Badetag

Komischer Vogel
– eigenes Foto –

Es ist heiß draußen und da ist es besonders angenehm, nicht draußen zu bleiben, sondern kühle Räume aufzusuchen und kalte Getränke zu genießen. Allerdings lassen wir nicht jeden rein. Die Gartenvögel zum Beispiel nicht. Die müssen draußen bleiben und mit der Hitze zurechtkommen. Weil wir nett sind, machen wir den Vögeln ein paar Badeangebote.

Der ausgediente Deckel eines Windeleimers,  ein großer Untersetzer, für den es gerade keinen Aufsetzer gibt, sogar eine eigens gekaufte Vogeltränke, die allerdings völlig ignoriert wird. Offenbar mögen unsere Gartenvögel eher unsere improvisierten Lösungen. Okay, die Vogeltränke wird jetzt von Insekten genutzt, die in den beiden anderen Vogelbädern jämmerlich ersoffen. Also sie wird natürlich nicht von denen genutzt, die da schon ertranken, sondern von anderen, die rechtzeitig erkannten, dass es nun ein geeigneteres Angebot gibt.

Gerade an heißen Tagen herrscht ein reger Badebetrieb und es lässt sich schön beobachten, was für eine Rang-, möglicherweise auch Hackordnung es bei diesen Wildvögeln gibt. Amseln und Stare zelebrieren ihre Bäder.

Zum Beispiel diese Amsel: Sie setzt sich zunächst vorsichtig auf den Rand, nimnt den einen oder anderen Schluck und setzt dann ein Bein ins Wasser, vermutlich um zu überprüfen, ob die Temperatur stimmt. Dann steht sie für einen Moment mitten in der Wanne, betrachtet die Welt und lässt sich von der Welt betrachten, bevor sie sich hemmungs- und rückhaltlos ins Badevergnügen stürzt. Unter wildem Flügelschlagen spritzt sie sich das Wasser über Kopf und Rücken, gleich nochmal, bricht ab und setzt sich wieder auf den Rand.

Ein Blick auf die wartenden Kleinvögel: Meisen, Sperlinge, mal ein Hausrotschwanz oder ein Rotkehlchen. Dann zurück ins Wasser Weiterlesen

Heiß

Bild: Manfred Voita

Es ist heiß. Ein Gewitter kündigt sich an, ist eigentlich auch längst angekündigt. Aber die Wetter-App liegt schon seit Tagen daneben. Vielleicht sind es auch die Gewitter, die danebenliegen. Hier kommt nichts an. In Münster Blitz und  Donner, auf dem Weg hierher gießt es, hier: Null.

Gelbes Licht, dichtes grünes Laub vor tiefdunklem Himmel. Dramatisches Wolkenspiel. Großartige Ouvertüre, dann fernes Grummeln und ein paar Regentropfen. Die Vorstellung ist abgesagt.

Kurze Nächte mit wenig Schlaf. Erst zu warm, um einzuschlafen, dann zu laut, um auszuschlafen.  Singvögel? Schreihälse! Woher holen diese kleinen Krakeeler eigentlich die Töne? Die Lautstärke! Da ist doch kaum Körper, kaum Klangkörper. Okay Google?  Also es sind Luftsäcke im Vogelkörper. Deshalb singt und atmet das Tier gleichzeitig und kann ordentlich Druck machen. Bis es erschöpft ist. Dann geht es zum Feierabend wieder weiter.

Alles nur Sopranistinnen und Countertenöre. Weiterlesen