Sand in Sicht

Foto: Manfred Voita

Schiermonnikoog: die östlichste der bewohnten niederländischen Watteninseln.

Von Lauwersoog aus geht es mit der Fähre hinüber. 45 Minuten durch das Wattenmeer. Kreuz und quer, hin und her, wie die Fahrrinne es eben zulässt. Die Insel ist ganz nah. Zwei Leuchttürme, ein weißer und ein roter. Deich und Dünen, ein Dorf.

Ein Schiff voller Vorfreude. Ein Schiff voller Leben und Sommer. Das Meer, ja, die Nordsee! blitzt im Sonnenlicht, Segelschiffe… nein, die liegen im Schlick, können erst bei Flut weiter. Ehrlich gesagt riecht das Watt auch nicht gut. Ebbe eben. Aber dann ist die Insel da, die Zugbrücke wird heruntergelassen und los geht es.

Den Deich entlang, dann über schmale Wege in den Ort. Schiermonnikoog. Der einzige Ort auf der Insel. Die Insel der grauen Mönche. Zisterzienser haben hier gelebt, dann gab es verschiedene Herren und Herrschaften. Auch einen deutschen Eigentümer, den Grafen Bernstorff, ein Restaurant trägt noch seinen Namen.

Fast keine Autos auf der Insel, Busse ausgestattet mit Elektromotoren. Ein paar Taxen. Und Fahrräder. Vor ein paar Jahren haben die Niederländer die Insel zum schönsten Fleckchen der Niederlande gewählt. Im Ortskern ein breiter, sehr breiter Grünstreifen, rechts und links davon die Bebauung. Häuser aus dem 18. Jahrhundert, auch neuere, die sich harmonisch in das Ortsbild einfügen. Natürlich gibt es alles, was man an Touristen verkaufen kann, aber leiser, kleiner, unaufdringlicher. Manches wirkt ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Ein Hotel in den Dünen, ganz oben, von der Terrasse aus sieht man das Meer. Die See. Die ist immer da, bleibt auch, wenn wir wieder zuhause sind. Wenn der Urlaub vorbei ist, der Sommer zu Ende geht.

Als ob das ein Trost wäre.

4 Gedanken zu “Sand in Sicht

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