Dornröschen oder die Handwerker

Neulich kaufte mir meine Frau zwei neue Bücher. Nicht nur das, ich durfte sie mir sogar selbst aussuchen. Ich betone das nur deshalb, weil es eher ungewöhnlich ist, dass ich mir etwas aussuchen darf. Meistens bringt sie mir etwas mit. Kleidung zum Beispiel. Wenn ich Glück habe, bringt sie mir zwei Sachen zur Auswahl mit, aber nur dann, wenn sie sich nicht ganz sicher war. Meistens ist sie das.

Ab und zu muss ich natürlich mit, zur Anprobe, weil ich wieder mal aus allem raus gewachsen bin: Wir betreten den Laden, die Verkäuferin kommt auf uns zu, taxiert mich kurz und spricht dann mit meiner Frau. „Was braucht er denn?“ Und dann unterhalten sie sich in einer weiblichen Fachsprache, die sich mir weitgehend verschließt: über Größen, Längen, Qualitäten und was auch immer noch eine Rolle spielen mag beim Erwerb einer Hose, einer Jacke, eines Pullovers oder sonst noch zu erstehender Utensilien. Immer wieder werde ich, werden wir Männer dort unter den fadenscheinigsten Vorwänden („Nur wegen der Größe!“) genötigt, Kleidungsstücke anzuziehen, mit denen wir uns in freier Wildbahn nirgends sehen lassen könnten. Und warum? Weil es Sachen sind, die der gedachte Idealpartner hätte tragen können, Brad Pitt oder George Clooney oder sonst wer. Wir aber, die Durchschnittsmänner, sehen komplett lächerlich darin aus – und das lässt man uns dann auch wissen.

Auf geradezu klassische Art belegt ein Erlebnis, das ich kürzlich in der Umkleidekabine eines Herrenfachgeschäfts Weiterlesen

Sowieso

von MCAD Library (A Drawing-room Tea) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

Ich arbeite seit vielen Jahren fast ausschließlich mit Frauen,

da hat man irgendwann verstanden,

dass Frauen auch nichts Besonderes sind.

Außer für Männer natürlich.

Shopping Queens: Einkaufserlebnisse

Die Feststellung, das männliches und weibliches Einkaufverhalten sich unterscheiden, ist nicht wirklich neu. Es gibt allerdings immer wieder Situationen, in denen dieser Unterschied so deutlich wird, dass er praktisch schon als Text vor mir steht, den ich nur noch abschreiben muss: Was ich hiermit tue.

Ich nehme an, dass bei Frauen bereits bei ihrer Geburt ein auf mysteriöse Weise in ihren Genpool eingeschleuster Vertrag mit dem weltweiten Einzelhandel wirksam wird, der die Verpflichtung beinhaltet, ein Geschäft nicht zu verlassen, ohne jeden angebotenen Artikel prüfend in die Hand genommen zu haben – Tiefkühlkost ausgenommen. Ja, ich gebe zu, dass ich übertreibe. Es ist möglich, dass es Frauen gibt, die das nicht tun, ich habe zwar noch keine gesehen… aber ich lasse mich gern von den Millionen Leserinnen und Lesern dieses Blocks eines Besseren belehren.

Männern ist diese qualvolle Pflicht erspart geblieben, ja, qualvoll, denn so verlängert sich jeder Einkauf beim simpelsten Discounter auf die Dauer einer Expedition, die schon die Mitnahme von Lunchpaketen, einheimischen Führern und Leuchtraketen rechtfertigen würde. Männer hingegen – und ich bin nicht frauenfeindlich – betreten den Laden, steuern zielgerichtet die zwei, drei Artikel an, die auf ihrem Einkaufszettel stehen, zahlen und gehen.
Und was Frauen erst kaufen! Gerade erst erzählte mir eine begeisterte Schuhkäuferin, dass sie Schuhe besitze, die sie nur zum Sitzen tragen könne. Stehen geschweige denn Gehen seien mit diesen Schuhen ausgeschlossen, aber sie wäre so toll, dass sie… aber das sagte ich ja schon. Vermutlich – aber das würde sie sicher leugnen – sind diese Schuhe auch noch mindestens eine Nummer zu klein, weil das einfach besser aussieht.

Schuhe können dein Leben verändern, frag Aschenputtel‘, heißt es in der Schuhwerbung. Allerdings übersieht sie wohl nicht zufällig die Stiefschwestern Aschenputtels, die nur wegen eines zu kleinen goldenen Schuhs eine Zehe, ein Stück der Ferse und später sogar ihr Augenlicht verloren. So, keine Zeit für mehr Text, ich muss los. Shoppen.

Kurzgeschichte: WeibER

Ich sah mich im Kino um und stellte fest, dass ich wieder mal der einzige Mann dort war. Ein Tanzfilm, kein Wunder. Meine Frau hatte mich mitgenommen, meine Töchter waren auch dabei.

Es war mir in letzter Zeit häufiger aufgefallen, dass Männer in meiner Umgebung rar wurden. Am Arbeitsplatz hatte ich es fast ausschließlich mit Frauen zu tun.

Im VHS-Kurs gab es auch nur einen weiteren Mann, der die meiste Zeit über nicht einmal anwesend war und bei kulturellen Veranstaltungen waren es auch immer wieder die Frauen, die die übergroße Mehrheit bildeten.

„Du verbringst eindeutig mehr Zeit mit Frauen, als gut für dich ist!“ sagte meine Frau und meine Töchter nickten sorgenvoll.

„Aber wieso denn?“ fragte ich entrüstet zurück und strich heimlich die Handtasche und die Nachtcreme von meinem Wunschzettel.