Maulen

von Florian-Zet (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

von Florian-Zet (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Manche haben Haustiere: Hunde, Katzen, Fische, Vögel oder was sonst des Menschen Begehren sein mag . Mehr oder weniger zahm. Andere haben Ungeziefer, also Tiere, die nicht als Opfer geeignet sind, was diesen Lebewesen wiederum wenig nützt, denn auch wenn sie ihr Leben auf keinem Altar lassen, so fallen sie in großer Zahl unserem Unwillen zum Opfer, unserem Abscheu, unserer Angst: Fliegen, Mücken, Spinnen, Flöhe, Läuse, Kakerlaken – Heuschrecken. Biblische Plagen!

Da können wir nicht mithalten. Wir haben kein Haustier, gut, unser Quantum Ungeziefer teilt sich Haus und Garten mit uns, aber was uns unterscheidet, abhebt von unserer Nachbarschaft, ist der Maulwurf.  Wir haben einen Maulwurf.  Das stimmt so nicht, einen Maulwurf hat man nicht… oder vielleicht doch? Man sagt ja auch, man habe die Grippe, dabei hat einen die Grippe. Den Maulwurf haben wir, um diese Hürde zu überwinden, im Garten. Und ich neige dazu, zu schreiben: in seinem Garten. Unserer ist er nur noch im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs und des Grundbuchs, aber längst haben wir alle Kontrolle, jede Macht über diesen Garten verloren.

Einen Garten, Weiterlesen

Spinne am Morgen

Foto: Leonie Voita

Foto: Leonie Voita

„Das Sprichwort Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen,Spinne am Abend erquickend und labend bezieht sich nicht, wie meist irrtümlich angenommen, auf die Spinnen, mit denen die Menschen teilweise ihr Zuhause teilen, sondern auf die schöpferische Tätigkeit des Spinnens. Die Vermutung, dass also eine des Morgens gesehene Spinne Unglück bringe, ist reiner Aberglaube und geht auf eine Fehlinterpretation zurück.“ Wikipedia

Das Exemplar auf dem Foto, übrigens von beeindruckender Größe, sahen wir heute morgen im Carport. Obwohl wir nicht einmal drei Kilometer entfernt von unserem ehemaligen Haus in Warendorf leben, finden wir hier eine deutlich veränderte Fauna vor. Die Insekten sind größer und der Maulwurf in unserem Garten schreckt vor nichts zurück.

 

Kurzgeschichte: Abkürzungen

Selbstverständlich war es unvernünftig von ihr, nachts allein über den Friedhof zu gehen, aber was würde aus der Welt, was würde vor allen Dingen aus all den Geschichten, wenn Menschen sich nur noch vernünftig verhielten? Außerdem: was war denn schon dabei? Wovor sollte sie sich denn fürchten? Und wieso stellte sie sich überhaupt diese Fragen? Umkehren? Dafür war es jetzt zu spät, der Rückweg wäre mindestens ebenso lang, also…
„Sie haben Post.“
Er zuckte zusammen, als käme die Stimme direkt aus dem Grab, dabei war es nur sein E-Mail-Programm, das ihm den Eingang einer neuen Nachricht meldete. Störungen haben Vorrang, lautete eine Regel der Sozialpsychologie, er konnte jetzt unmöglich weiter schreiben, ohne sich vergewissert zu haben, wer ihm da was mitzuteilen hatte.
Amazon hatte mal wieder einen ganz persönlichen Buchtipp für ihn. Die Dornenvögel. Na klar, nur weil er seiner Frau die DVD zum Geburtstag geschenkt hatte, würde er jetzt auch noch diese Schnulze lesen wollen. Und dafür brach er mitten Weiterlesen