Jetzt aber raus

Amédée de Noé / Public domain

Gartenarbeit gehört zu meinen, mhm, wie war das Wort noch, nein, Hobbys war es nicht. Mhm war das richtige Wort am rechten Platz. Es drückt zögernde Zustimmung aus. So lässt sich meine Haltung zur Gartenarbeit beschreiben: zögernde Zustimmung. Ich werde gefragt, ob ich mal eben… Bei meinen Hobbys muss mich niemand fragen, ob ich mal eben…

Ich käme nie von alleine auf die Idee, mir die Hose mit dem aufgerissenen Hosenbein und die Schuhe mit den schiefgelaufenen Absätzen anzuziehen und in den Garten zu gehen, weil die Sonne scheint und da etwas gemacht werden muss. Ich wüsste nicht mal, was da zu machen wäre.

Meine Frau schon. Sie fragt dann, ob ich mal eben… und ich sage mhm. Wenn sie dann anfängt, ihre Hose mit dem verfärbten Hosenbein anzuziehen, erinnere ich sie daran, dass meine Oma so immer Druck aufgebaut hat. Die sagte ihren Söhnen, dass der Rasen dringend gemäht, die Kartoffeln gepflanzt oder gerodet, die Erbsen inspiziert und die Bohnen gebohnert werden müssten und wenn die nicht gleich sprangen, zog sie ihre, nein, meine Oma besaß keine Hosen, nur schwarze oder graue Kittelschürzen, für hohe Festtage vielleicht auch welche mit Intarsien, Holzschuhe an und ging höchstpersönlich raus. Spätestens dann waren ihre Söhne am Start.

So ist das auch bei mir. Allerdings ohne meine Oma. Die Ergebnisse meiner Gartenbemühungen entsprechen in der Regel der Begeisterung, die ich investiert habe. Der Begriff Arbeitsunfall beschreibt diese Resultate am ehesten. Dafür erwarte ich aber anschließend Lobeshymnen – oder zumindest Hinweise, wie sich die Schäden wieder beseitigen lassen.

Schade, es zieht sich gerade zu und gleich regnet es bestimmt. Ich hatte noch so viel vor.

22 Gedanken zu “Jetzt aber raus

  1. Meine Begleiterin hatte mal die Idee, daß es doch hübsch sei, sich einen Schrebergarten anzuschaffen. Ich war voller Zustimmung, vor meinem geistigen Auge entstand die Szene, daß ich in einem Gartenstuhl mit einer Flasche Bier ihr dabei zusehe, wie sie das Gemüse für unser gemeinsames und von ihr zubereitetes Abendessen erntet. Seitdem spricht sie nicht mehr davon. Merkwürdig.

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  2. Gestern Nacht um 4:11 wachte ich auf: Jetzt aber raus, Pinkelpause; falls ich das hier sagen darf. Und dann noch schnell im Schmartfone (!) bei MV geguckt. Und sowas von passend: „Jetzt aber raus“. Den ever the best sentence möchte ich jetzt hier hinzitieren: „Die Ergebnisse meiner Gartenbemühungen entsprechen in der Regel der Begeisterung, die ich investiert habe.“ – – – Da schließe ich mich an!

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