Form und Inhalt

Von Creator:François-Nicolas Martinet fils – Martinet, Histoire des oiseaux, peints dans tous leurs aspects, pl. 19, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56710701

Es hatte mal wieder nicht geregnet. Unser Rasen, gut, die Grünfläche hinter dem Haus, okay, das Grün nehme ich auch zurück, also: Die Fläche hinter dem Haus, die unter günstigeren Bedingungen als Rasen bezeichnet werden könnte, zeigte sich in allen möglichen Farben, von denen uns keine gefiel.

Dunkelbraun, fast schwarz das Moos, kräftig grün der Klee, hellbraun die Erde, die wie kahle Stellen durch lichter werdendes Haar lugte und schließlich gelblich das Gras. Ich vermute ja, dass die Graspflänzchen, die zwischen all dem Kraut um einen Platz ringen, ein Gespür dafür haben, dass ich nicht voller Liebe über die Fläche schreite, dass sie meine unterschwellige Ablehnung ahnen und darauf mit Wachstumsverweigerung reagieren, dass der Rollrasen sich wieder aufrollen und dann trollen möchte, müsste er nicht befürchten, dann im Licht der Sonne zu Staub zu zerfallen wie Graf Dracula.

In solchen Fällen wird gegossen. Nicht regelmäßig, aber immer dann, wenn die Bambusblätter sich einrollen und der letzte Rest Feuchtigkeit in der Vogeltränke eine teerähnliche Konsistenz hat. Ich schritt also langsam mit einer Art Brause am Stiel über die staubige Fläche und goss.

So führte

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Jetzt aber raus

Amédée de Noé / Public domain

Gartenarbeit gehört zu meinen, mhm, wie war das Wort noch, nein, Hobbys war es nicht. Mhm war das richtige Wort am rechten Platz. Es drückt zögernde Zustimmung aus. So lässt sich meine Haltung zur Gartenarbeit beschreiben: zögernde Zustimmung. Ich werde gefragt, ob ich mal eben… Bei meinen Hobbys muss mich niemand fragen, ob ich mal eben…

Ich käme nie von alleine auf die Idee, mir die Hose mit dem aufgerissenen Hosenbein und die Schuhe mit den schiefgelaufenen Absätzen anzuziehen und in den Garten zu gehen, weil die Sonne scheint und da etwas gemacht werden muss. Ich wüsste nicht mal, was da zu machen wäre.

Meine Frau schon. Sie fragt dann, ob ich mal eben… und ich sage mhm. Wenn sie dann anfängt, ihre Hose mit Weiterlesen

Gurkentruppe

 

Wir haben einen Garten, das habe ich gelegentlich schon erwähnt. Keinen Nutzgarten, was natürlich nicht heißen soll, dass unser Garten nutzlos ist. Wir nutzen ihn nur nicht zum Anbau von Obst und Gemüse. Oder doch, schon, aber eher als Randnutzung. Also im räumlichen Sinne, an den Rändern versuchen wir, unseren Garten dazu anzuregen, uns Pflaumen, Gurken, Minze und Rosmarin zu liefern. Eigentlich auch Äpfel, aber wir finden das Bäumchen nicht wieder. Rosmarin schon. Minze ist ein Problem für sich, nein, eher für andere, denn sie verhält sich recht aggressiv und manches Pflänzchen, das sein Auskommen im aufgegebenen Graben gefunden hatte, versucht nun, sich auf den Rasen zu retten.

Es ist schön, einen Garten zu haben. Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Satz einmal schreiben würde, aber es war recht einfach. Also diesen Satz zu schreiben. Es ist nicht einfach, einen Garten zu haben. Ob es schön ist… das hängt von vielen Faktoren ab. Vom Wetter, von der Jahreszeit, von Fauna und Flora, von meiner Tagesform, davon, ob die Wunden vom letzten Versuch, Unkraut zu bekämpfen, soweit abgeheilt sind, dass ich mir gefahrlos neue zuziehen darf. Es gibt aber gute Tage, Weiterlesen