Vergebliche Werbemühen

Vergebliche Werbemühen

„Echte Freiheit braucht die exklusive Ausstattung“, lese ich gerade. Ich wusste doch, dass mir was fehlte an der echten Freiheit. Ich bin auch mehr der Typ für die inklusive Ausstattung, aber wie kann ich überhaupt wissen, wie sich echte Freiheit anfühlt, wenn ich mir die exklusive Ausstattung nicht leisten kann? „Das Beste oder nichts“ heißt es weiter. Jetzt kommt es aber richtig dicke. Gerade noch dachte ich, es fehlt mir nur an der echten Freiheit, jetzt wird mir der jämmerliche Rest, also die unechte Freiheit, auch noch madig gemacht.  Es geht um den GLE oder das GLE, ich weiß es nicht, ich kann es ja auch nicht wissen, weil das Beste ja immer noch kommen muss, also spätestens oder vielleicht sogar im Normalfall zum Schluss.

Gerade höre ich die Kraniche über dem Haus, Zugvögel, die sich sammeln und in großen Gruppen und manchmal zumindest eleganter Formation… äh… abziehen. Wenn das mal nicht echte Freiheit ist, ganz ohne exklusive Ausstattung.  Jahr für Jahr wieder und ich kann sie nicht sehen oder hören, ohne dass es mich anrührt, dass ich raus muss vor die Tür und hoch an den Himmel starre und ihnen folge mit den Augen und weiß, dass der Herbst da ist und es Winter wird und das das irgendwie traurig ist aber auch schön und das es kein Geräusch irgendeines Motors geben kann, das damit mithalten könnte. Das Beste oder nichts.  

6 Gedanken zu “Vergebliche Werbemühen

  1. Diese Werbeleute mir ihren Superlativen 😄 aber es gibt tatsächlich „echte“ Freizeit…d.h. die Zeit,die außerhalb der Arbeitszeit liegt. Davon geht ein Teil davon in Haushaltspflichten unter und wenn dann noch Zeit übrig ist, dann steht einen diese restlich Freizeit, abzüglich Schlaf, zur freien Verfügung..Also echte Freizeit 😄

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  2. Ja, soweit ist es gekommen mit der „echten Freiheit“. Sie braucht nicht nur eine exklusive Ausstattung sondern wohl auch das nötige Kleingeld. Was für ein Ausdruck einer Zeit, in der man uns Freiheit verkauft, um davon abzulenken, dass wir immer unfreier werden. Und leider scheint es immer weniger Menschen gegeben zu sein, im offenen Himmel, im Zug der Kraniche oder gar im eigenen Herzen noch eine Ahnung von Freiheit zu erfahren.

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    • Neben der Angst, die sich gerade nicht ganz grundlos breit macht, gibt es, auch wenn ich in Corona nichts Gutes sehen will, doch auch die Zeit, einmal nachzudenken und auch vom Fenster aus auf die Welt zu schauen, nicht immer nur mitten drin zu sein, sondern auch mit etwas Abstand auf das Geschehen zu schauen.

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  3. „Wenn das mal nicht echte Freiheit ist, ganz ohne exklusive Ausstattung.“ – Ja, die Vögel, für mich die beneidenswerteste Schar dieses Planeten. Der ist zwar blau, noch, aber neben dem superschönen Foto oben über diesem Beitrag lobe ich doch die Dohlen, zuhauf und im Dutzend in „meiner“ Birke, die sich gerade grün-gelb färbt, solidarische Schwarzflügler, mit einem grauen Kopf, wie ich.

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