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Von Unbekannt - Scan, PD-alt-100, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=8936083

Von Unbekannt – Scan, PD-alt-100, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=8936083

So ein Text hat ja etwas von einer Baustelle. Einer Baustelle, auf der nur einer arbeitet. Gut, das kennt man aus der Realität, da schaufelt auch einer unten in der Grube, während drei oben in einen Plan gucken, sich eine Zigarette drehen und ihre Mails checken. So falsch ist das Bild nicht, denn auch wenn ich hier schreibe, kommt doch immer etwas dazu, ein Textzitat, auf das ich stoße, eine Information, die unbedingt eingeholt werden will und dann einen Dominoeffekt auslöst.

Dann komme ich daher und will irgendwo hin. Manchmal jedenfalls, manchmal auch nicht, aber wenn ich ein Ziel habe, dann scheint mir das oft sehr konkret, ich habe es ganz genau vor Augen – bis ich anfange, mich auf den Weg dorthin zu machen. Schon breitet sich Nebel aus, das gerade noch so sicher geglaubte, wird schemenhaft, unbestimmt und mit einer kaum noch glimmenden Idee taste ich mich vorwärts, treffe auf Gestalten, mit denen ich nicht gerechnet habe, die aber nun mal da sind und deshalb plötzlich die Richtung mitbestimmen, komme auch mal ganz vom Wege ab und finde erst nach seltsamen Umwegen zurück.

Und da bin ich! Markt 9, Tecklenburg. Direkt neben dem Haus des Gastes. Weiterlesen

Falsche Freunde

„Wanneer het recht fundamenteel niet met het rechtsgevoel spoort en aanpassing daaraan door oppermachtige belanghebbenden wordt getraineerd, leidt dat uiteindelijk tot een volksopstand. Die zien we dan ook bij de stembus nu.“

Dieser Satz, den Thomas von der Dunk im Volkskrant schrieb, beinhaltet ein schönes Beispiel für „falsche Freunde“, also für Wörter einer Fremdsprache, die einem Wort aus der Muttersprache gleichen bzw. so ähneln, dass sehr leicht ein Übersetzungsfehler entsteht. Im obigen Satz ist es das Wort „getraineerd“.

Am Beispiel von „Ich werde gesehen“ sieht das so aus, dass im Niederländischen das Passiv mit dem Hilfswerb „worden“ gebildet wird. „Ich werde“ wird also zu „Ik word“.

Nun brauchen wir noch das Partizip von „sehen“ = „zien“, dass im Niederländischen „gezien“ lautet. „Ik word gezien“ also.

Alles klar? Gut, dann also zurück zu Weiterlesen

Der Weinende Studentenbote

DBSB

Das Jahr geht zu Ende, wir blicken zurück… bla bla bla. Brauche ich etwa einen anständigen Grund, um hier etwas zu veröffentlichen?

Ja? Gut, den habe ich.

Manchmal führt das eine zum anderen, Jules schrieb über Schrift und Materialität. Ich dachte darüber nach, ob es mir etwas bedeutet, dass ein Text als PDF, als Word-Datei, als Computerausdruck oder als mittelalterliche Handschrift vor mir liegt. Mich, so dachte ich, interessiert der Text.

Wie das so ist, wenn man sich mit einem Thema beschäftigt, fällt einem Information vor die Füße, wo man geht und steht. Der Deutschlandfunk berichtete über die bevorstehdende Abschaltung der Mittelwelle – und ein Kommunikations- oder Medienwissenschaftler erzählte etwas darüber, dass sich hier eben die Weiterlesen

Bild und Ton

Foto: Elfie Voita

Bild: Elfie Voita

Im Hauptbahnhof Lummerland, den Räumlichkeiten, die alltäglich von einer Initiative örtlicher Tagesmütter genutzt werden, begann am Freitag eine Ausstellung, die heute – am Sonntag – um 17:00 Uhr endete. Eine Warendorfer Malerin – Chris Dargel Kleman und zwei Künstlerkollegen – Klaus Feidicker und Swen Maximiliandt Bäumker- stellten ihre Bilder aus und hatten uns, die Schreibwerkstatt der Volkshochschule Warendorf, dazu eingeladen. Damit stellten sie sich in die Tradition einer leider eingeschlafenen Veranstaltungsreihe. Bis vor wenigen Jahren gab es in Warendorf nämlich die Kulturey, ein Forum für die örtliche Kunstszene, das alljährlich einen Kultursommer organisierte. Musik, Malerei, Schauspiel, Tanz und Literatur: Wer wollte, konnte sich mit einer selbst organisierten Veranstaltung einbringen. Es war schön, vielfältig und bunt, fand im Garten oder Wohnzimmer statt, im Hinterhof oder auf der Straße, vor hundert Zuschauern oder fünf. Es war wohl der Erfolg, der die Kulturey dann an ihre Grenzen brachte.
Ich versuche mal, als am Rande Beteiligter, zu beschreiben und zu interpretieren, was da passiert ist. Die Veranstaltungen wurden größer und es reichte nicht mehr, dass jeder seinen eigenen Beitrag organisierte. Jemand musste die gesamte Reihe im Blick behalten, Termine koordinieren, Plakate drucken lassen und was auch immer an zeitraubenden und vermutlich nervigen Aufgaben zu erledigen war. Umsonst war auch nur die eigene Arbeit… und an einem bestimmten Punkt reichte es den Hauptverantwortlichen: Aus. Das ist schade, aber verständlich. Es war wohl nie geplant, ein Festival professionell zu planen und durchzuführen – plötzlich wurde es aber erwartet, auch wenn diese Erwartungen vielleicht nicht so ausgesprochen wurden.
Früher hatten wir also die Kulturey – jetzt haben wir eine Lücke. Und genau deshalb war es gut, dass es am Wochenende diesen kleinen Ableger der Kulturey gab. Es hat Spaß gemacht, die Räume der Volkshochschule und den eigenen Schreibtisch zu verlassen und mit der Malerin und den Malern ins Gespräch zu kommen, den Besuchern der Ausstellung unsere Texte zu präsentieren und sich als Teil einer offenen, vielfältigen Kulturszene zu erleben.

