Aufgemerkt und weggehört

Eckenstehender Nante kehrt immer wieder. Viele Berliner Strassenecken waren mit einem steinernen "Prellbock" gesichert.

Bundesarchiv, Bild 146-1976-141-11 / Hoffmann / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons

Lunapark von Volker Kutscher war durch. Ich war zu Beginn der Reihe, in deren Mittelpunkt der Kriminalpolizist Gereon Rath steht und die während der Weimarer Republik und zur Zeit der Nazidiktatur spielt, sehr angetan.

Natürlich kannte ich schon die Berlin-Trilogie von Philip Kerr, die inzwischen, wie ich gerade feststelle, deutlich angewachsen ist. Vaterland von Robert Harris dachte den Nazi-Staat weiter, spielte mit der Frage, wie die Gegenwart aussehen könnte, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte.

Ich nahm immer an, dass für einen deutschen Autoren der Umgang mit der NS-Zeit komplizierter sein müsste, einfach, weil wir keinen einfachen Umgang mit der Katastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts haben könnten. Dachte ich. Inzwischen geht da einiges, der Horror ist komödienreif geworden. Auch wenn mir davon Weiterlesen

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Leipzig 2016 (2)

Was macht man eigentlich auf einer Buchmesse? Lesen doch wohl nicht. Jedenfalls keine Bücher. Diesmal hatte ich die App der Leipziger Buchmesse auf dem Handy, unpraktisch, wie sich herausstellte. Immer wieder die Passwort-Abfrage, das Aufrufen der App, Verzögerung, dann die Merkliste. Der Katalog war allerdings auch nicht besser. Leipzig liest. Eigentlich wird Leipzig vorgelesen. 3.200 Veranstaltungen an fünf Tagen, viele davon auf dem Messegelände, aber auch an diversen Orten in der Stadt. Wir hatten uns für FLUTCH entschieden, den Abend mit flämischen und niederländischen Autoren. Saskia de Coster und Leon de Winter waren die bekanntesten Künstler an einem Abend, der nicht rundum gelang. Nicht alle beherrschten das Deutsche so sicher, dass ihnen zuzuhören ein Genuss war. Gerade Lyrik lebt von jedem einzelnen Wort, Weiterlesen