Osterbrink und das Betriebsfest

Dr. Averkamp starrte aus dem Fenster. Es war schon dunkel und selbst aus den oberen Etagen war nichts mehr zu sehen, was der Mühe wert gewesen wäre, nicht einmal für einen weitblickenden Mann wie den leitenden Polizeidirektor der Kreispolizeibehörde in Warendorf. Aber Averkamp wollte einfach nicht in die andere Richtung sehen, dort, wo Kommissar Osterbrink saß und Bericht erstattete.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Eine Belobigung hatte Osterbrink in all seinen Dienstjahren noch nicht erhalten und Dr. Averkamp war wirklich milde gestimmt, als er Osterbrink zu sich gebeten hatte. Doch dann hatte Osterbrink erzählt, wie er auf dem August-Wessing-Damm den Deckel seiner Thermoskanne verloren hatte, gerade als er in die Andreasstraße abbiegen wollte und als er sich eben danach bückte, war ihm der Schmerz so durch den Rücken geschossen, dass er Gas- und Bremspedal verwechselt und ein Auto gerammt hatte, das aus einer Querstraße angerast kam und sich anschließend als das Fluchtfahrzeug eines bundesweit gesuchten Gangsterpärchens erwiesen hatte. Hexenschuss, hatte Osterbrink seinen Bericht abgeschlossen.

„Schreiben Sie Ihren Bericht, aber lassen Sie bloß den Quatsch mit der Thermoskanne und dem Hexenschuss weg, sonst können Sie die Belobigung knicken und werden strafversetzt, ist das klar, Osterbrink?“

War es nicht, weil: Was sollte er denn nun berichten? Aber dieses Problem war gleich darauf  vergessen, denn bei dem ganzen Stress hatte Osterbrink das Betriebsfest völlig verdrängt. Weiterlesen