nearer to thee

Riksarkivet (National Archives of Norway) from Oslo, Norway [No restrictions]

Wie nah kommt man einem toten Künstler? Ein Thema, das mich immer wieder mal bewegt. Eigentlich immer, wenn ich mich mit einem toten Künstler beschäftige. Bei lebenden Künstlern, das fällt mir gerade auf, stelle ich mir nie die Frage, wie ich ihnen nahe kommen könnte „Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“ hat der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière mal gesagt. Soweit würde ich nicht gehen. Möglicherweise ist es so, dass es Antworten auf diese Frage gäbe, die mir nicht gefallen würden.

Zum Beispiel die, dass es möglich sein könnte, ihnen nahe zu kommen und aus der Frage, wie ich die Nähe herstellen kann, die Frage würde, was ich mit dieser Nähe anfangen möchte. Arno Schmidt ist tot, Rembrandt ist tot. Maarten t‘ Hart und Dirk de Keyzer leben. Ihre Anschriften sind zu ermitteln, es wäre möglich, zumindest Weiterlesen

Hamm. Lieblingsorte?

von Dirk Vorderstraße (Abriss Horten Hamm) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

von Dirk Vorderstraße (Abriss Horten Hamm) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

Es hängt doch wieder alles mit allem zusammen. Man kann kaum einen Satz schreiben, ohne dass sich Bezüge auftun, die man nicht erwartet hatte.

Klaus Mann und sein Mephisto, also die Geschichte eines Schauspielers, der sich während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft um seiner Karriere willen bei den Mächtigen anbiederte und sogar die Freundschaft Görings suchte und fand, fallen mir ebenso ein wie Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker.

Doch der Reihe nach.

Im Gustav-Lübcke-Museum Hamm findet vom 18.Dezember 2016 bis 21.Mai 2017 die Ausstellung  „Von Worpswede bis Hiddensee, Lieblingsorte – Künstlerkolonien“ statt. Zu den Lieblingsorten zählt Hamm eher nicht. Hamm muss man nicht kennen, kennt man aber, wenn man von Nord nach Süd oder Ost nach West fährt, weil es ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt ist, vor allem dann, wenn man mit der Bahn unterwegs ist. Außerdem war ich dort lange berufstätig, ein weiterer Grund, Hamm nicht kennen zu müssen.

Es gibt Menschen, die diese Stadt lieben. Bestimmt gibt es die. Aber man muss schon eine ausgeprägte Leidensfähigkeit mitbringen oder aber den Blick für das Schöne, das Liebenswerte im Detail – und die Bereitschaft, dieses Detail lange zu suchen. Ich will nicht übertreiben, nach zehn Jahren in der Stadt habe ich wirklich auch einige hübsche Ecken entdecken können. Das Gustav-Lübcke-Museum gehört dazu. Nun sind wir nicht so kulturbeflissen, dass wir nach Hamm gefahren wären, um die aktuelle Ausstellung zu sehen, aber weil wir schon mal waren…

Sieben Malerkolonien, die um 1900 existierten, werden vorgestellt. Worpswede kennt eh jeder, schon wegen Paula. Hiddensee und Arenshoop, ja, sind mir schon mal untergekommen.  2011 in der Schweriner Ausstellung „Sommergäste“. Und nein, wir waren nicht wegen der Kultur in Schwerin, sondern wegen des Tages der Deutschen Einheit, was natürlich auch wieder nicht richtig ist, sondern nur wegen des Feiertags, also des freien Tags, den wir um ein paar Urlaubstage ergänzt zu einem Kurzurlaub in Boltenhagen genutzt haben. Aber muss ich denn wirklich alles erklären? Heikendorf, Schwan, Nidden und Ferch am Schwielowsee: Nie gehört! Und die meisten der 40 Maler, deren Bilder gezeigt werden, sind mir ebenfalls unbekannt. Was nicht gegen die Maler spricht. Das Plakat zur Ausstellung gibt es hier:

Klicke, um auf Plakat_Kuenstlerkolonien.pdf zuzugreifen

Und alles andere gibt es später.

Übrigens ist das Bild natürlich eine Unverschämtheit von mir. An Stelle des alten Kaufhauses steht jetzt das Heinrich-von-Kleist-Forum und diese Ecke ist eine der vorzeigbarsten der Stadt!