Angefressen

Foto: Elfie Voita

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Fast alle bekommen gern mal Besuch – und so erwarteten zu Ostern 1534 die Wiedertäufer, eine reformatorische Bewegung, die in Münster einen Gottesstaat geschaffen hatte, die Parusie, die Wiederkunft Christi. Daraus wurde – wie zu diversen anderen angekündigten Terminen – nichts. 1535 kam stattdessen der Fürstbischof mit seinem Heer und richtete ein Blutbad in der Stadt an, so dass die verbliebenen Münsteranerinnen und Münsteraner vermutlich durchaus eine Vorstellung vom jüngsten Gericht bekamen.

Die Wiedertäufer hatten ihre Wurzeln im niederländisch/norddeutschen Raum, zum berüchtigtsten Ausbruch kam es in Münster, aber auch Amsterdam blieb nicht unbeteiligt.

Am 11. Februar 1535 hatte sich dort während einer Täuferversammlung einer der Anwesenden demonstrativ ausgezogen Weiterlesen

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Mein kleiner Text ‚Magie für Anfänger‘ hatte, wie ich im letzten Satz verriet, eigentlich s‘-Hertogensbosch gelten sollen. Einer Stadt, deren Name so unhandlich ist, dass man lieber nach Utrecht fahren würde, wüsste man nicht, dass sie längst umgangssprachlich Den Bosch genannt wird. Den Bosch ist, wie im Übrigen auch Den Haag, im Telefonbuch nicht zu finden, im Falle von Den Haag schaut man besser unter s‘-Gravenhage nach. Ich mag es, wenn Orte oder Städte praktische Namen tragen, wie zum Beispiel Lotte (in der Nähe von Osnabrück) oder Kalle (in der Grafschaft Bentheim).

Kirchen verlangen für die Teilnahme an den Gottesdiensten keinen Eintritt, das konnten wir – wenn wir gerade über Den Haag reden – in der Kloosterkerk überprüfen, der Kirche, die angeblich auch vom niederländischen Königshaus aufgesucht wird… oder sagt man bei Kirchen ‚benutzt‘ oder ‚besucht‘? Die Kirche war Weiterlesen

Magie für Anfänger

„Voorgevel - Amsterdam - 20021778 - RCE“ von Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 nl über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Voorgevel_-_Amsterdam_-_20021778_-_RCE.jpg#/media/File:Voorgevel_-_Amsterdam_-_20021778_-_RCE.jpg

„Voorgevel – Amsterdam – 20021778 – RCE“ von Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 nl über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Voorgevel_-_Amsterdam_-_20021778_-_RCE.jpg#/media/File:Voorgevel_-_Amsterdam_-_20021778_-_RCE.jpg

Amsterdam?

Jemand hier, dem diese Stadt nichts sagt?

Ich denke jetzt mal nicht an Grachtenfahrten, Coffee-Shops, Jaques Brel, Exilverlage, Anne Frank, den Jordaan, Ajax, de Wallen…doch, ich denke auch daran. Auch das ist mein Amsterdam.

Aber immer, wenn ich in dieser Stadt bin, ist da noch etwas vom magischen Zentrum, vom Geist der sechziger, siebziger Jahre. So, wie heute in jeder Großstadt am Bahnhof ein Flixbus steht – um nur eines der Fernbusunternehmen zu nennen – stand auf dem Museumplein in Amsterdam der Magicbus.

The Who haben mal einen Song geschrieben, der so hieß. Der Magicbus fuhr aber nicht nach Paderborn, sondern nach Kathmandu. Cat Stevens hat einen gleichnamigen Song aufgenommen, Peter Gabriel spielt darauf Flöte. Zu dem Zeitpunkt wusste ich, wer Cat Stevens war, hatte aber noch nie von Peter Gabriel gehört.

Amsterdam war eine Haltestelle auf dem Weg in Orte, die so fremd und fern waren und klangen wie die Venus. Amsterdam lag auf dem Hippie-Trail. In Nepal war Haschisch legal zu erwerben und zu konsumieren, in Holland damals noch nicht.

Kathmandu reizte mich nicht. Mir wurde schon schlecht, wenn ich im Bus bis nach Bochum fahren musste. Per Anhalter nach Amsterdam ging. Und das war für mich wie eine Reise per Anhalter durch die Galaxis – übrigens erst Ende der siebziger Jahre erschienen. Aus der Kleinstadt in ein Hippiemärchen…

Historische Altstadt? Weltkulturerbe? Van Gogh? Rijksmuseum? Mir doch egal.

Damals.

Schließlich gab es das Paradiso. Da spielten Bands. Es nannte sich übrigens Kosmisches Entspannungszentrum. Pink Floyd spielte da und Deep Purple. Nicht, dass ich die da gesehen hätte. Ich hab mal Jess Roden da gesehen. JA. Ich weiß, dass niemand den kennt. Aber der war nicht schlecht. Wirklich nicht. Später mal Pere Ubu. JA, ich weiß, dass die auch keiner kennt. 1970 reichte mir die pure Gegenwart des Paradiso. Ich glaube, ich war leicht zu beeindrucken. Vor der Tür hat man mir mein Portmonee geklaut. Übernachtet habe ich im Sleep-In. Alles war gut.

Ach übrigens: Dieser Beitrag handelt von s‘-Hertogensbosch. Ich bin bloß nicht dazu gekommen.