Wir husten der Autoindustrie was!

„Die Unternehmen wurden von der Untersuchungskommission aufgefordert, den Einbau der Thermofenster auf das notwendige Maß zu beschränken.“

Was für ein schöner Satz, was für ein schöner Vorgang. Der Bundesverkehrsminister zieht beinharte Konsequenzen aus dem Ergebnis jetzt vorliegender Untersuchungen, die zeigen, dass Dieselfahrzeuge gar nicht supersauber und luftkurorttauglich sind. Was für eine Überraschung!

„Meer vervuilende dieselauto’s bekend“, lautete die Überschrift der NOS, der Nederlands Omroep Stichting, im Januar 2016.

Die TNO (Nederlandse Organisatie voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek) hatte bereits bei Tests 2015 festgestellt, dass es erhebliche Abweichungen von den Normen gab, wenn Autos auf der Straße getestet wurden. Den Bericht habe ich im niederländischen Fernsehen gesehen.

Aber Holland ist weit weg, die Sprache kompliziert. Was die da getestet haben, das muss ja hier nicht gelten, schließlich sind die klimatischen Bedingungen unterhalb des Meeresspiegels und auf den schmalen Dorfstraßen ganz anders. Der Stand der Technik – ich sag nur Windmühlen und Holzschuhe! – passt nicht, die Untersuchungsmethoden sind zweifelhaft, vielleicht hatten die einfach zu viel Käse im Kofferraum oder Tulpen auf dem Beifahrersitz… jedenfalls wusste man hier von nichts. Da hätte Maxima den Text schon persönlich durchführen müssen. Kein Medienecho. Dabei braucht ein griechischer Minister nur einmal schief auf ein Merkel-Foto zu schauen und um 20:15 Uhr läuft ein Brennpunkt.

Nun drängt sich der Verdacht auf, dass entweder die Autos nicht für die Straße gebaut oder die Abgasnormen nicht für die Autos geschaffen wurden. Vermutlich handelt es sich um eine Kombination aus beidem. Wir wollen schließlich alle saubere Luft – und guten Gewissens Auto fahren.

Da könnte man jetzt Autos bauen, die einfach weniger Schadstoffe abgeben. Das würde Ingenieure beschäftigen, Kreativität fördern, einen Entwicklungsschub geben und der deutschen Autoindustrie einen Vorsprung auf dem Weltmarkt verschaffen.

Man könnte aber auch Anwälte und Lobbyisten beschäftigen. Die verhandeln mit der Bundesregierung, die ihrerseits wieder mit der EU verhandelt.

Weil aber deutsche Unternehmen inzwischen vermutlich mehr Anwälte und Lobbyisten als Ingenieure beschäftigen, wurde natürlich dieser Weg bis zum schmutzigen Ende beschritten. Heraus kam eine Norm, die ein Thermofenster aufweist. Unter Bedingungen, die nicht näher definiert wurden, darf sich der Filter abschalten. Welche Bedingungen das sein sollten, dass überließ man der Autoindustrie, denn wer, wenn nicht die, sollte wissen, was gut für ihre Motoren ist. Und so schaltete sich der Filter ab, wenn es zu warm oder zu kalt war.

Das Thermofenster war der Ausstieg aus dem Einstieg in neue, strengere Normen. Da gäbe es doch sicher andere Fenster, die wir öffnen könnten. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Strafgesetzbuch. Da ließe sich doch eine Lösung finden, die Einbrüche zwar generell verbietet, ein Zeitfenster zwischen… sagen wir 11 Uhr und 13 Uhr aber offen lässt. Das wäre allerdings eine Einschränkung, mit der die deutsche Autoindustrie so nicht hätte leben wollen. Da sollten wir den Einbrechern schon selbst überlassen, welches Zeitfenster aus ihrer Sicht angemessen wäre.

Übrigens forderte der Bundesverkehrsminister nicht, dass die Manager der betroffenen Unternehmen einen weniger großen Schluck aus der Boniflasche nehmen sollten. Das wäre, um im Bilde zu bleiben, auch eher eine Champagnerflasche als eine Thermoskanne. Sie haben ja auch nichts falsch gemacht, einfach nur die Regeln genutzt, die sie sich selbst gegeben haben.

Donna Wetta Brunetti

Dieser Brunetti ist… Also lesen kann ich die nicht, tue ich auch nicht, diese Venedig-Krimis, die auf Wunsch der Autorin nicht in Italien erscheinen. Also dieser Brunetti, der ist so ein… aber langsam.

