Kopflos

von Friedrich Schiller [Public domain], via Wikimedia Commons

Machen Sie sich keinen Kopf. Was für ein gedankenloser Ausspruch! Hätte man sich doch einen machen können, aber nein, keiner hat sich einen Kopf gemacht. Es musste, na, es sollte schon der richtige sein und den brauchte man sich ja nicht extra zu machen, der war ja da. War er vermutlich auch, selbst das lässt sich nicht mehr überprüfen.

Weil man alles eingeebnet hat, nachdem man dachte, man habe den richtigen Kopf und als dann klar war, dass es doch der falsche war, da war es eben zu spät. Alles platt gemacht. Typisch natürlich, dass es um Schillers Schädel ging, nicht Goethes, der wusste immer den Kopf oben zu halten und der war auch so gut vernetzt, so nah an den Mächtigen und Zahlungskräftigen, dass es keine Unklarheiten über seine letzte Ruhestätte geben konnte. Die Fürstengruft.

Und weil es Goethe war und ist, der dort ruht, ist es längst die Gruft des Dichterfürsten, in der neben ihm auch noch ein paar Adelige stehen dürfen. Schiller hingegen, nein, er wurde nicht verscharrt, so war das auch wieder nicht, aber der Mann, der als der erste freie Schriftsteller Deutschlands gilt, der nicht nur frei in dem Sinne war, dass er kein Gehalt bezog, sondern Weiterlesen