Vor dem Wigwam zu lesen

Von Paul Kane (1810-71), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1336538

Um eine Geschichte zu erzählen, die Hand und Fuß hat, muss man manchmal, auch wenn sich das eigentlich nicht gehört, das eigene Auge an ein fremdes Schlüsselloch drücken, weil sich jenseits der Tür nicht nur Möbel sondern eine ganze Welt befinden kann. Das stand auf Seite 2 des Lehrbuchs für angehende Medizinmänner und Geschichtenerzähler.

Dass das nur metaphorisch gemeint war, verstand der kleine Indianer, den seine Familie Löwenherzchen nannte, der aber bei allen anderen Kindern als Kleiner Feigling bekannt war, erst, als er feststellte, dass ein Wigwam nicht über ein Schloss, geschweige denn ein Schlüsselloch verfügte. Es hätte schon eines Zauberstabs bedurft, um dieses Problem zu lösen, aber so lernte unser kleiner Indianer gleich noch, was es bedeutet, dass man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen darf.

 

Lauter Leise

Es ist stiller geworden. Das ist vermutlich nicht nur mir aufgefallen. Ich sitze am Rechner und höre Männer, die sich draußen unterhalten. Es dürfte noch stiller sein, denke ich, weil ich, nachdem ich die Stimmen gehört habe, sie nicht mehr nicht hören kann. Als hätte ich meine Ohren wie eine Satellitenschüssel in ihre Richtung gedreht.

Wie still muss es sein, damit ich mich konzentrieren kann? Arno Schmidt war Bargfeld zu laut. Irgendwo habe ich gelesen, er sei bereits um 1 Uhr aufgestanden, um zu arbeiten. Das stimmt so wohl nicht, es war ihm dort, in der Heide, da, wo die Straße aufhörte, tagsüber einfach zu laut.

Jetzt habe ich doch gerade nichts mehr von all den Stimmen draußen gehört, weil ich mich konzentriert habe. Wie ist das nun, kann ich mich nicht konzentrieren, weil da die Stimmen sind, oder sind die Stimmen weg, wenn ich mich konzentriere? Ach, vermutlich gilt mal wieder beides. Es ist nicht der leise Lärm, der mich stört, ich brauche die innere Ruhe und die lässt sich nicht herstellen, indem ich um Ruhe bitte.

Schmidt brauchte Kaffee und Schnaps und Tabletten, um an den Ort zu gelangen, an dem die Wörter sind. Die richtigen Wörter. Ich will da auch hin, auch wenn ich fürchte, dass Schmidt einen Ort kannte, den ich nicht finden werde. Sätze finde ich, gern auch bei dem alltäglichen Sound der Welt, aber Wörter Weiterlesen

Mit anderen Augen

Von Michielverbeek – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5129016

Maarten t’ Hart, der niederländische Schriftsteller, der vor nicht allzu langer Zeit seinen 75. Geburtstag feierte, na, sagen wir: dessen 75. Geburtstag vor kurzem gefeiert wurde, er selbst ist wohl kein Mensch, der Feierlichkeiten schätzt, hat, was sollte ein Schriftsteller auch sonst tun, ein Buch geschrieben und seinen Leser*innen damit ein Geschenk gemacht. De Nachtstemmer heißt es und ist wohl noch nicht auf Deutsch erschienen. Es handelt von einem Mann, der Orgeln stimmt. Es handelt auch von einer Frau und ihrer Tochter. Es spielt, und das ist für mich der Anlass, diesen Text zu verfassen, in Maassluis.

Na und, wird fragen, wer weiß, dass Maarten t‘ Hart aus Maassluis stammt und gefühlt 90 Prozent seiner Romane und Kurzgeschichten dort angesiedelt sind. Wer weder Maarten t‘ Hart noch Maassluis kennt, darf trotzdem weiterlesen, denn es geht mir nicht um Maarten t‘ Hart und auch nicht um Maassluis. Es geht um den literarischen Kunstgriff, mit dem der Autor in diesem neuen Buch ein ganz anderes Maassluis kreiert.