Wie gesagt, ich lese diese Krimis nicht. Zugegeben, ich habe schon Ausnahmen gemacht, aber das ist lange her. Aber eine Freundin versorgt mich mit Hörbüchern, ich fahre Bus und Zug und da sind Hörbücher eine hervorragende Lösung. Und wenn ich dann den Commissario Guido Brunetti auf dem MP3-Player habe, dann höre ich mir auch an, was da passiert. Joachim Schönfeld liest und er ist mir zu sanft, zu leise, zu melodisch. Brunetti ist mir zu zögerlich, zu nachdenklich und seine Ermittlungsmethoden sind so vorhersehbar. Ohne Signorina Elettra und ihre Internetrecherchen ging überhaupt nichts.

Es wird viel Caffè getrunken, gut gegessen Weiterlesen

When we were young: Alternativzeitungen

Stadtzeitung

Im November 1978 erschien in Leer die Nullnummer der Stadtzeitung. Im Selbstverlag, Kontaktadresse war meine damalige Wohnung in Leer, Telefon gab es nicht, Redaktionssitzungen sollen angeblich im Jugendzentrum stattgefunden haben. In der Gründungsphase war das möglicherweise auch so, später lief das in meiner Wohnung.  Ich stieß nach dem Abschluss meines BWL-Studiums zu den Gründern, wollte nie wieder was mit BWL zu tun haben und plante, Weiterlesen

Ganz schön schön

WolkenFoto: Elfie Voita

Im Größenwahn Verlag, Frankfurt, erscheint demnächst die Anthologie „Niedersächsische Einladung“. Nachdem ich bereits mit einem Märchen und einer Kurzgeschichte in anderen Anthologien dieses Verlages dabei sein durfte, ist jetzt mein Text „Feste feiern“ ausgewählt worden. Das ist schön.
Schön ist auch, dass inzwischen der Termin feststeht, an dem mein Text „Gänseklein“ bei Literiki zu hören sein wird: Es ist der 29.08.2016. Noch einmal zur Erinnerung: Isabella Hoegger hatte die, wie ich finde, sehr schöne Idee, jeden Tag eine fröhliche Kurzgeschichte für das Smartphone anzubieten. Autoren, die überwiegend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen, haben Texte dafür geschrieben oder passende Texte aus ihren Schubladen gezogen. Frau Hoegger hat sich, das ist meine Erfahrung, sehr freundlich und konstruktiv mit diesen Texten auseinandergesetzt und sie, wenn sie in das Konzept passten, gekauft. Jeder Text ist an genau einem Tag zu hören und wird in der Regel von der Autorin / dem Autor gesprochen. Die App, für die Frau Hoegger die WakeApp GmbH gegründet hat, gibt es für Android und bald auch für Apple. Wer es also nicht mehr ertragen kann, immer wieder etwas von mir zu lesen, sollte mir bei der Gelegenheit einfach einmal zuhören.

Was das Bild mit den Wolken, das übrigens auf Spiekeroog entstanden ist, damit zu tun hat? Ganz einfach: Es ist auch schön.

Weihnachtsbraten

Heute ist mein kleiner Text ‚Weihnachtsbraten‘ bei Literiki zu hören, der App, die – allerdings nicht kostenlos – bei Google und Apple zur Verfügung steht. Isabella Hoegger hat die App konzipiert und finanziert und damit vielen Autorinnen und Autoren eine Möglichkeit geboten, ihre Texte zu veröffentlichen, wenn auch nur für jeweils einen Tag. Mit dem Kauf der App werden 90 Geschichten auf das Smartphone geladen. Mal hört man eine schweizer Zunge, mal eine österreichische, mal die freundliche Stimme meiner Frau. literiki Text aussen

Literiki!

literiki Text aussen

Es hat ein wenig gedauert, bis die App zuverlässig funktionierte. Jetzt ist es endlich soweit. Literiki , die von Isabella Hoegger entwickelte Idee, fröhliche Kurzgeschichten für jeden Tag anzubieten, steht unter Google Play zur Verfügung. Für 2,18 € gibt es 90 Geschichten. Die Apple-Version lässt noch auf sich warten.

Es wäre mir jetzt aber schon unangenehm, extra noch einmal darauf hinzuweisen, dass zwei meiner Texte im Dezember zu hören sind, aufgenommen im trauten Familienkreis. Aber, wie gesagt, darauf möchte ich nicht extra hinweisen.

