Erst Ruhe, dann Stille, dann wieder Ruhe

Foto: Elfie Voita

Holzhäuser, wie man sie in Schweden erwartet. Rot, blau, gelb. Hügel, Flachland, Wald, Wiesen, Dörfer, Städte, menschenleere Gegenden, dann wieder ein Radweg neben dem Kanal. Ein Hof am Horizont. „We dicided it’s a piggery“. Die Engländer haben es auch gerochen. Man kann den Betrieb besser riechen als sehen, obwohl: besser?

Manchmal regnet es, manchmal weht der Wind ziemlich frisch. Macht nichts. Auf dem Brückendeck sitzt man unter einer Kunststoffdecke wie auf einem Ausflugsdampfer. Bestimmt gibt es ein seemännisches Fachwort für dieses Partyzelt, so wie Brückendeck ja auch nur sagt, dass dieser Teil des Schiffs eben hinter der Brücke liegt, dem kleinen Zimmerchen, in dem über das Wohl und Wehe des Schiffs entschieden wird. Falls das nicht doch die Küche ist.

Nichts ist los, aber auch überhaupt nichts. Nur Ruhe und eine undramatische Landschaft. Selbst die Schären in den Seen oder in der Ostsee sind einfach nur schön. Wie bitte soll man denn über so etwas schreiben? Weiterlesen

Vorbereitung ist alles

Eigenes Bild

Vor einer Reise liege ich manchmal nachts schlaflos im Bett. Manchmal minutenlang. Das heißt bei mir etwas, denn im Regelfall schlafe ich schon, bevor mein Kopf das Kopfkissen berührt. Der Flug nach Stockholm, welche Linie war das noch? Chickenwings?

Und die Kabine an Bord der Diana, klein, das weiß ich wohl. Für meine Größe auch ein wenig kurz.

Sauberkeit? Gab es da nicht eine Passage auf der Homepage der Reederei, in der es sinngemäß hieß: „Bedenken Sie, bevor Sie sich beim Personal beschweren, dass die Diana 1931 in Betrieb genommen wurde und dass die Fußnägel, die  Sie im Teppich gefunden haben, möglicherweise von einem schwedischen König oder einem berühmten Literaten stammen könnten.“

Gut, vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet, wer weiß denn schon, was einem so vor dem Einschlafen durch den dummen Schädel schwirrt?

Ein Schiff aus dem Jahr 1931, da ist alles anders, knapper, enger, auch die Bäder. Ha. Bäder. Vermutlich gibt es eine Gemeinschaftsbürste, die an Deck hängt, von sechs bis neun als Zahnbürste zu verwenden, dann wird sie in der Küche als Gemüsebürste und anschließend als Spülbürste benötigt, nach der Mittagspause steht sie zur allgemeinen Verfügung für Haare und Rücken und zwischen Mitternacht und sechs Uhr für die Schuhpflege. Aber bitte nur schwarze Schuhcreme verwenden. Jede andere Verwendung ist mit dem Kapitän abzusprechen.

Muss ich noch darauf hinweisen, dass mit das Erste, das mir an Bord ins Auge fiel, eine an einem Band aufgehängte Bürste war?

Ach übrigens: Ich habe mich gefragt, was in einer Pizzeria, die sich Pandora nennt, wohl auf den Teller kommt. Von einem Anruf würde ich jedenfalls abraten, die Pizza wäre in jedem Fall bei der Anlieferung kalt.

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