Gabriel Pottjewijd, so heißt der Nachtstimmer, stammt nämlich

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Gemeinschaftsprojekt

Von wetwebwork – Keyboard and Cress, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1576198

Christiane Nitsche, die ich aus dem Buchprojekt über die Vechte kenne, hat ein  Projekt gestartet, ich zitiere mal:

„Die Liebe in Zeiten von Corona“

soll ein Gemeinschaftsprojekt werden – eines, in dem wir einander von der Liebe erzählen, von den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, die sie in der Zeit der weltweiten Krise erfährt. Das Ziel: ein Kanon der Liebe aus allen möglichen Kulturen, damit wir uns später nicht nur an die Schrecken und Ängste erinnern, sondern an das, was uns stark und menschlich macht.
Ich freue mich auf viele Beobachtungen, Erzählungen, Alltäglichkeiten, auf Dramatisches, Lustiges und Unglaubliches, was Ihr dazu zu erzählen habt.

Die Beiträge werden von mir literarisch bearbeitet, anonymisiert und in einem täglich erweiterten Blog veröffentlicht.

Es haben sich schon ein paar gemeldet, die mitmachen. Aber es dürfen gerne mehr werden.
Darum bitte auch gerne teilen!

Kontakt: loveisallyouneed.corona@googlemail.com

Vechtegeschichten: Der Kahn

Eigenes Foto

2018 hatte ich mich an einem Wettbewerb beteiligt. Es ging um Texte, die eine Verbindung zur Vechte haben sollten. Die Vechte, nur noch einmal zur Erinnerung, ist ein Fluß, der… aber das kann, wer mag, auch hier nachlesen.  Jedenfalls wurde auch mein Beitrag ausgewählt und veröffentlicht. Das Buch und die dazugehörigen Lesungen habe ich hier auch schon genügend thematisiert. Jetzt ist der Text online. Wer mag, kann ihn hier lesen.

Ein Abend in Neuenhaus

Dinkelberg43 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, von Wikimedia Commons

2018 hatte ich mich mit meinem Text „Der Kahn“ erfolgreich an dem Wettbewerb „Vechtegeschichten / Vechtverhalen“ beteiligt. Ich habe an anderer Stelle darüber berichtet. Am 17.01.19 findet wieder eine Lesung statt, diesmal in Neuenhaus in der Grafschaft Bentheim. Eintritt frei und für die Besucher gibt es das Buch gleich mit dazu. Das ist möglich, weil die Europäische Union das Projekt gefördert hat. Das bedeutet umgekehrt allerdings auch, dass dieses Buch nicht im Handel erhältlich ist. Man muss schon in die Grafschaft Bentheim oder eine Weiterlesen

Schreibblockade

Left rj [Public domain], von Wikimedia Commons

Der Urlaub war vorbei. Ein Text musste her. Ich betrat mein Arbeitszimmer und setzte mich an den Schreibtisch.  Es dauerte nur wenige Sekunden, dann war mein Rechner hochgefahren und das Textverarbeitungsprogramm gestartet. Erwartungsvoll legte ich die Finger auf die Tastatur. Nichts. Probehalber drückte ich ein paar Tasten. ASDF JKLÖ.

„Guten Tag, ich bin wieder da.“

Immer noch nichts. Ich sah aus dem Fenster. Grün. Ich sah auf den Monitor. Weiß.

„Hallo? Fertig zum Diktat! Jetzt. Es eilt.“

Stille.

Ich fuhr den Rechner wieder runter, ging raus und kam noch einmal rein. Gleiche Prozedur. Möglichst geräuschvoll. Rechner wieder hochfahren. Finger auf die Tasten.

Stille.

Ich fuhr den Rechner erneut runter, schloss die Fenster und Türen. Es war still, so still, dass ich nichts mehr hörte und mir deshalb auch sicher war, dass ich nichts überhörte. Es sprach nicht. Was war denn während meiner Abwesenheit passiert? Oder mit mir, während der Reise! Das Flugzeug. Natürlich, der Druck in großen Höhen, dass musste es sein, damit hatte ich schon oft Probleme gehabt. Vorübergehend eingeschränktes Hörvermögen. Ich presste meine Nasenflügel zwischen Daumen und Zeigefinger und gab Luftdruck auf die Nase. Ein kurzes Knacken und das Gefühl, das meine Trommelfelle sich nach außen stülpten. Erneutes Lauschen. Wieder Weiterlesen

Schreiben und lesen

Albertus Magnus
von Heinrich Apel, Magdeburg
Foto: Manfred Voita

Es ist schon wieder ein paar Tage her. An einem Dienstagabend war es soweit, das Buch mit den Bildern und Geschichten zur Vechte wurde der Öffentlichkeit präsentiert. Die im wesentlichen aus den Autorinnen und Autoren, ihren Familien und Freunden, den Vertretern der regionalen Politik und den Menschen bestand, die von Anfang an dabei waren. Nennen möchte ich besonders die Projektkoordinatorin Christiane Nitsche, die auch den Schreibworkshop in Nordhorn geleitet hatte und an besagtem Dienstag durch das Programm führte.

