Deutschland – Stockholm

Eigenes Bild

Stockholm kann ich nicht besuchen, ohne daran zu denken, dass auch diese Stadt wichtig für das deutsche Exil während der NS-Zeit war. Gottfried Bermann-Fischer, als Geschäftsführer des S. Fischer-Verlags eine Größe des deutschen Literaturgeschäfts, hatte einen Teil des Verlags nach Wien, dann nach Stockholm und später in die USA ausgelagert, immer auf der Flucht vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten oder, wie das in Schweden schließlich der Fall war, einer Veränderung des gesellschaftlichen Klimas.

Deutsche Truppen waren in Dänemark und Norwegen einmarschiert. Deutschland hatte Transitrechte für seine Truppen durchgesetzt und Schweden fürchtete, trotz seiner Neutralität ebenfalls angegriffen und besetzt zu werden. Da waren Vertreter des deutschen Widerstands oder der Exilliteratur keine gern gesehenen Gäste. Stureplan 19 war die Anschrift des Verlages, damals wohl auch schon eine sehr gute Adresse, heute ein Ort der Schönen und Reichen oder zumindest ganz schön Reichen.

Sturegatan 60, etwa 800 Meter entfernt vom Verlag, lag das Hotel Jernberg, Weiterlesen

Peter Weiss

„Peter Weiss 1982“ von Dietbert Keßler - Eigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Peter_Weiss_1982.jpg#/media/File:Peter_Weiss_1982.jpg

„Peter Weiss 1982“ von Dietbert Keßler – Eigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Peter_Weiss_1982.jpg#/media/File:Peter_Weiss_1982.jpg

Was ich gerade lese? Mal abgesehen von der täglichen Dosis auf WordPress? Eine Tageszeitung, Fachliteratur, mal schnell ein paar Seiten eines Romans (‚Landgericht‘ von Ursula Krechel) – und das war es auch schon. Busfahren und Lesen gehen für mich nicht zusammen, wenn ich aber ein Hörbuch im Bus beginne, höre ich es auch im Zug weiter. Also gibt es – für mich – im ÖPNV nur Hörbücher.

‚Die Ästhetik des Widerstands‘ von Peter Weiss hatte ich mir schon lange vorgenommen. Die Bücher erschienen zwischen 1975 und 1981 und fanden in der damals noch vorhandenen linken Öffentlichkeit große Beachtung. Offensichtlich hechele ich der literarischen Welt in einem Abstand von 40 Jahren hinterher, wenn ich einmal daran erinnern darf, dass meine Ausgabe von Otto Jägersbergs Weihrauch und Pumpernickel auch aus dem Jahre 1975 stammt.

Okay, das Hörspiel zu Peter Weiss Buch ist erst 2007 erschienen, ich bin also noch recht früh dabei. Ich habe Weiterlesen