Mich fragt ja keiner

Im Online-Portal der Süddeutschen Zeitung nehmen verschiedenen Autoren Stellung zu der Frage, was denn nun eigentlich deutsch sei. Heute las ich ‚Wenn das tiefe Glockengeläut erklingt‘ von Martin Mosebach, Büchner-Preisträger und somit in der deutschen Gegenwartsliteratur geadelt. Nein, ich will nicht einsteigen in diese Diskussion – und doch bin ich natürlich sofort dabei. Dabei ist Mosebach interessant, auch interessant, um eigene Positionen zu überprüfen, sich an ihm zu reiben.

Bei Mosebach geht es – wie bei einem Schriftsteller wohl kaum anders zu erwarten – um Sprache. Natürlich auch um den Begriff der Nation, den Nationalismus, um… ach, wer es wissen will, soll es halt selber lesen. Er endet aber – und das war es, was mich überraschte – mit seinem Gefühl von Heimat. Ist das nicht etwas völlig anderes? Ist Heimat nicht für jeden von uns etwas sehr Persönliches, nicht an die Nation oder die Sprache, die Kultur oder die Geschichte Gebundenes? Hat den nur der Deutsche eine Heimat? Weiterlesen