Ein Saal in einem der Gebäude, die einst von der Textilindustrie genutzt wurden, dem Wirtschaftszweig, der Nordhorn auf die Karte der deutschen Industriestandorte gesetzt hatte.

Christiane hatte gefragt, wer bereit wäre, aus seinem Text vorzulesen und ich Weiterlesen

Der Kahn

Foto: Manfred Voita

Meine Schwägerin schickte mir einen Zeitungsausschnitt, natürlich nicht mehr ausgeschnitten, eingetütet, frankiert und so weiter, sondern fotografiert und ab ins Netz. In der Grafschaft Bentheim war ein Kurzgeschichtenwettbewerb ausgeschrieben worden. Thema: Die Vechte. Die Vechte war auch hier schon mal Thema, aber ich bin nicht in der Grafschaft aufgewachsen und fühlte mich nicht angesprochen.

Bis die Ausschreibungsfrist sich gen Ende neigte und meine Frau nach dem Stand meiner Bemühungen fragte. Äh… Also fuhren wir in die Grafschaft und machten uns einen schönen Tag. Spaziergänge an der Vechte, Geschichten und Orte ihrer Kindheit, also nicht die der Vechte, die meiner Frau. An der Vechtequelle waren wir schließlich schon gewesen. Ein Wettrennen mit der Sonne, die es schließlich schaffte, hinter irgendeinem Wald unterzugehen, bevor wir noch einen Blick auf den dicken roten Glutball Weiterlesen

Falsche Freunde

„Wanneer het recht fundamenteel niet met het rechtsgevoel spoort en aanpassing daaraan door oppermachtige belanghebbenden wordt getraineerd, leidt dat uiteindelijk tot een volksopstand. Die zien we dan ook bij de stembus nu.“

Dieser Satz, den Thomas von der Dunk im Volkskrant schrieb, beinhaltet ein schönes Beispiel für „falsche Freunde“, also für Wörter einer Fremdsprache, die einem Wort aus der Muttersprache gleichen bzw. so ähneln, dass sehr leicht ein Übersetzungsfehler entsteht. Im obigen Satz ist es das Wort „getraineerd“.

Am Beispiel von „Ich werde gesehen“ sieht das so aus, dass im Niederländischen das Passiv mit dem Hilfswerb „worden“ gebildet wird. „Ich werde“ wird also zu „Ik word“.

Nun brauchen wir noch das Partizip von „sehen“ = „zien“, dass im Niederländischen „gezien“ lautet. „Ik word gezien“ also.

Alles klar? Gut, dann also zurück zu Weiterlesen

Der Weinende Studentenbote

DBSB

Das Jahr geht zu Ende, wir blicken zurück… bla bla bla. Brauche ich etwa einen anständigen Grund, um hier etwas zu veröffentlichen?

Ja? Gut, den habe ich.

Manchmal führt das eine zum anderen, Jules schrieb über Schrift und Materialität. Ich dachte darüber nach, ob es mir etwas bedeutet, dass ein Text als PDF, als Word-Datei, als Computerausdruck oder als mittelalterliche Handschrift vor mir liegt. Mich, so dachte ich, interessiert der Text.

