Darf es etwas mehr sein?

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Die Läden meiner Kindheit – Ein Erzählprojekt von Jules van der Ley

Es ist wie es ist, denken Kinder wohl. Das heißt, sie denken es nicht ausdrücklich, aber sie sehen die Welt so. Was ist, muss so sein. Und so hatten Straßen einen Namen, Geschäfte einen Namen und der Name gehörte zu der Straße und konnte nicht irgendwoher kommen, von einem anderen Ort. Die Hovestadtstraße hieß eben Hovestadtstraße. Punkt. Das es Straßen gibt, die nach Menschen heißen und Menschen, die wie Orte heißen… dieses Durcheinander herrschte in meinem Kopf nicht.

Die Bolohstraße war unsere Straße, da wohnten wir. Eine Bedeutung hinter dem Namen habe ich nie gesucht – und gerade in aller Eile auch nicht gefunden. Bestimmt was Niederdeutsches, irgendein Flurname. Unser Flur hatte keinen Namen, der hieß Flur – oder Diele. Die Bolohstraße hinauf, vorbei an mehreren Wohnblocks, dann zwischen Feldern einen kleinen Hügel hoch. Auf der Anhöhe lagen zwei Läden, links ein Edeka, in einer Sackgasse gegenüber ein winziger Laden in einem Wohnhaus, in einem Zimmer: Naschereien und Eis!

Den Namen des Lebensmittelladens habe ich mir gemerkt, vermutlich, Weiterlesen

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