Ab durch die Mitte

von Vorwärts (Vorwärts) [Public domain], via Wikimedia Commons

„Zeit für mehr Gerechtigkeit“ fordert ein gewisser Herr Schulz, der in diesem Jahr für die Rolle des Kanzlerkandidaten gecastet wurde, während die Rolle der Kanzlerin ja bereits langfristig vergeben ist. Da inländisch keine geeigneten Bewerber mehr zu finden waren, weil in diesem Jahr der Posten des Vizekanzlers aus der Stellenbeschreibung gestrichen wurde, zudem Oettinger auf seine CDU-Vergangenheit und von und zu Gutenberg auf seine CSU-Zukunft verwiesen hatten, musste rasch eine europäische Lösung her.

Ablösefrei und mit einigen Vorschusslorbeeren kam dieser Herr Schulz aus Brüssel, möglicherweise sogar aus Straßburg, jedenfalls aus einer Stadt, die keinerlei Ambitionen auf die Championsleague hegt. Recht zügig erwies sich, dass die Vorschusslorbeeren in Wahrheit Knallerbsen waren. Selbst die üblichen Schaulustigen, die bei jeder Katastrophe massenhaft auflaufen, wandten sich rasch wieder aufregenderen Ereignissen zu, Steuererklärungen oder Buntstifte anspitzen zum Beispiel. Weiterlesen

Vorwärts, egal wohin!

von Bernd Schwabe in Hannover (photograph), Fritz Gottfried Kirchbach (1888-1942, poster) (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) oder Public domain], via Wikimedia Commons

von Bernd Schwabe in Hannover (photograph), Fritz Gottfried Kirchbach (1888-1942, poster) (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) oder Public domain], via Wikimedia Commons

„Es ist ein Unglück, daß die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie seit dem August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas – : vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen.“

Kurt Tucholsky: 16 Satiren – Kapitel 13

Also wenn das nicht blöd ist! Da regiert Frau Merkel mit ihrer C/D/S/U mit wechselnden Partnern, also in so einer Art politischem Swingerclub und jetzt, wo wir uns langsam daran gewöhnt haben, jede Hoffnung auf Veränderung aufgegeben und das Achselzucken als äußerste Form des außerparlamentarischen Widerstands akzeptiert haben, schickt uns ein gewisser Herr Schulz wieder auf eine emotionale Achterbahn.

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