17 Uhr

Bis gestern gab ich mich noch der Illusion hin, dass sich keiner für mich interessiert. Ja, offen gestanden bedauerte ich das sogar. Nicht, dass ich gleich rich and famous hätte sein wollen. Ich bin ja bescheiden, reich zu sein hätte mir schon genügt, bis Kevin Kühnert mir und allen anderen Reichen oder zumindest potenziell Reichen, und das sind wir ja wohl alle, den Spaß am realen oder wenigstens virtuellen Reichtum vergällte. Aber ein wenig Ruhm, gut, wenigstens Aufmerksamkeit, wünschte ich mir schon. Heimlich. Damit ist es aus. Mit der Heimlichkeit. Also jetzt nicht, weil ich das gerade hier herausposaune. Ich weiß schon, welche Reichweite ich mit meinen Beiträgen erziele. Was also ist geschehen?

Ich war auf dem Heimweg, hatte ein paar Stunden gearbeitet und dann den Zug genommen. Übervoll. Nicht ich, der Zug. Unterwegs mit vielen anderen, die auch irgendwo hin wollten. Komisch, das überhaupt noch irgendwer da ist, wenn überhaupt alle immer gerade irgendwo hin wollen. Aber egal. Ich denke so vor mich hin, was manchmal hinderlich ist, wenn man ein Hörbuch hört, weil man eventuell nicht mehr weiß, ob es die eigenen Gedanken sind, die man da gerade denkt oder ob man Weiterlesen