Ausgelacht

Korea.net / Korean Culture and Information Service (Photographer name) / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

Welche Geschichten erzählt man in diesen Zeiten? Geschichten von früher, aus der guten alten Zeit, als wir die Welt noch retten wollten? Als wir glaubten, sie noch retten zu können? Geschichten über die Zukunft, in der alles wieder gut sein wird? Geschichten die Mut machen und die wir nur schwer glauben können? Geschichten über die Gegenwart, von Helden die sich opfern, von Opfern, die in Würde leiden, wenn Hilfsbereitschaft und Klopapier?

Ich glaube, ich will Geschichten, die mich mitnehmen an einen anderen Ort, in eine andere Zeit, Geschichten, die nichts mit Corona zu tun haben. Nicht, weil ich nichts mehr darüber hören will, sondern weil ich ständig darüber höre, sehe und lese, weil da noch Raum für anderes sein muss. Wofür auch immer, wenn es nur gut gemacht ist. Ich will Lachen hören. Ich will in einer Geschichte versinken und in einer anderen Welt wieder auftauchen.

Kann das mal bitte jemand organisieren?

Eine Nummer kleiner

Inzwischen habe ich mich auf allerlei Seiten umgesehen und festgestellt, dass viele Schreibende einen Roman verfassen möchten.

Warum muss es denn immer gleich ein Roman sein?

Dagegen ist zunächst mal ja auch überhaupt nichts zu sagen. Eine eigenständige Veröffentlichung ist eine tolle Sache, die Spiegel-Bestsellerliste, der deutsche Literaturpreis oder eine lobende Erwähnung bei Denis Scheck: Ich will das alles auch, am liebsten sofort.

Mir geht es allerdings so, dass ich Texte mit einer Länge von zehn oder auch zwanzig Normseiten gerade mal bewältigen kann – also die Figuren zusammenhalten, die Geschichte vorwärts bringen und am Ende mit einem Knalleffekt und heiler Haut wieder aus der Nummer raus komme. Natürlich missgönne ich jedem seinen Erfolg und würde schon gern ein allgemeines Schreibverbot verhängen, damit die Nachfrage nach meinen Texten dramatisch ansteigt, doch auch bei mir ist es so, dass ich ganz hervorragende Anfänge für Geschichten in meinen digitalen Schubladen aufbewahre. Ein weißes Blatt kann Angst machen – aber ein guter Anfang ist auch nicht mehr als ein guter Anfang.

Schreiben ist vielleicht eine Kunst aber ganz sicher auch ein Handwerk, da sollten wir nicht gleich mit einem Meisterstück beginnen wollen.

Puh… jetzt ist es raus. Nun die frohe Botschaft: Es ist auch viel leichter, eine Kurzgeschichte in einer Anthologie zu veröffentlichen. Schaut euch im Netz um, es werden ständig Texte gesucht und nichts ist geiler, als sich das erste Mal gedruckt zu sehen (doch, da war noch …*)
*bitte selbst ergänzen