Robert B. Parker: Spenser

By Manchester (N.H.) Library [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0) or CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

Was ist eigentlich so toll an Serien, frage ich mich, denn ich schaue mir keine an. Das ist ein hinreichender Grund, keine eigene Antwort auf diese meine Frage formulieren zu können. Andererseits bin ich durchaus Serienjunkie, allerdings geht es dabei um literarische Serien. Gut, ich wäre bereit, hier einen etwas erweiterten Literaturbegriff zu gestehen, denn meist geht es bei den Serienautoren dann doch um Krimis.

Das Tolle an diesen Serien ist, für mich zumindest, die Vertrautheit mit dem Personal, mit literarischen Figuren, denen man wie alten Bekannten begegnet, die eine neue Geschichte zu erzählen haben. Wie bei anderen Bekannten, die gerade etwas erlebt haben, hat es wenig Sinn, aus dem eigenen Alltag zu plaudern, sie hören eh nicht zu.

Außerdem entlastet es natürlich ganz erheblich, wenn man Autoren gefunden hat, die einen Nerv treffen, statt auf die Nerven zu gehen. Deshalb ist es eine große, nicht akzeptable Schweinerei, wenn solche Menschen sterben. Auch wenn sie nach ihrem Tod offenbar weiterhin aktiv bleiben, wie das bei Robert B. Parker der Fall zu sein scheint. Die Krimi-Couch berichtet jedenfalls über ihn: „1956 heiratete er Joan Hall; die Ehe, aus der zwei Söhne hervorging, hält trotz diverser Schwierigkeiten (die Eingang in Parkers Romanwerk fanden) bis heute.“

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Mit aller Gewalt

Vor der Tür liegt Schnee, auf meinem Schreibtisch Neonregen. Ging nicht anders, musste ich einfach mitnehmen. Neonregen ist der Titel eines Kriminalromans von James Lee Burke. Es ist der erste aus einer Reihe von mittlerweile zwanzig Bänden, die allerdings nicht alle auf Deutsch erschienen sind.

Der Bielefelder Pandragon Verlag hat sich dieser Reihe angenommen. Warum er allerdings die Bücher nicht in der Reihenfolge des Erscheinens veröffentlicht, ist mir ein Rätsel. Band 2 liegt auch vor, dann tut sich eine Lücke auf. Ich mag Reihen, ich mag es aber auch, die Reihenfolge einzuhalten.

Genug gemeckert. Neonregen hat mir gefallen. Ein düsterer Krimi, der in den Südstaaten angesiedelt ist, genauer in New Orleans. Ich war noch nicht dort, streichen wir das noch, ich will ja eigentlich auch nicht hin. Burke beschreibt das Leben dort so anschaulich, dass mir beim Lesen heiß wird und ich einen Dr. Pepper bestellen möchte. Und schmutzigen Reis. Ich bedauere es allerdings, dass ich nachgeschaut habe, was das ist.

Egal. Es gibt eine Menge Gewalt in diesem Buch, niemand ist so richtig gut, Weiterlesen

Aufgemerkt und weggehört

Eckenstehender Nante kehrt immer wieder. Viele Berliner Strassenecken waren mit einem steinernen "Prellbock" gesichert.

Bundesarchiv, Bild 146-1976-141-11 / Hoffmann / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons

Lunapark von Volker Kutscher war durch. Ich war zu Beginn der Reihe, in deren Mittelpunkt der Kriminalpolizist Gereon Rath steht und die während der Weimarer Republik und zur Zeit der Nazidiktatur spielt, sehr angetan.

Natürlich kannte ich schon die Berlin-Trilogie von Philip Kerr, die inzwischen, wie ich gerade feststelle, deutlich angewachsen ist. Vaterland von Robert Harris dachte den Nazi-Staat weiter, spielte mit der Frage, wie die Gegenwart aussehen könnte, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte.

Ich nahm immer an, dass für einen deutschen Autoren der Umgang mit der NS-Zeit komplizierter sein müsste, einfach, weil wir keinen einfachen Umgang mit der Katastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts haben könnten. Dachte ich. Inzwischen geht da einiges, der Horror ist komödienreif geworden. Auch wenn mir davon Weiterlesen

Donna Wetta Brunetti

Dieser Brunetti ist… Also lesen kann ich die nicht, tue ich auch nicht, diese Venedig-Krimis, die auf Wunsch der Autorin nicht in Italien erscheinen. Also dieser Brunetti, der ist so ein… aber langsam.

Wie gesagt, ich lese diese Krimis nicht. Zugegeben, ich habe schon Ausnahmen gemacht, aber das ist lange her. Aber eine Freundin versorgt mich mit Hörbüchern, ich fahre Bus und Zug und da sind Hörbücher eine hervorragende Lösung. Und wenn ich dann den Commissario Guido Brunetti auf dem MP3-Player habe, dann höre ich mir auch an, was da passiert. Joachim Schönfeld liest und er ist mir zu sanft, zu leise, zu melodisch. Brunetti ist mir zu zögerlich, zu nachdenklich und seine Ermittlungsmethoden sind so vorhersehbar. Ohne Signorina Elettra und ihre Internetrecherchen ging überhaupt nichts.

Es wird viel Caffè getrunken, gut gegessen Weiterlesen