Ja, was denn nun?

 

„Bist du Atheist?“

„Ich glaube nicht.“

 

Auch wenn es nicht in der Unterzeile des Bildes steht: Es stammt von Michelangelo und ist in der Sixtinischen Kapelle zu sehen.

Maarten `t Hart

Mit Bedauern wurde mir bewusst, dass ich nur noch wenige Seiten der Kurzgeschichtensammlung von Maarten `t Hart zu lesen hatte. Jeder, der gern liest, kennt das wohl. Ein Buch geht zu Ende und man muss man Abschied nehmen von einer Welt, die immer vertrauter wurde. Kurzgeschichten verursachen dieses Gefühl gewöhnlich nicht in so starkem Maße, aber „De moeder van Ikabod“ ist sehr autobiografisch geprägt, so dass jeder, der nicht nur „Das Wüten der ganzen Welt“ gelesen hat, in eine bekannte Gedankenwelt eintritt.

Typisch für diesen Autor ist ein meist humorvoller, angenehm selbstironischer, aber auch eigensinniger Blick auf das moderne Leben, auf die Niederlande, aber auch auf den Literaturbetrieb, den Maarten `t Hart mit bösem Spott begegnet.

Kurt Vonnegut hat mit 75 seinen letzten Roman verfasst, der eigentlich auch nicht mehr so recht funktioniert hat. Wie lange schreibt Maarten `t Hart noch, frage ich mich und schaue in seine Biografie. Jahrgang 1944. Vor kurzem habe ich noch ein sehr resigniert wirkendes Interview mit ihm gelesen. Sein Garten verwildert, seine Gesundheit angeschlagen. Und „De moeder von Ikabod“ berichtet aus den letzten Jahrzehnten, von einem Schwedenbesuch Mitte der achtziger Jahre zum Beispiel.

Notiz an mich selbst: Es gibt einen guten Grund, noch mal ganz von Weiterlesen

Kirchen, Kunst & Köttbullar

Foto: Elfie Voita

Zu einer Reise, auch wenn sie nicht als Bildungsreise angelegt ist, gehört notwendig die Besichtigung von Kirchen und Schlössern. Bei einer Schiffsreise ist das nicht anders, besonders dann natürlich, wenn es eine Reise ist, die, nach einem kurzen Anlauf an der schwedischen Ostseeküste, in den Götakanal einmündet und dann, munter zwischen Kanal und Seen wechselnd, Südschweden in westlicher Richtung durchquert.

Kirchen sind vermutlich Pflichtprogramm, um verlorenen Seelen die Chance auf Umkehr einzuräumen, hartnäckigen Leugnern ihre sämtlichen Vorurteile zu bestätigen und kirchen- und kunsthistorisch Interessierten zu zeigen, was sie noch nicht gesehen haben und vermutlich auch nicht unbedingt sehen müssten.

Ich persönlich kann romanisch zuverlässig von romantisch, Barock von Rock’n Roll unterscheiden, bin aber sofort für jede Führung zu haben. Leider muss ich gestehen, dass ich zu diesem nervigen Typ von Gästen gehöre, die Fragen stellen. Bei jeder Führung ist mindestens einer davon dabei. Eine sehr gute Frage, höre ich dann meistens und anschließend wird mir ein kleiner Weg gezeigt, der im Regelfall zu nichts führt. Außer dazu, dass ich Stunden brauche, um die Gruppe wiederzufinden. Weiterlesen