Friesland (8): Zurück

Eigenes Foto

 

Herinneringscentrum Kamp Westerbork

Einfach nur fahren, unterwegs sein, um dann anzukommen, ist langweilig. Dann sitzt man im Auto die Zeit ab. Beamen wäre praktischer. Der Reiz des Reisens liegt für mich aber auch darin, eben nicht einfach nur von A nach B zu fahren, sondern anzuhalten, einen Umweg zu machen, einem Ortsnamen oder einer Erinnerung zu folgen und zu sehen, wohin man kommt. Auf unserem Weg nach Leeuwarden waren Zwolle und Kampen Zwischenstationen, auf dem Rückweg haben wir uns für das Kamp Westerbork entschieden. Auschwitz, Dachau, Buchenwald, Bergen-Belsen, ich nenne Namen, die jeder kennt, Orte, die jeder besucht haben sollte. Besucht ist ein so falsches Wort dafür.

Aber ich war auch noch nicht an all diesen Orten und den vielen anderen Orten des Schreckens und der Grausamkeit, die ich nicht genannt habe, großen Lagern, Gestapohäusern, Gefängnissen. Manche davon sind weit entfernt, aber für Westerbork gilt das nicht. 200 Kilometer von Warendorf, 100 von Leer aus, wo ich lange gelebt habe. Es war immer erreichbar und jedes Mal, wenn ich auf der Autobahn das Hinweisschild sah, empfand ich es als eine Art Mahnung. Vielleicht ganz zu Recht. Vielleicht sollten wir uns verpflichtet fühlen, diese Orte zu sehen, uns dem auszusetzen, was diese Orte erzählen. Nun also Westerbork.

1939 richteten die Niederländer ein Lager für die überwiegende jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland ein. Nicht zu nah bei den Städten, nicht in der Nähe des königlichen Sommerpalastes, also bei Hooghalen in Drenthe, in der Nähe des Dorfes Westerbork, nicht weit von der deutschen Grenze. Die ersten Bewohner waren Menschen, Weiterlesen

Literarisches Amsterdam (6)

Foto: Elfie Voita

Foto: Elfie Voita

Wie, noch eine Folge? War die fünfte nicht so eine Art Resümee? Ha! Zu früh gefreut, kein Resümee, nur ein Intermezzo. Exil in Amsterdam war eines meiner Themen und ein Thema, das sich anders als von mir erwartet entwickelte.

In der Nähe der Westerkerk, der Kirche, in der eine Gedenktafel an Rembrandt erinnert und den Eindruck erweckt, er läge in der Kirche begraben, dabei wurde er nur auf dem einst angrenzenden Friedhof bestattet und niemand kennt den genauen Platz, in der Nähe dieser Kirche mit ihrem prächtigen Turm also, gerade einmal um die Ecke, befindet sich das Haus, in dem die Familie Frank sich von 1940 bis 1944 verstecken musste.

Paul Auster, der amerikanische Schriftsteller, hat sich die Räume angesehen, in denen die untergetauchten Menschen leben mussten und diese Besichtigung hat ihn tief beeindruckt. In seinem stark Weiterlesen