Friedenstauben? Vergriffen!

Wie geht es weiter? Die Kommentatoren teilen uns mit, nach den Anschlägen von Paris habe sich die Welt verändert, so wie sie uns das auch schon nach den Angriffen auf das World Trade Center 2001 gesagt haben. Es gibt immer ein ‚vorher‘ und ein ’nachher‘. Was sich tatsächlich ändert, das wissen wir in ein paar Monaten, vielleicht erst in ein paar Jahren, in der Rückschau. Aber was wollen wir ändern? Was muss sich ändern? Sind wir zu liberal, zu weltoffen, zu großzügig?

Die Werte der Französischen Revolution werden jetzt zu europäischen Leitbildern ausgerufen, die es zu verteidigen gilt – und dazu seien auch Einschränkungen unserer Freiheit notwendig. Gut: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Haben wir sie verwirklicht? Manche Probleme, die der reiche Westen mit dem armen Süden hat, gäbe es dann nicht. Pegida gäbe es dann nicht. Brüderlich teilen gehört nicht gerade zu unseren Stärken. Und Gleichheit heißt nicht, dass uns alles gleich ist, gleichgültig.

Bevor wir den Krieg ausrufen, lasst uns die Werte verwirklichen, die wir verteidigen wollen, die es zu verteidigen lohnt. Den Krieg kann man ausrufen, Frieden muss man schaffen.

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