Extreme Ungleichverteilung

Extreme Ungleichverteilung

„Extreme Ungleichverteilung“ lese ich heute im Spiegel. Online, in die Papierausgabe schaue ich bestenfalls mal beim Arzt rein, wenn die Brigitte und die Petra gerade nicht verfügbar sind und es auch schon Vormerkungen für die Apothekenrundschau gibt. Wenn man keine Magazine kauft oder im Abo hat, muss man seine Ärzte ja danach aussuchen, wo die Wartezeiten am längsten sind, aber das klappt halt nicht immer.

Die Bundestagswahlen nähern sich, wenn das mal kein Thema ist. Die Linke hat gerade ihr Programm beschlossen, die CDU/CSU festgestellt, dass die Grünen viele Ideen, aber keine Erfahrung hätten (während es bei den Unionsschwestern vermutlich umgekehrt ist, weiß nicht, ob die Umkehr der Aussage von den Programmmachern mitgedacht worden ist, wenn ja, Respekt für die subversiven Textproduzenten).

Extreme Ungleichverteilung und das bei uns. Ich meine, nicht die Tatsache der extremen Ungleichverteilung, die ist schon klar, nur: Darüber muss man doch nicht extra reden. Das weiß doch jeder. Bei Einkommen, Vermögen, Chancen, Lebenserwartung und BMI. Darüber regt sich doch keiner auf, das ist doch gottgegeben, zumindest aber von Smith, nein, nicht von Sam, schon von Adam, Ludwig Erhard, Christian Lindner und der versammelten deutschen  Wirtschaftswissenschaft als Grundvoraussetzung für den Wohlstand aller, zumindest aber weniger erkannt worden. Selig sind, die da geistig arm sind, denn ihrer das Himmelreich. Sonst aber auch nichts.

Erwähnt bitte diese extreme Ungleichverteilung nicht öffentlich, die macht die Leute so, nein, rebellisch ist das falsche Wort. Nein, auch nicht neidisch. Passiv, genau, gelangweilt und passiv, denn wer will schon immer wieder gesagt bekommen, was er ohnehin schon weiß. Die Erde ist rund, über die Zukunft des Klimas beschließt ein FDP-Parteitag, extreme Ungleichverteilung ist unabdingbar, damit die Leistungsträger nicht auswandern und uns mit der ganzen Arbeit allein lassen.

Warum also diese Meldung? Und dann lese ich weiter: „Millionen-Stichprobe zeigt extreme Ungleichverteilung bei EM-Stickern“ Hölle. Es geht um Panini-Bildchen. Vermutlich hat man ein Team um Christian Drosten und diesen Lauterbach darauf angesetzt, scheiß auf Corona, um diesen Skandal aufzudecken. Fußballbilder! Es gibt nicht annähernd gleich viele Bilder von Christiano Ronaldo wie von Damjan Siskovski.

Nehme ich an. Ich habe vor lauter Empörung nicht weiterlesen können. Gleich ziehe ich los, um den nächsten Paniniladen zu zerlegen. Panini, sind das nicht diese italienischen belegten Brötchen? Mit Salami, Mozarella und Ronaldo? Und spielen die eigentlich alle drei für Italien?

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10 Gedanken zu “Extreme Ungleichverteilung

  1. Habe heute via Fritz Ekenga in der Unterhaltung am Wochenende auf WDR5 gehört, daß der Chr. Lindner auch im Aufsichtsrat des Proletarierclubs BVB Dortmund auf Aktien rumstinkt. „Extreme Ungleichverteilung ist unabdingbar, damit die Leistungsträger nicht auswandern und uns mit der ganzen Arbeit allein lassen.“ Man sollte ihm zwei Bälle geben und ein Kind danebenstehend. Tippe, er würde mit den zwei Bällen ab, und dem Kind zurufen: Das ist eben Neoliberalismus.

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