Weihnachtsgeschäft

Ein Konzert in Bielefeld. In der Oetkerhalle. Dr. Oetker war jemand, dem man nicht vorwerfen konnte, sein Geld verpulvert zu haben. Ganz im Gegenteil. Nach seinem Sohn Rudolf wurde die Halle benannt. Also nicht Rudolf-Halle, sondern Rudolf-Oetker-Halle. Es sind nur etwa 50 Kilometer bis Bielefeld, aber wir sind eher selten dort. Münster, dann mit ziemlich großem Abstand Osnabrück, na, wohl eher Enschede, dann Osnabrück, nein, Düsseldorf, dann Osnabrück und dann immer noch nicht Bielefeld. Dabei liegt Bielefeld am Teutoburger Wald, also für unsere Verhältnisse im Gebirge. Die Halle soll eine hervorragende Akustik haben, nicht nur deutschlandweit, sondern weltweit für ihren guten Klang berühmt sein. Es ist ein Gebäude aus den zwanziger Jahren, nach dem Krieg wiederaufgebaut und modernisiert. Wir sind selten in städtischen Theatern oder Konzertsälen, eher mal im Kino oder in im Theater am Wall, einem ehemaliges Kino, das zu einem Veranstaltungsort ausgebaut wurde. Uns beeindrucken also Räumlichkeiten, die eine großbürgerliche Eleganz ausstrahlen.

Das Publikum hat sich entsprechend gekleidet. Nein, einige haben sich so angezogen, als gingen sie zu einer Weihnachtsgala. Nicht dass Weiterlesen

Bielefeld, 19:30 Uhr

​German Wikipedia Benutzer Jens Rusch [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)%5D

Bernd Rauschenbach und Joachim Kersten stehen vor der Tür der Stadtbücherei Bielefeld. 19:30 Uhr. Es ist eiskalt. Arno Schmidt selbst hat es bis heute kaum mal in die Stadtbüchereien geschafft, die ganz großen mal ausgenommen. Na, Humor müssen sie haben, ist ja ihr Thema, der Humor bei Schmidt. Kühe in Halbtrauer und ein paar Stürenburg-Geschichten. Doch viele Leute da, aber die haben ja auch sonst nichts in Bielefeld. Und es ist kalt draußen. Kann man schon mal Schmidt hören gehen.

Ältere Leute. Fast hätte ich Herrschaften geschrieben. Da hätte der Herr Schmidt aber gegrummelt. Stimmt auch nicht, also nicht ganz. Schon ein gesetztes Publikum, eins, das wohl typisch ist für einen Arno- Schmidt-Abend. 1979 gestorben, fast hätte ich gesagt: neulich. Das kommt davon, wenn man selber eher Jahrzehnte als Jahre zählt. Trotzdem: Ist noch nicht so lange her und war doch eine ganz andere Zeit. Na, ob sich so viel verändert hat, ob es nicht immer noch die Welt ist, an der Schmidt sich einst rieb? Gut, keine DDR mehr, aber Aufrüstung, Kirche und Amerika, die alten und die jungen Nazis und Literatur als Teil des Showgeschäfts. Ob er das Weiterlesen

Letterdoek (2)

Foto: Manfred Voita

Die Bezeichnung Letterdoek für die Stickarbeit der Everdiena Bielefeld zeigt die engen Beziehungen zwischen der Graftschaft Bentheim und den Niederlanden. In anderen Gegenden Deutschlands sind diese Arbeiten unter dem Namen Modeltuch oder Namentücher bekannt geworden. Die Benennung als Merklappen, wie sie in Holland auch gebräuchlich war, zeigt den ursprünglichen Zweck der Stickereien. „Modeltuch wird bey der Nähterei von den Frauenzimmern dasjenige Tuch genannt, worin sie Buchstaben, allerley Figuren, Muster und so fort nach denen gar unterschiedenen Arten deren Stiche… sauber und mit bunter Seiden zu nähen pflegen, die sie sich hernach bey vorkommenden Bedürfnis zu einem Muster dienen lassen, sofern ihnen eine und das andere davon etwa aus dem Gedächtnis entschwunden wäre.“ (Zedlers Universallexikon von 1739, Band 21, Spalte 715)

Sticken war also ein wichtiges Element der Mädchenbildung, denn jedes Mädchen sollte dafür vorbereitet werden, einen ordentlichen Haushalt zu führen. Dazu gehörte es, die Wäsche mit einem Monogramm zu versehen, damit sie nach dem Bleichen auf den Gemeidewiesen wiedergefunden werden konnte. Häufig ging es mit acht Jahren los und mit 14 oder 15 hatte jedes Mädchen mindestens einen Merklappen gestickt.

Spätestens bis zur Heirat war die Aussteuer dann mit den entsprechenden Monogrammen versehen. Das Letterdoek, das Everdiena Bielefeld stickte, ist in diesem Sinne auch kein Merklappen, die aus dem Niederländischen übersetzte Bezeichnung für eine derartige größere Arbeit wäre Prunktuch.

Bei der Beschreibung des Tuchs orientiere ich mich am Heimatkalender Weiterlesen

Warnung vor dem Grünzeug

Eigenes Foto

Foto: Elfie Voita

Zweifelhafte Lotwurz? Kein Wunder, dass sich hinter diesem Schild eine Lücke auftut. Welche anständige Pflanze – möglicherweise eine Fetthenne? – hielte es in so zweifelhafter Umgebung aus!

Der Botanische Garten Bielefeld liegt übrigens sehr schön am Kahlenberg, der, Weiterlesen