Bananas

Damals, als wir noch von der BRD sprachen, wenn wir die Bundesrepublik meinten und sie damit auch von der DDR unterschieden, wobei, wer die Abkürzung DDR ohne Anführungszeichen verwendete, sich als dem linken Spektrum zugehörig outete, vor Jahrzehnten also, lief in der ARD (sehr schön: ARD, BRD, DDR…) eine Comedy-Reihe, für die ich ein paar Gags – Sketche hieß das damals – schrieb. Auf youtube stehen einige davon:

Hallo Ober: https://www.youtube.com/watch?v=4ObQa1Z-ox8

und der Abspann:

https://www.youtube.com/watch?v=3Upbs53Ccdk

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Lesungen

Lesung Brigitta Brand mittel

Foto: Thomas Esche

 

Vor einiger Zeit fand die angekündigte Lesung im Mehrwerk in Telgte statt. Eingeladen hatte Brigitta Brand. Unter

http://querzeit.org/kulturvisite/das-mehrwerk-in-telgte

ist ein Bericht mit vielen sehr gelungenen Fotos zu finden. Deshalb schreibe ich jetzt auch nicht über diese Lesung, sondern darüber, wie wir Textarbeiter auf ein Publikum treffen.

Schreibt man für Leser oder Zuhörer? Als ich meine ersten Texte verfasste, machte ich mir keine Gedanken über die Frage, wer auf welche Weise diese Texte konsumieren könnte. Ich dachte nicht einmal an die Möglichkeit, dass jemand meine Texte zur Kenntnis nehmen würde – und behielt Recht. Daraus lässt sich nicht auf prophetische Fähigkeiten oder Hellsichtigkeit schließen: Wer die Schublade ordentlich geschlossen hält, gerät nicht in die Verlegenheit, Kontakt zum Publikum zu bekommen.

Das änderte sich in den achtziger Jahren, als ich einige Sketche für die Musik- und Comedyserie Bananas des WDR schrieb. Menschen sahen, was ich mir ausgedacht hatte – allerdings von professionellen Schauspielern dargestellt.

Erst als ich mich an der Schreibwerkstatt beteiligte, zeigte sich, dass meine Texte vorgetragen werden mussten, entweder dem kleinen Kreis der Mitschreiberinnen und Mitschreiber oder dem – manchmal – etwas größeren bei Lesungen. Ich schrieb und schreibe nach wie vor Lese- und nicht Vorlesetexte, aber inzwischen ist mir der Unterschied sehr klar. Nicht alles, was sich gut liest, lässt sich auch gut vorlesen.

Jedenfalls nicht von mir. Es gibt Leute, die hervorragende Interpreten ihrer eigenen oder auch fremder Texte sind, ich gebe mir Mühe. Lauter, deutlicher, langsamer, mit mehr Betonung, mit der richtigen Betonung, mit ein wenig schauspielerischem Talent…, nein, so weit geht es dann doch nicht.

Manchmal lege ich einen vorgetragenen Text aus der Hand und bin zufrieden, weil das Publikum reagiert hat. Es ist nämlich seltsam, wenn man ins Nichts hinein vorträgt. Hallo, ist da jemand? Hört jemand zu? Versteht mich jemand? Applaus ist nett, ich will totale Begeisterung, frenetischen Jubel, Hochrufe. Nicht, dass ich damit rechnen würde, aber den Antrag kann ich doch trotzdem mal stellen, oder?