Leipzig? Frankfurt? Oelde!

Ich muss jetzt an dieser Stelle mal ein bisschen Reklame machen. Das westfälische Literaturmuseum Haus Nottbeck in Oelde, nicht gerade zentral gelegen, aber im Vergleich zu Frankfurt und Leipzig quasi um die Ecke, ist in diesem Jahr wieder Gastgeber für text & talk.

logo textIch zitiere einfach mal aus der Ankündigung:

„text & talk – Die NRW-Messe für unabhängige Buchverlage wird am Samstag, 12. September 2015, mit einer abendlichen Auftaktveranstaltung eröffnet.

Zur Einstimmung auf die Messe stellt sich die renommierte Berliner „Edition Tiamat“ um 19.30 Uhr als Gastverlag vor. Mit Wiglaf Droste, Ralf Sotscheck und Verlagsgründer Klaus Bittermann stehen drei Meister des schwarz-geschliffenen Humors auf der Bühne. Ganz in der Tradition von Drostes legendärer Satire-Reihe „Nottbeck City Limits“ darf man sich auf einen höchst unterhaltsamen Abend freuen.
Der text & talk Messetag beginnt am Sonntag, den 13. September 2015 um 11 Uhr. Ihr habt die Möglichkeit das spannende Programm von ca. 40 ausstellenden Verlagen kennenzulernen. Weitere Neuerungen im Programm sind eine Literatursprechstunde mit dem Autor Oliver Uschmann und zwei Sonderausstellungen. Gitte Klisa stellt ihre Künstlerbücher aus und die Ausstellung „bibliophil, engagiert, einzigartig“ widmet sich großer westfälischer Literatur in kleinen Verlagen, jenseits des Mainstreams mit kleinen Auflagen und viel Liebe zum Detail.“

Dass klein und fein durchaus zusammengehen, beweist gerade der bei text & talk präsente Verbrecher Verlag, dessen Autorin Anke Stelling mit ihrem Roman „Bodentiefe Fenster“ auf der Longlist des Deutschen Buchpreises steht.

Das Programm kann sich sehen lassen, neben Oliver Uschmann ist auch Erwin Grosche zu Gast, der Fachbereich Design der FH Münster macht was zum Thema Illustration und Bücher können nicht nur von den Ausstellern, sondern auch auf dem gleichzeitig stattfindenden Büchermarkt gekauft werden. Was braucht es denn noch an Argumenten? Eines natürlich: Eintritt frei!

https://www.facebook.com/LiteraturmuseumHausNottbeck

Was war das denn?

Geschichten hören nicht einfach auf, sie haben einen Schluss, über den jemand oft lange nachgedacht hat. Selbst Horrorfilme haben meist ein gutes Ende. Das Leben funktioniert leider nicht immer so, da bleiben lose Fäden, nicht verknüpfte und ungeklärte Ereignisse.

Aber wenn das Leben sich nicht darum kümmert, einen ordentlichen Schluss hinzubekommen, dann übernehmen wir den Job und spinnen Fäden weiter, suchen Erklärungen für zufällige Ereignisse und (er-) finden einen Masterplan.

Genau so eine Erklärung finde ich gerade nicht. Ich versuche mal, das dazugehörige Ereignis zu schildern, bewusst ohne erklärende oder bewertende Elemente:

Ein alter Herr steht sommerlich bekleidet vor seinem Haus, nur gerade so vor dem strömenden Regen geschützt. Er lehnt sich an eine der Straße zugewandte Ecke des Hauses, schaut auf den Boden. Einige Minuten vergehen. Der Mann dreht sich um, geht in seine Garage, holt sein Fahrrad heraus, besteigt es und radelt sehr rasch und etwas wackelig durch den Regen davon. Ziemlich nass kehrt er nach vielleicht fünf Minuten zurück, stellt sein Fahrrad in die Garage und geht ins Haus.

Was ist denn da passiert?

Und jetzt du: nicht

Als Ergebnis eines Diskussionsprozesses, der hier stattgefunden hat, nehme ich den Text zunächst einmal wieder aus dem Netz. Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich noch einmal für die kreativen Lösungsansätze von

http://pmex27.wordpress.com/

und http://wolkentraumsblog.wordpress.com/

Sobald es ein vorzeigbares Ergebnis gibt, werde ich darüber berichten. Die Kommentare, die sich auf den Inhalt beziehen, nehme ich ebenfalls aus dem Netz.