Ohne Ochs und Esel

Weil wider Erwarten immer noch nicht Weihnachten ist, habe ich noch einen weiteren Text herausgekrammt, der, wenn er auch an Qualität nicht gewonnen haben sollte, so doch wenigstens nicht an Aktualität verloren hat. Die Überschrift habe ich allerdings etwas zugespitzt.

Saustall ohne Ochs und Esel

„Wir kommen wegen der Wohnung.“
Der Mann maß sie mit Blicken und es war nicht schwer zu erkennen, zu welchem Ergebnis er kam. Aus dem Haus erklang leise ein Weihnachtslied.
„Sie sind nicht von hier, oder?“
„Wenn ich jetzt ja sage, dann sagen Sie, das die Wohnung schon weg ist, oder?“ fragte der junge Mann, der einen Arm schützend um seine Begleiterin gelegt hatte.
„Nun werden Sie mal nicht gleich frech! Das ist ein freies Land und ich kann meine Wohnungen immer noch vermieten an wen ich will.“
„Maria – das ist meine Frau – sie… wir erwarten ein Kind.“

Wortlos verschwand der Mann in der Wohnung und knallte die Tür hinter sich zu. Das Pärchen starrte ihm nach und während dicke Schneeflocken vom Himmel zu fallen begannen, rollte eine Träne über die Wange der jungen Frau.
„Stopp! So geht das nicht!“
Die Tür öffnete sich, mürrisch trat der Vermieter wieder heraus.

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