Meinungsstark und faktenschwach

Cooper–Hewitt, Smithsonian Design Museum [Public domain]

Ich kannte mal eine Frau, die Geschichten erzählte und sich wunderte, wenn Menschen sich später bei ihr beschwerten, weil manches nicht so war, wie sie es erzählt hatte. Dabei hatte sie sich überhaupt nichts Böses dabei gedacht, wenn sie ihre Geschichten erzählte. Sie log nicht, sie dachte sich auch nichts aus, sie erzählte einfach, was sie für wahr hielt, also ihre Interpretation dessen, was sie sah, hörte und erlebte. Ihr Problem mit ihren Mitmenschen löste sich in Wohlgefallen auf, als ihr jemand vorschlug, sie solle doch einfach in Zukunft ihre Geschichten mit „Ich denke“ oder „Meiner Meinung nach“ beginnen.

Wenn ich gerade in freundlicher Stimmung bin, dann denke ich, dass unseren Medien damit auch schon geholfen sein könnte. Natürlich sind Journalisten davon überzeugt, dass wir als Publikum im Schnitt ahnungslos sind und Nachrichten nicht verstehen können, wenn man uns nicht gleich dazu sagt, wie man eine Nachricht einzuordnen hat. Wenn man Weiterlesen

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