Leipzig 2016 (1)

Hulsdonck,_Jacob_van_-_Breakfast_piece_with_a_fish,_ham_and_cherries_-_1614Von Jacob van Hulsdonck – [2], Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6860848

Warum eigentlich wieder?

Vor einem Jahr waren wir auf der Buchmesse in Leipzig, es war interessant, es war anstrengend und es war zu kurz. Das gilt für unseren Besuch in diesem Jahr auch. Zwölf Stunden, mit den Transfers in Leipzig wohl eher 14 Stunden im Bus.

Frühstück im Hotel. Ein Kapitel für sich. Ich frühstücke gern. Brötchen, Käse, ein Ei, Orangensaft, Tee, Zeit und, ja, ich gestehe, auch eine Zeitung. Nicht gleich, nicht vor dem Ei. Und das Ei nicht vor dem ersten halben Brötchen. Offenbar bin ich doch schon ganz schön geprägt von meinen Gewohnheiten.

Im Hotel: Ein Frühstückssaal, auch wenn er Wintergarten heißt. Ein Hotel, das vermutlich nur zu Messezeiten gut besucht ist, Weiterlesen

Leipzig? Frankfurt? Oelde!

Ich muss jetzt an dieser Stelle mal ein bisschen Reklame machen. Das westfälische Literaturmuseum Haus Nottbeck in Oelde, nicht gerade zentral gelegen, aber im Vergleich zu Frankfurt und Leipzig quasi um die Ecke, ist in diesem Jahr wieder Gastgeber für text & talk.

logo textIch zitiere einfach mal aus der Ankündigung:

„text & talk – Die NRW-Messe für unabhängige Buchverlage wird am Samstag, 12. September 2015, mit einer abendlichen Auftaktveranstaltung eröffnet.

Zur Einstimmung auf die Messe stellt sich die renommierte Berliner „Edition Tiamat“ um 19.30 Uhr als Gastverlag vor. Mit Wiglaf Droste, Ralf Sotscheck und Verlagsgründer Klaus Bittermann stehen drei Meister des schwarz-geschliffenen Humors auf der Bühne. Ganz in der Tradition von Drostes legendärer Satire-Reihe „Nottbeck City Limits“ darf man sich auf einen höchst unterhaltsamen Abend freuen.
Der text & talk Messetag beginnt am Sonntag, den 13. September 2015 um 11 Uhr. Ihr habt die Möglichkeit das spannende Programm von ca. 40 ausstellenden Verlagen kennenzulernen. Weitere Neuerungen im Programm sind eine Literatursprechstunde mit dem Autor Oliver Uschmann und zwei Sonderausstellungen. Gitte Klisa stellt ihre Künstlerbücher aus und die Ausstellung „bibliophil, engagiert, einzigartig“ widmet sich großer westfälischer Literatur in kleinen Verlagen, jenseits des Mainstreams mit kleinen Auflagen und viel Liebe zum Detail.“

Dass klein und fein durchaus zusammengehen, beweist gerade der bei text & talk präsente Verbrecher Verlag, dessen Autorin Anke Stelling mit ihrem Roman „Bodentiefe Fenster“ auf der Longlist des Deutschen Buchpreises steht.

Das Programm kann sich sehen lassen, neben Oliver Uschmann ist auch Erwin Grosche zu Gast, der Fachbereich Design der FH Münster macht was zum Thema Illustration und Bücher können nicht nur von den Ausstellern, sondern auch auf dem gleichzeitig stattfindenden Büchermarkt gekauft werden. Was braucht es denn noch an Argumenten? Eines natürlich: Eintritt frei!

https://www.facebook.com/LiteraturmuseumHausNottbeck

Leipzig. Eins

Fünf Hallen, in denen es um Literatur geht: Das ist die Buchmesse in Leipzig. Nein, das stimmt so nicht, denn dieses große Fest geht weit über diese Hallen hinaus, die Stadt verwandelt sich in einen Ort der Bücher.

Der Veranstaltungskalender lässt mich verzweifeln, wohin will ich, wohin soll ich, wohin kann ich denn überhaupt? Gehe ich Promis gucken oder lasse ich mich auf Neues ein, unbekannte Autoren, Genres, mit denen ich sonst eher keine Berührung habe? Ich plane lange, suche Adressen, ermittele die Wege, bereite unsere Entscheidungen gründlich vor. Dann ist es so weit, wir gehen essen. Ach so, das muss ja auch wohl sein. Auerbachs Keller. Oder so gut wie. Beinah Auerbachs Keller. Also direkt nebenan. Dann geht alles ganz schnell… bis auf das Essen, das dauert, aber die Zeit, die rast. 19:50 Uhr.

Jetzt aber los, was geht noch? Ulla Hahn liest im Alten Rathaus, das ist gleich um die Ecke, das können wir schaffen. Schaffen es auch, bekommen sogar noch Sitzplätze. Irgendwo da vorn muss Ulla Hahn sein. Immerhin, hören kann man sie. Ich kann sie sogar sehen, also nicht so, dass ich sie wiedererkennen würde, wenn sie mir gleich über den Weg liefe.

Dann liest sie aus „Spiel der Zeit“ und alles ist gut. Ich lasse mir gern vorlesen. Im Gespräch mit Joachim Scholl ist Ulla Hahn präzise, nachdenklich aber auch witzig. Ganz offensichtlich hat sie Lust darauf, aus ihrem Buch zu lesen, auch wenn manch einer im Publikum schon unruhig wird, vielleicht zum nächsten Termin oder einfach zur Bahn muss. Darf’s noch ein bisschen mehr sein? Aber gern.