibliche Veranstaltung mehr. In Magdeburg nahm meine Frau an einer Tagung teil, mein Damenprogramm bastelte ich mir selbst.

Aber ein virtuelle Stadtführung? Nein, damit meinte ich nicht, dass die Führung am Rechner oder sonstwie medial vermittelt stattfand. Unser Führer… ich kann das Wort nicht schreiben, ohne nach einem Synonym zu suchen, ob das jungen Menschen auch so geht? Also der Stadtführer führte uns ganz real, persönlich und gemessenen Schrittes durch die Innenstadt Magdeburgs.

Virtuell war die Führung in dem Sinn, dass er uns mehr zeigte, auf mehr hinwies, als in Magdeburg zu sehen ist, noch zu sehen ist. Die Stadt hat unter dem dreißigjährigen Krieg gelitten, sie ist im zweiten Weltkrieg Weiterlesen

Advertisements

Otto Dix

By Leoni1234 [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

„Der böse Blick“, eine Otto-Dix-Ausstellung, ist noch bis zum 28.05. im K20 in Düsseldorf zu sehen.

Es ist durchaus interessant zu wissen, was diese Ausstellung nicht ist und was Otto Dix nicht war. Beides war mir nicht so klar, wie ich es hier gern behauptet hätte.

Erstens ist es keine Gesamtschau seines Werks, gut, das wäre auch eine sehr große Veranstaltung geworden. Gezeigt werden Arbeiten aus  seiner Düsseldorfer Zeit, die vom Herbst 1922 bis zum November 1925 währte. Das ist ein Ausschnitt seines Werks, aber dieser Ausschnitt ist faszinierend genug, groß genug, um Stunden mit diesen Bildern zu verbringen.

Zweitens, und das war für mich überraschender und ich hätte es besser wissen können, ist Dix kein Pazifist gewesen oder geworden, seine Bilder, soweit sie den Krieg thematisieren, sind keine Antikriegsbilder, sondern es sind Bilder vom Krieg, so, wie sie nur ein Kriegsteilnehmer schaffen konnte. Weiterlesen

Hoffmann und Campe machen sich einen Lenz

Dichterlesung Siegfried Lenz in der Landesvertr. Hamburg

Dichterlesung Siegfried Lenz in der Landesvertr. Hamburg

1952 hat Siegfried Lenz seinen Roman ‚Der Überläufer‘ abgeschlossen, veröffentlicht wurde er 2016. Übrigens von dem Verlag, der ihn ursprünglich abgelehnt hatte. Und seitdem verkauft sich das Buch offenbar richtig gut.

Damals, in den ersten Nachkriegsjahren, schien es politisch wohl nicht opportun, einen Deserteur zum Helden eines Romans zu machen. Heute feiert ihn die FAZ als meisterlich. Was er vielleicht 1952 war, vielleicht.

Aber was sagt er uns heute? Die Schrecken des Krieges kennen wir schon aus Weiterlesen

Preisboxen

„Ich hab ein Problem mit dem Waschbecken.“
„Ja? – Mit dem Waschbecken diesmal also. Was ist es denn?“
„Es tropft… die Armatur ist undicht, glaube ich. Aber das Becken ist ja auch schon ziemlich alt.“
„Aber es leistet Ihnen treue Dienste.“
„Ja, nicht nur mir, bereits Generationen von Mietern.“
„Sie reden doch immer über Ökologie. Energiesparen, Wärmedämmung. Da kann ich doch ein einwandfrei funktionierendes Waschbecken nicht einfach so entsorgen.“
„Naja, einwandfrei. Schön ist es nicht mehr. Ziemlich grau sogar. Und Schrammen und Kratzer hat es auch.“
„Kratzer?“
„Jaaa?“
„Haben Sie die…?“
„Ich…nein, oder doch, kann schon sein, dass ich auch einen…“
„Das müssen Sie aber ersetzen.“
„Den EINEN Kratzer?“
„Seien Sie nicht albern. Ich lasse die Armatur reparieren und das Becken austauschen. Ich zahl die Armatur – Sie das Becken.“
„Wegen EINES Kratzers? Da stecken noch Bombensplitter aus dem Krieg drin.“
„Ha.. sehr witzig. Dann steht das ja auch alles im Übergabeprotokoll.“
„… Nnnein… Sie sagten damals, da müssten wir nicht so kleinlich sein.“
Eben! Dann sein Sie jetzt auch nicht so kleinlich. Sie zahlen das Waschbecken. Sie haben doch sicher eine Versicherung.“
„Ihre Zähne…“
„Was ist mit meinen Zähnen, wie kommen Sie jetzt auf meine Zähne?“
„Die sind ja auch schon aus der Vorkriegszeit – und Sie haben ja auch eine Versicherung. Wenn jetzt…“
„Meine Zähne? Sie drohen mir? Ihre Versicherung bezahlt mein Waschbecken und meine Versicherung meine Zähne, weil Sie…? Ich fasse es nicht. Na gut, ich zahle das Waschbecken.“
„Gut, dann gucken wir doch mal, ob es Ihren Zähnen was ausmacht, wenn Sie in den sauren Apfel beißen.“
„Wie, Apfel? Haben Sie mir nicht gerade gedroht?“
„Da müssen Sie was missverstanden haben. Aber wenn wir gerade von Zähnen reden, seit ein paar Tagen ist es beißend kalt im Bad. Da ist was mit der Heizung.“
„Mit der Heizung..?“