Wie das so ist, wenn man sich mit einem Thema beschäftigt, fällt einem Information vor die Füße, wo man geht und steht. Der Deutschlandfunk berichtete über die bevorstehdende Abschaltung der Mittelwelle – und ein Kommunikations- oder Medienwissenschaftler erzählte etwas darüber, dass sich hier eben die Weiterlesen

Bild und Ton

Foto: Elfie Voita

Bild: Elfie Voita

Im Hauptbahnhof Lummerland, den Räumlichkeiten, die alltäglich von einer Initiative örtlicher Tagesmütter genutzt werden, begann am Freitag eine Ausstellung, die heute – am Sonntag – um 17:00 Uhr endete. Eine Warendorfer Malerin – Chris Dargel Kleman und zwei Künstlerkollegen – Klaus Feidicker und Swen Maximiliandt Bäumker- stellten ihre Bilder aus und hatten uns, die Schreibwerkstatt der Volkshochschule Warendorf, dazu eingeladen. Damit stellten sie sich in die Tradition einer leider eingeschlafenen Veranstaltungsreihe. Bis vor wenigen Jahren gab es in Warendorf nämlich die Kulturey, ein Forum für die örtliche Kunstszene, das alljährlich einen Kultursommer organisierte. Musik, Malerei, Schauspiel, Tanz und Literatur: Wer wollte, konnte sich mit einer selbst organisierten Veranstaltung einbringen. Es war schön, vielfältig und bunt, fand im Garten oder Wohnzimmer statt, im Hinterhof oder auf der Straße, vor hundert Zuschauern oder fünf. Es war wohl der Erfolg, der die Kulturey dann an ihre Grenzen brachte.
Ich versuche mal, als am Rande Beteiligter, zu beschreiben und zu interpretieren, was da passiert ist. Die Veranstaltungen wurden größer und es reichte nicht mehr, dass jeder seinen eigenen Beitrag organisierte. Jemand musste die gesamte Reihe im Blick behalten, Termine koordinieren, Plakate drucken lassen und was auch immer an zeitraubenden und vermutlich nervigen Aufgaben zu erledigen war. Umsonst war auch nur die eigene Arbeit… und an einem bestimmten Punkt reichte es den Hauptverantwortlichen: Aus. Das ist schade, aber verständlich. Es war wohl nie geplant, ein Festival professionell zu planen und durchzuführen – plötzlich wurde es aber erwartet, auch wenn diese Erwartungen vielleicht nicht so ausgesprochen wurden.
Früher hatten wir also die Kulturey – jetzt haben wir eine Lücke. Und genau deshalb war es gut, dass es am Wochenende diesen kleinen Ableger der Kulturey gab. Es hat Spaß gemacht, die Räume der Volkshochschule und den eigenen Schreibtisch zu verlassen und mit der Malerin und den Malern ins Gespräch zu kommen, den Besuchern der Ausstellung unsere Texte zu präsentieren und sich als Teil einer offenen, vielfältigen Kulturszene zu erleben.

Leipzig? Frankfurt? Oelde!

Ich muss jetzt an dieser Stelle mal ein bisschen Reklame machen. Das westfälische Literaturmuseum Haus Nottbeck in Oelde, nicht gerade zentral gelegen, aber im Vergleich zu Frankfurt und Leipzig quasi um die Ecke, ist in diesem Jahr wieder Gastgeber für text & talk.

logo textIch zitiere einfach mal aus der Ankündigung:

„text & talk – Die NRW-Messe für unabhängige Buchverlage wird am Samstag, 12. September 2015, mit einer abendlichen Auftaktveranstaltung eröffnet.

Zur Einstimmung auf die Messe stellt sich die renommierte Berliner „Edition Tiamat“ um 19.30 Uhr als Gastverlag vor. Mit Wiglaf Droste, Ralf Sotscheck und Verlagsgründer Klaus Bittermann stehen drei Meister des schwarz-geschliffenen Humors auf der Bühne. Ganz in der Tradition von Drostes legendärer Satire-Reihe „Nottbeck City Limits“ darf man sich auf einen höchst unterhaltsamen Abend freuen.
Der text & talk Messetag beginnt am Sonntag, den 13. September 2015 um 11 Uhr. Ihr habt die Möglichkeit das spannende Programm von ca. 40 ausstellenden Verlagen kennenzulernen. Weitere Neuerungen im Programm sind eine Literatursprechstunde mit dem Autor Oliver Uschmann und zwei Sonderausstellungen. Gitte Klisa stellt ihre Künstlerbücher aus und die Ausstellung „bibliophil, engagiert, einzigartig“ widmet sich großer westfälischer Literatur in kleinen Verlagen, jenseits des Mainstreams mit kleinen Auflagen und viel Liebe zum Detail.“

Dass klein und fein durchaus zusammengehen, beweist gerade der bei text & talk präsente Verbrecher Verlag, dessen Autorin Anke Stelling mit ihrem Roman „Bodentiefe Fenster“ auf der Longlist des Deutschen Buchpreises steht.

