Das letterdook der Everdiena Bielefeld

Foto: Manfred Voita

Manche Familien besitzen Ländereien, Fabriken, Häuser, Aktien, Goldbarren, Schmuck, Gemälde und vererben das alles natürlich an ihre Nachkommen. Wir besitzen ein Letterdook. Man kann es schön finden, man muss nicht. Es ist aber inzwischen gleich mehrfach Teil der Familiengeschichte meiner Frau, also ist es, falls es nicht schön sein sollte, immerhin ein Gegenstand, über den man sich unterhält und das seit mittlerweile 117 Jahren.

Im Jahre 1901 wurde das Letterdook von Everdiena Bielefeld, der Großmutter meiner Frau, in Heesterkante gestickt.  Everdiena Bielefeld wurde am 11.03.1887 geboren, war also 14 Jahre alt, als sie das Tuch anfertigte.

Das Tuch erzählt uns etwas über ihre Familie, die Familie erzählt uns aber noch mehr über das Tuch.

Everdiena, die ich nicht mehr kennenlernen durfte, sie starb ein Jahr, bevor ich meiner Frau begegnete, hatte frühzeitig beschlossen, das Tuch ihrer Enkelin, eben meiner Frau, zu hinterlassen. Everdiena Bielefeld war eine schmale kleine Frau, die einer stattlichen Zahl Kinder das Leben schenkte, ein hartes, von ihrem strengen calvinistischen Glauben geprägtes Weiterlesen