Naseweis

Naseweis

Was für ein Wesen das auch sein soll, es befindet sich am Tor der Burg Havixbeck. Die Klappe reißt es nicht einfach so auf, sondern es handelt sich hier um ein Rufloch – wie der Text schon sagt. Manchmal waren das einfach nur Löcher in einer Felswand, durch die das freundliche ‚Wer da?‘ ertönte, hier hat man sich etwas mehr Mühe gegeben und der Fremde, der anschließend abgewiesen wurde, hatte wenigstens ein wenig Kunst am Bau zu sehen bekommen.

Querzeit

Querzeit,  ich zitiere einfach mal ihre Selbstdarstellung: „… ist die Seite einer freien und unabhängigen Gruppe bestehend aus Künstlern, Kulturschaffenden, Visionären und Autoren aus verschiedensten Lebensbereichen. Das Ziel ist eine selektive Berichterstattung zur Schärfung der kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Wahrnehmung, der konstruktiven Meinungsbildung und des Denkens quer zur Zeit. Lasst aus Gedanken Visionen werden!“ war so nett, mir den Raum zu bieten, meine aktuellen Veröffentlichungen auch einmal außerhalb meines eigenen Blogs zu präsentieren. Dafür habe ich einen kleinen Text gebastelt und ein paar Bilder bereit gestellt.

Mein Thema in der Querzeit ist wieder einmal das lästige Marketing. Letztlich geht es immer wieder darum, dass es kleine Verlage sind, bei denen meine Texte erscheinen. Diese Verlage geben sich Mühe, die Bücher unters Volk zu bringen, aber sie erwarten dabei ein wenig Unterstützung. Als gelernter Kaufmann kann ich mich betriebswirtschaftlichen Erwägungen nur schlecht entziehen, aber ich bin kein geborener Verkäufer. Man findet mich also nicht in den örtlichen Buchhandlungen mit einem Stapel der Neuerscheinungen – obwohl ich genau das wohl tun sollte. Also schreibe ich, nachdem ich schon einen Text für eine Anthologie geschrieben habe, einen weiteren Text, damit jemand davon erfährt, dass es diese Anthologie gibt, gebe diesen Text jemanden, der dann schreibt, dass ich diesen Test geschrieben habe, der auf meinen Beitrag in der Anthologie verweist. So ungefähr.

Die guten alten Zeiten 2.0

Selten findet ein so großes Ereignis in einem so kleinen Rahmen statt, doch ist es der guten Sache geschuldet, dass wir unserer segensreichen Tätigkeit nicht im Lichte der Öffentlichkeit nachgehen können. Ich begrüße Sie also leise, aber deshalb nichts weniger herzlich zur Eröffnung des Instituts zur Rekonstruktion der Geschichte.

Bisher galt: Wer das Sagen hatte, bestimmte die Zukunft. Künftig wird aber auch gelten: Wer das Sagen hat, der bestimmt die Vergangenheit. Nun werden Sie einwenden, die Zukunft steht noch bevor, sie wird gemacht, sie kann also beeinflusst werden. Die Vergangenheit hingegen ist schon geschehen, sie ist abgeschlossen, und entzieht sich damit der Beeinflussung. Aber wenn wir ehrlich sind, dann gestehen wir uns doch ein, dass es immer die Sieger waren, die Geschichte schrieben. Weiterlesen

Größenwahn

Im Größenwahn-Verlag, Frankfurt, ist gestern die „Nordrhein-Westfälische Einladung“ erschienen, herausgegeben von Michalis Patentalis und Pamela Granderath (ISBN : 978-3-95771-063-5).
Das Buch kann über den Verlag, aber auch über die üblichen anderen Wege bezogen werden. Es sind natürlich auch ganz viele andere Bücher veröffentlicht worden, aber nur in der „Nordrhein-Westfälischen Einladung“ ist mein Text „Hand drauf“ zu finden. In der Anthologie geht es – wie kaum anders zu erwarten – um das Bundesland NRW, dessen Städte und Regionen. Ich bin in Hohenlimburg zur Welt gekommen und deshalb geht es in meinem Text um das Schloss Hohenlimburg.

In den nächsten Tagen soll nun auch die lang erwartete Anthologie des A. Fritz Verlags „Karma-Express“ erscheinen. Auch dieser Verlag hat seinen Sitz in Frankfurt. Zunächst wird es das E-Book geben, einige Wochen später dann auch das Buch. Ob E-Book oder in Papierform: Mein Text „The last train“ ist dabei. Beide Verlage veröffentlichen bereits das zweite Mal einen meiner Texte, haben es also nicht geschafft, durch Megaumsätze dem Elend des Büchermarkts zu entkommen.

