Denkfietsen

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Für zwei Tage bin ich Strohwitwer. Heute Morgen las ich noch einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, in dem vor den Gefahren durch die ständige Nutzung des Smartphones gewarnt wurde; achtundachtzig Mal am Tag, so hieß es dort, schauten wir auf das Display. Noch während ich las, fragte mich meine Tochter, die zuverlässig keine Zeitung liest, was denn das Feuilleton sei. Ich verwies natürlich reflexartig darauf, dass sie schließlich des Französischen mächtig sei, gab dann aber eine umständliche Erklärung dessen ab, was ich so unter Feuilleton verstand, während sie prompt ihren Gesundheitszustand zusätzlich gefährdete, indem sie Google fragte. Blättchen. Das heißt Feuilleton.

Warum ich das schreibe? Weil ich diesen Text mit Strohwitwer begann und selbstredend erst nachgeschlagen habe, woher denn nun diese Redensart wieder kommt. Nein, das erkläre ich jetzt nicht, sonst kommen wir hier nie weiter. Ich bin mir auch überhaupt nicht mehr sicher, ob das ein Fluch oder ein Segen ist. Permanent alles wissen zu wollen, schien mir immer eine grundsätzlich positive Eigenschaft, soweit sie sich nicht ausschließlich auf Klatsch und Tratsch beschränkte. Aber jetzt kann man eben auch jederzeit alles wissen, wenn man sich nur die Mühe macht. Weiterlesen