Naturfotografie

Die Natur hat neben vielen Vorteilen, die mir jetzt nicht so schnell einfallen, auch eine Menge Nachteile. Sie ist ungeduldig. Gut, das gilt jetzt mehr für die belebte Natur und um es gleich noch weiter einzugrenzen, für die Fauna. Also die Tierwelt, um hier keine Verwechslungen mit der griechischen Götterwelt aufkommen zu lassen. Von wegen Faune und so.

Ja, ich weiß auch, dass nicht gleich die ganze Welt der Tiere ununterbrochen herum hüpft. Faultiere, Schildkröten und Schnecken sind vermutlich nicht allein mit ihrem Schongang. Aber gestern in, nein, um Deventer herum war die Fauna schon recht hektisch. Wir hatten uns eine Radtour ausgesucht, die Landgoederen fietsroute Deventer-Olst. Rittergüter und Herrenhäuser in reizvoller Landschaft. Wenn man weitgehend flaches Grünland für reizvoll hält.

Ich tue der Region damit unrecht, soweit man eine Landschaft beleidigen kann, die Weiterlesen

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Marktplatz der Ideen

Foto: Manfred Voita

Giordano Bruno?  Schon mal gehört?

Als wir in Rom waren, hatte ich mir vorgenommen, zu seinem Denkmal zu gehen. Weil ich, so dachte ich, da gewesen sein muss. Seinetwegen und meinetwegen. Obwohl ihm das egal gewesen sein dürfte.

Am 17. Februar 1600 starb er auf dem Campo de Fiori. Auf einem Marktplatz, der wohl einst ein Blumenfeld war. Mir war es wichtig. Ich kann nicht genau sagen, warum ich an so einen Ort muss. Katastrophentourismus ist es eher nicht, nach 418 Jahren gibt es keine Spuren des Feuers mehr, in dem er starb. Hätten die Freimaurer dort nicht ein Denkmal errichtet, würde nichts an ihn erinnern. Es ist auch nicht gerade so, dass wir täglich auf Giordano Bruno stoßen würden.

Vielleicht hat es mit Respekt zu tun, dass ich an diesem Ort stehen muss. Dass mir solche Orte etwas näher bringen. Ach, das ist wohl auch überhaupt nichts besonderes, dass geht uns ja allen so. Wir stehen vor Bildern, Weiterlesen

Der Kahn

Foto: Manfred Voita

Meine Schwägerin schickte mir einen Zeitungsausschnitt, natürlich nicht mehr ausgeschnitten, eingetütet, frankiert und so weiter, sondern fotografiert und ab ins Netz. In der Grafschaft Bentheim war ein Kurzgeschichtenwettbewerb ausgeschrieben worden. Thema: Die Vechte. Die Vechte war auch hier schon mal Thema, aber ich bin nicht in der Grafschaft aufgewachsen und fühlte mich nicht angesprochen.

Bis die Ausschreibungsfrist sich gen Ende neigte und meine Frau nach dem Stand meiner Bemühungen fragte. Äh… Also fuhren wir in die Grafschaft und machten uns einen schönen Tag. Spaziergänge an der Vechte, Geschichten und Orte ihrer Kindheit, also nicht die der Vechte, die meiner Frau. An der Vechtequelle waren wir schließlich schon gewesen. Ein Wettrennen mit der Sonne, die es schließlich schaffte, hinter irgendeinem Wald unterzugehen, bevor wir noch einen Blick auf den dicken roten Glutball Weiterlesen

Heiß

Bild: Manfred Voita

Es ist heiß. Ein Gewitter kündigt sich an, ist eigentlich auch längst angekündigt. Aber die Wetter-App liegt schon seit Tagen daneben. Vielleicht sind es auch die Gewitter, die danebenliegen. Hier kommt nichts an. In Münster Blitz und  Donner, auf dem Weg hierher gießt es, hier: Null.

Gelbes Licht, dichtes grünes Laub vor tiefdunklem Himmel. Dramatisches Wolkenspiel. Großartige Ouvertüre, dann fernes Grummeln und ein paar Regentropfen. Die Vorstellung ist abgesagt.

Kurze Nächte mit wenig Schlaf. Erst zu warm, um einzuschlafen, dann zu laut, um auszuschlafen.  Singvögel? Schreihälse! Woher holen diese kleinen Krakeeler eigentlich die Töne? Die Lautstärke! Da ist doch kaum Körper, kaum Klangkörper. Okay Google?  Also es sind Luftsäcke im Vogelkörper. Deshalb singt und atmet das Tier gleichzeitig und kann ordentlich Druck machen. Bis es erschöpft ist. Dann geht es zum Feierabend wieder weiter.

Alles nur Sopranistinnen und Countertenöre. Weiterlesen

Weltliteratur: ungelesen

Eigenes Foto

Bei einem Spaziergang bemerkte ich den oben abgebildeten Briefkasten. Utopia. Gleich musste ich an ein Buch denken, das ich vor Jahrzehnten gekauft und noch nicht gelesen habe. Utopia von Thomas Morus. Ich hoffe, es steht noch im Regal… Oh oh, ich habe es nicht gefunden. Muss ja nichts heißen, bedeutet nicht zwangsläufig, dass mir die Utopien abhanden gekommen sind. Obwohl, möglich wäre es schon.

Ha, gefunden. Unter M, wie sich das gehört. Goldmanns Gelbe Taschenbücher. Gemeint war damals der gelbe Rücken des Buches, inzwischen sind die Blätter auch gelblich. Eine Ausgabe aus dem Jahr 1960, kostete damals 1,90. DM natürlich, nicht Euro. In Leder 10,80 DM. Kann jetzt eigentlich wieder ins Regal. Gekauft habe ich das Buch natürlich nicht 1960, sondern vermutlich um 1970 herum. Ich hatte Orwell gelesen und Aldus Huxley, Lem und H. G. Wells. Das waren ungefähr meine Erwartungen. SF-Literatur.

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Aufgepasst, Europa!

Foto: Manfred Voita

Italien hat eine neue Regierung, die etwas anders machen will. Das geht so nicht, erfahre ich aus den Medien. Die naiven Italiener können das ja nicht wissen, aber was sie da vor haben, das schadet Europa vermutlich, Deutschland ziemlich sicher und aller Wahrscheinlichkeit nach auch Italien. Wie gesagt, die Italiener verstehen das nicht, aber unsere Zeitungen, Radio- und Fernsehsender und unsere Politiker wissen das genau.

Steuern runter. In Deutschland geht das, klar, aber doch nicht in Italien. Sozialausgaben erhöhen, Weiterlesen