Das Programm kann sich sehen lassen, neben Oliver Uschmann ist auch Erwin Grosche zu Gast, der Fachbereich Design der FH Münster macht was zum Thema Illustration und Bücher können nicht nur von den Ausstellern, sondern auch auf dem gleichzeitig stattfindenden Büchermarkt gekauft werden. Was braucht es denn noch an Argumenten? Eines natürlich: Eintritt frei!

https://www.facebook.com/LiteraturmuseumHausNottbeck

Was war das denn?

Geschichten hören nicht einfach auf, sie haben einen Schluss, über den jemand oft lange nachgedacht hat. Selbst Horrorfilme haben meist ein gutes Ende. Das Leben funktioniert leider nicht immer so, da bleiben lose Fäden, nicht verknüpfte und ungeklärte Ereignisse.

Aber wenn das Leben sich nicht darum kümmert, einen ordentlichen Schluss hinzubekommen, dann übernehmen wir den Job und spinnen Fäden weiter, suchen Erklärungen für zufällige Ereignisse und (er-) finden einen Masterplan.

Genau so eine Erklärung finde ich gerade nicht. Ich versuche mal, das dazugehörige Ereignis zu schildern, bewusst ohne erklärende oder bewertende Elemente:

Ein alter Herr steht sommerlich bekleidet vor seinem Haus, nur gerade so vor dem strömenden Regen geschützt. Er lehnt sich an eine der Straße zugewandte Ecke des Hauses, schaut auf den Boden. Einige Minuten vergehen. Der Mann dreht sich um, geht in seine Garage, holt sein Fahrrad heraus, besteigt es und radelt sehr rasch und etwas wackelig durch den Regen davon. Ziemlich nass kehrt er nach vielleicht fünf Minuten zurück, stellt sein Fahrrad in die Garage und geht ins Haus.

Was ist denn da passiert?

Und jetzt du: nicht

Als Ergebnis eines Diskussionsprozesses, der hier stattgefunden hat, nehme ich den Text zunächst einmal wieder aus dem Netz. Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich noch einmal für die kreativen Lösungsansätze von

http://pmex27.wordpress.com/

und http://wolkentraumsblog.wordpress.com/

Sobald es ein vorzeigbares Ergebnis gibt, werde ich darüber berichten. Die Kommentare, die sich auf den Inhalt beziehen, nehme ich ebenfalls aus dem Netz.

Eine Nummer kleiner

Inzwischen habe ich mich auf allerlei Seiten umgesehen und festgestellt, dass viele Schreibende einen Roman verfassen möchten.

Warum muss es denn immer gleich ein Roman sein?

Dagegen ist zunächst mal ja auch überhaupt nichts zu sagen. Eine eigenständige Veröffentlichung ist eine tolle Sache, die Spiegel-Bestsellerliste, der deutsche Literaturpreis oder eine lobende Erwähnung bei Denis Scheck: Ich will das alles auch, am liebsten sofort.

Mir geht es allerdings so, dass ich Texte mit einer Länge von zehn oder auch zwanzig Normseiten gerade mal bewältigen kann – also die Figuren zusammenhalten, die Geschichte vorwärts bringen und am Ende mit einem Knalleffekt und heiler Haut wieder aus der Nummer raus komme. Natürlich missgönne ich jedem seinen Erfolg und würde schon gern ein allgemeines Schreibverbot verhängen, damit die Nachfrage nach meinen Texten dramatisch ansteigt, doch auch bei mir ist es so, dass ich ganz hervorragende Anfänge für Geschichten in meinen digitalen Schubladen aufbewahre. Ein weißes Blatt kann Angst machen – aber ein guter Anfang ist auch nicht mehr als ein guter Anfang.

Schreiben ist vielleicht eine Kunst aber ganz sicher auch ein Handwerk, da sollten wir nicht gleich mit einem Meisterstück beginnen wollen.

Puh… jetzt ist es raus. Nun die frohe Botschaft: Es ist auch viel leichter, eine Kurzgeschichte in einer Anthologie zu veröffentlichen. Schaut euch im Netz um, es werden ständig Texte gesucht und nichts ist geiler, als sich das erste Mal gedruckt zu sehen (doch, da war noch …*)
*bitte selbst ergänzen