Moore & more

Henry Moore: The Archer, Foto Beek100 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Henry Moore ist in Münster. Also eigentlich nicht. Er ist tot und vermutlich in England bestattet. Vermutlich, das schreibe ich nur, weil ich es nicht weiß, nicht, weil man nicht weiß, ob er bestattet wurde. Da fällt mir natürlich Rahel Varnhagen von Ense wieder ein, die nicht bestattet werden wollte, jedenfalls nicht in einem Grab. Erst 34 Jahre nach ihrem Tod wurde sie schließlich begraben. Und wusch… da wird der Assoziationsgenerator auch schon wieder angeworfen. Bestattung – Knochen. Unangenehmes Thema? Gut, Mittagessen – Knochen. Oder meinetwegen auch im Biologieunterricht. Knochen waren wohl eine Anregung für Henry Moore, sich von der naturalistischen Plastik zu lösen und doch Bezüge zum menschlichen, in der Regel wohl weiblichen Körper zu behalten. Weiterlesen

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Berlin: Rahel Varnhagen von Ense

Foto: Elfie Voita

Foto: Elfie Voita

„Berlin, den 3. November 1819

Es wird eine Zeit kommen, wo Nationalstolz eben so angesehen werden wird, wie Eigenliebe und andere Eitelkeit; und Krieg wie Schlägerei. “

Rahel Varnhagen von Ense: Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde, Bd. 2. Berlin 1834

Ein literarischer Salon… so richtig kann ich mir nicht vorstellen, wie so ein Salon funktioniert hat. Immer von einer Frau, nein, von einer Dame aus gutem Hause geleitet, die durch ihre umfassende Bildung und Eloquenz nicht nur Gastgeberin, sondern auch Zentrum des Salons war. So ein Mittelding zwischen Anne Will, Gloria von Turn und Taxis, Julie Zeh und Sigrid Löffler vielleicht? Und der Salon… ein Poetry Slam oder doch eher das literarische Quartett mit Autorenlesung, Tee mit Rum und Häppchen?

Rahel Varnhagen von Ense, geborene Levin, leitete einen der berühmtesten literarischen Salons. Zwischen 1790 und 1806 und dann wieder ab 1819 lud sie in Berlin die unterschiedlichsten Menschen aus Hochadel, Literatur, Wissenschaft und…ja, heute würden wir es Showgeschäft nennen, in ihren Dachstubensalon ein. Und das in einem jüdischen Haus und unter der Führung einer Frau, die sich ihre Bildung selbst erarbeiten musste, einer Autodidaktin, die nicht nur geistreich plaudern konnte, Weiterlesen