Hamm: Sprotte und andere komische Vögel

Paula Modersohn-Becker [Public domain], via Wikimedia Commons

Künstlerkolonien wurden, was nicht weiter verwunderlich ist, wenn man an das ausklingende 19. Jahrhundert denkt, fast ausschließlich von Männern gegründet. Dann zogen Frauen nach, als Malweiber, wie sie abschätzig genannt wurden. Groupies, dachte ich in Ermangelung eines passenderen Begriffs – und ebenso geringschätzig. Bis ich eines anderen, eines besseren belehrt wurde.

Bis heute hat sich wenig daran geändert, dass, wer eine Karriere als bildender Künstler anstrebt, eine möglichst renommierte Hochschule besucht und eine gediegene Ausbildung absolviert. Frauen war dieser Weg im 19. und frühen zwanzigsten Jahrhundert schlicht verwehrt. Die Alternative waren private Kunstschulen. Nun mag man sich durchaus die Frage stellen, ob die akademische Malerei jener Zeit, wie sie an den Kunstakademien gelehrt wurde, die Mühen eines Studiums wert war, doch darum geht es überhaupt nicht. Weiterlesen