„The last train“ ist in Verbindung mit einer Anthologie, in der es um die Bahn geht, auch nicht wirklich überraschend, die Namenswahl hat auch damit zu tun, dass mein Beitrag für die erste Anthologie des A. Fritz Verlags „Hot House Blues“ hieß, da schien es mir geboten, einfach bei einem englischen Titel zu bleiben und Rock- / Bluesbezüge zu heucheln, die es überhaupt nicht gibt. Schade, das habe ich jetzt verraten. Sobald die konkreten Termine feststehen, wird mich nichts davon abhalten, sie hier auch in die Welt hinaus zu posaunen.

Da ich nun schon mal dabei bin, die Werbetrommel zu rühren, weise ich noch einmal auf „Text & Talk“ hin, die NRW-Messe der unabhängigen Buchverlage: Sonntag, 13. September, 11 bis 18 Uhr auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde, das auch das Museum für Westfälische Literatur beherbergt.
Für alle, denen Frankfurt zu hektisch und Leipzig zu sächsisch ist. Und für alle, die Frankfurt und Leipzig mögen, aber gerade noch eine Lücke in ihrem Terminkalender haben. Außerdem ist eine meiner beiden Töchter in die Vorbereitungen eingebunden, also muss das jetzt bitte auch ein Erfolg werden.

Nächtliche Begegnung

Hanna Mandrello hat wieder einmal eine Schreibaufgabe gestellt – und ich kann solchen Aufgaben nur schwer widerstehen. Hier ist die Aufgabe nachzulesen: http://mandrello.com/2015/08/31/schreibaufgabe-der-woche-7-ein-titel/

Nur ein bisschen Mond, sonst kaum Licht. Nur weiter hinten, undeutlich im strömenden Regen glimmt ein schwaches gelbes Licht, wohl an einem der wenigen noch genutzten Lagerhäuser am alten Kanal. Ein stiller, ein einsamer Ort… bis auf die Schreie. Ich sehe mich um, aber nirgends geht ein Licht an, niemand kommt.
Doch… Schritte auf dem Kopfsteinpflaster.
Wieder ein markerschütternder Schrei.

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Hammer, Säge, Pinsel & Co.

Marten Petersen ist der Herausgeber der Anthologie Hammer, Säge, Pinsel & Co., die ab Mitte September erhältlich sein wird. Für 13,95 € + Versandkosten gibt es ein Buch, dessen Produktionskosten von einem Unternehmen gesponsert werden und für das es auch keine Autorenhonorare gibt.  Falls die Tatsache, dass da einer meiner Texte veröffentlicht wird, als Kaufanreiz nicht reichen sollte: Der Erlös geht an den Förderverein Wohnheim für Menschen mit Behinderungen in Husum,

Bestellungen sind möglich über die üblichen Portale, also auch über Amazon. Unter Angabe der ISBN – die ich noch nicht kenne – geht es auch über den örtlichen Buchhandel. Marten möchte aber, um das Spendenaufkommen zu maximieren, dass Bestellungen möglichst über ihn laufen sollen, also über seine Anschrift: http://autorenwerkstatt.de.tl/

absolut final.jpg.Cover Hammer Säge Pinsel U1-1

Nebenbei bemerkt: Wieder nichts mit dem Reichtum.

Literiki (2)

literiki Text aussen

Es ist so weit. Am 01. September geht „Literiki … die etwas andere App“ an den Start. Wer mag, kann sich morgens von seinem Handy mit einer fröhlichen Geschichte wecken lassen. Ab 30. August wird die App im AppStore und Playstore für 1 € /Quartal erhältlich sein.

Meine Texte werden nicht in der ersten Staffel (01.09. – 30.11) präsentiert – was bei den beiden Weihnachtsgeschichten jetzt nicht wirklich verwunderlich ist. Wer wissen möchte, von wem die Texte der ersten Staffel stammen, kann sich das unter http://www.literiki.com/   anschauen. Frau Hoegger weist dort auch darauf hin, dass noch einige Texte für Frühling und Sommer gesucht werden.

 

Bananas

Damals, als wir noch von der BRD sprachen, wenn wir die Bundesrepublik meinten und sie damit auch von der DDR unterschieden, wobei, wer die Abkürzung DDR ohne Anführungszeichen verwendete, sich als dem linken Spektrum zugehörig outete, vor Jahrzehnten also, lief in der ARD (sehr schön: ARD, BRD, DDR…) eine Comedy-Reihe, für die ich ein paar Gags – Sketche hieß das damals – schrieb. Auf youtube stehen einige davon:

Hallo Ober: https://www.youtube.com/watch?v=4ObQa1Z-ox8

und der Abspann:

https://www.youtube.com/watch?v=3Upbs53Ccdk