Schnüffler

von Komul (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Hanna Mandrello hatte 2015 unter http://mandrello.wordpress.com/  eine Schreibaufgabe gestellt, zu der ich einen einen Kurzkrimi verfasst habe. Hier ist er als leicht überarbeitete Wiederveröffentlichung:

„Nach Ihrer Frau ist Ihnen jetzt also auch noch Ihre Haushaltshilfe abhanden gekommen.“
Christiane Alsmann, die direkt hinter dem Staatsanwalt stand, hätte den Aktenstapel fast fallen lassen, so sehr schockierte sie Heimleins Bemerkung. Staatsanwalt Walgenburg hatte Heimleins Büro gerade erst betreten, da wollte er am liebsten schon wieder gehen, aber er brauchte Heimlein. Dieses eine Mal noch. Keine Ahnung, woher Heimlein seine Informationen bezog,  es gab jedenfalls niemanden, der eine vergleichbar hohe Aufklärungsquote hatte. Walgenburg riss sich also zusammen.

Hastig schob die Alsmann sich an Walgenburg vorbei und legte die Akten auf dem freien Schreibtisch ab, während Walgenburg sprach.
„Die Einbruchserie. Kaldenhofer hat sich krank gemeldet, Sie müssen übernehmen, Heimlein.“
„Offenbar hat er von seiner Krankheit gerade erst erfahren, so wütend, wie er da unten über den Parkplatz stapft.“
„Das geht Sie gar nichts an. Wer hier krank ist, bestimme immer noch ich.“ fauchte Walgenburg.

„Der Oberbürgermeister hat mich angerufen. Jetzt haben die Einbrecher ihn auch heimgesucht. Wir brauchen Resultate. Wie sieht denn das aus, die ganze Elite der Stadt wird nach und nach ausgeplündert – und die Polizei sieht tatenlos zu.“
„Nicht tatenlos, nur erfolglos.“ korrigierte ihn Heimlein.
Walgenburgs Mundwinkel zuckten, als er sich wieder der Tür zuwandte, bemüht, nicht die Beherrschung zu verlieren.
„Morgen will ich Ihren Bericht, Heimlein.“ Und leise, so leise, dass nur Christiane Alsmann ihn hören konnte, fügte er hinzu: „Mal sehen, ob du diesen Fall auch durch Handauflegen und Hellsehen löst, Klugscheißer.“ Weiterlesen