Badetag

Komischer Vogel
– eigenes Foto –

Es ist heiß draußen und da ist es besonders angenehm, nicht draußen zu bleiben, sondern kühle Räume aufzusuchen und kalte Getränke zu genießen. Allerdings lassen wir nicht jeden rein. Die Gartenvögel zum Beispiel nicht. Die müssen draußen bleiben und mit der Hitze zurechtkommen. Weil wir nett sind, machen wir den Vögeln ein paar Badeangebote.

Der ausgediente Deckel eines Windeleimers,  ein großer Untersetzer, für den es gerade keinen Aufsetzer gibt, sogar eine eigens gekaufte Vogeltränke, die allerdings völlig ignoriert wird. Offenbar mögen unsere Gartenvögel eher unsere improvisierten Lösungen. Okay, die Vogeltränke wird jetzt von Insekten genutzt, die in den beiden anderen Vogelbädern jämmerlich ersoffen. Also sie wird natürlich nicht von denen genutzt, die da schon ertranken, sondern von anderen, die rechtzeitig erkannten, dass es nun ein geeigneteres Angebot gibt.

Gerade an heißen Tagen herrscht ein reger Badebetrieb und es lässt sich schön beobachten, was für eine Rang-, möglicherweise auch Hackordnung es bei diesen Wildvögeln gibt. Amseln und Stare zelebrieren ihre Bäder.

Zum Beispiel diese Amsel: Sie setzt sich zunächst vorsichtig auf den Rand, nimnt den einen oder anderen Schluck und setzt dann ein Bein ins Wasser, vermutlich um zu überprüfen, ob die Temperatur stimmt. Dann steht sie für einen Moment mitten in der Wanne, betrachtet die Welt und lässt sich von der Welt betrachten, bevor sie sich hemmungs- und rückhaltlos ins Badevergnügen stürzt. Unter wildem Flügelschlagen spritzt sie sich das Wasser über Kopf und Rücken, gleich nochmal, bricht ab und setzt sich wieder auf den Rand.

Ein Blick auf die wartenden Kleinvögel: Meisen, Sperlinge, mal ein Hausrotschwanz oder ein Rotkehlchen. Dann zurück ins Wasser Weiterlesen

Form und Inhalt

Von Creator:François-Nicolas Martinet fils – Martinet, Histoire des oiseaux, peints dans tous leurs aspects, pl. 19, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56710701

Es hatte mal wieder nicht geregnet. Unser Rasen, gut, die Grünfläche hinter dem Haus, okay, das Grün nehme ich auch zurück, also: Die Fläche hinter dem Haus, die unter günstigeren Bedingungen als Rasen bezeichnet werden könnte, zeigte sich in allen möglichen Farben, von denen uns keine gefiel.

Dunkelbraun, fast schwarz das Moos, kräftig grün der Klee, hellbraun die Erde, die wie kahle Stellen durch lichter werdendes Haar lugte und schließlich gelblich das Gras. Ich vermute ja, dass die Graspflänzchen, die zwischen all dem Kraut um einen Platz ringen, ein Gespür dafür haben, dass ich nicht voller Liebe über die Fläche schreite, dass sie meine unterschwellige Ablehnung ahnen und darauf mit Wachstumsverweigerung reagieren, dass der Rollrasen sich wieder aufrollen und dann trollen möchte, müsste er nicht befürchten, dann im Licht der Sonne zu Staub zu zerfallen wie Graf Dracula.

In solchen Fällen wird gegossen. Nicht regelmäßig, aber immer dann, wenn die Bambusblätter sich einrollen und der letzte Rest Feuchtigkeit in der Vogeltränke eine teerähnliche Konsistenz aufweist. Ich schritt also langsam mit einer Art Brause am Stiel über die staubige Fläche und goss.

So führte

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