Unhörbar

Photo by Mohammad Metri on Unsplash

Je älter ich werde, desto weniger Zeit verbringe ich damit, Musik zu hören. Die Selbstverständlichkeit, mit der ich früher das Radio einschaltete, um NDR 2 zu hören, Musik für junge Leute oder später am Nachmittag den Club, ist mir längst abhandengekommen. Je mehr Geld ich für Musik ausgeben konnte, desto weniger gab ich aus. Je teurer die Anlage wurde, desto seltener wurde sie genutzt. Das lässt sich alles vermutlich gut erklären. Irgendwann geht man eben seltener aus, hört nicht mehr, was gerade neu und gut ist, findet vielleicht auch nicht mehr gut, was neu ist und koppelt sich langsam von der musikalischen Entwicklung ab. Ein guter Zeitpunkt, Jazz zu hören. Oder ein paar Konzerte zu besuchen, bei denen ältere Herrschaften auf der Bühne stehen, die ihr Handwerk beherrschen. Was auch wieder nach Jazz klingt.

Übrigens gefiel es mir früher, dass die Künstler*innen ungefähr so alt wie ich waren, meist Weiterlesen

Too old to rock’n roll

von FDSFDS (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

von FDSFDS (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)%5D, via Wikimedia Commons

Dieses Internet, dachte ich und war mir dabei sehr wohl der Tatsache bewusst, dass ich da nicht gerade einen originellen Gedanken produziert hatte. Neben Katzenfotos tragen internetkritische Überlegungen vermutlich erheblich zum weltweiten Datenverkehr bei. Ich schließe mich all diesen Gedanken an und akzeptiere auch Katzenfotos, falls die Katzen dabei ihr Fell anbehalten dürfen und nichts geschieht, was sie anschließend bereuen könnten.

Mein Seufzer galt allerdings einer speziellen Wirkung des Internets, einer, die im Zusammenhang mit Musik steht. Seit ich wieder einen Plattenspieler besitze, höre ich mir oft alte Schallplatten an.

Oh je, wenn ich lese, was ich da schreibe, dann denke ich an den Plattenschrank meines Onkels. Ein poliertes Möbelstück, Nussbaum vielleicht, mit Türen und Klappen, oben drauf ein Radio, in einem Fach ein Plattenspieler, darunter ein Plattenständer, so einer, in den die Singles gestellt wurden. Da stand dann Freddy neben Gitte, Fred Bertelmann mit seinem lachenden Vagabunden neben dem Orchester Billy Vaughan. Außerdem gab es noch ein paar Schellackplatten, Little Richard zum Beispiel. Ob Elvis dabei war, weiß ich nicht mehr sicher.

So ähnlich muss auf meine Töchter wirken, was ich da veranstalte. Weiterlesen