Wege zur Kunst

Von Rembrandt – Unbekannt, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=102286498

Ich lasse mir ja gern was erzählen. Hörbücher spielen gerade keine große Rolle, weil ich nicht mehr so oft mit dem Bus oder der Bahn unterwegs bin, aber wenn es möglich ist, höre ich mir Vorträge an, gerade vor ein paar Tagen über Rembrandt, den ich natürlich auch vorher schon kannte, so wie ich viele Namen kenne, ohne sehr viel mit ihnen zu verbinden. Jetzt bin ich baff, der Mann war ein Zeitgenosse Rubens, nur hat Rembrandt ein Selbstporträt nach dem anderen produziert, während Rubens da zurückhaltender war. Gut, kunstgeschichtlich sind das vermutlich nicht die wesentlichen Differenzen zwischen den beiden. Rembrandt lebte in Amsterdam, einer brausenden reformierten Weltstadt und Rubens in Antwerpen, einer brausenden katholischen Weltstadt. Wäre nett, wenn die sich mal getroffen hätten, The Battle Of The Painters, auf Arte übertragen oder Eurosport, von Axel Milberg kommentiert, der ist mit einer Kunsthistorikerin verheiratet, das reicht allemal.

Da wir schon beim Fernsehen sind: Eine gute Dokumentation im TV geht auch schon mal. Im niederländischen Fernsehen, damit auch auf Niederländisch und ohne Untertitel, lief eine Reihe mit dem Titel Krabbé zoekt van Gogh.  Jeroen Krabbé, ein niederländischer Schauspieler und Maler, begab sich auf die Spuren van Goghs. Begeisterung für die Malerei und Neugier auf den Menschen, der diese Kunst schuf, prägt die mehrteilige Reihe. Nachdem wir alle Folgen gesehen hatten, mussten wir wieder nach Amsterdam, auch wenn man weiß, dass es im van-Gogh-Museum nie die Ruhe gibt, die es brauchen würde, sich mit seiner Kunst zu beschäftigen. Außerdem bin ich ja blind für alles, was man mir nicht ausdrücklich zeigt. Deshalb genieße ich Reihen wie die von Jeroen Krabbé, die mich süchtig nach Malerei machen. Es gibt auch eine Reihe über Picasso, die ich ebenfalls sehr genossen habe.

Tijl Beckand wanderte von Arnstadt nach Lübeck, wie es auch Johann Sebastian Bach als junger Mann getan hatte, um dort Dietrich Buxtehude zu treffen. Buxtehude war wiederum Zeitgenosse von Rembrandt, hätte also den Soundtrack für The Battle Of The Painters liefern können. Obwohl ich glauben, dass nur Rembrandt dabei mitgemacht hätte, die anderen beiden wirken doch eher etwas steif.

Vier Folgen zeigen diese Wanderung, dabei werden auch andere wichtige Punkte im Leben Bachs aufgesucht. Ich habe drei von vier Folgen verpasst, aber ich bin mit Beckand in Lübeck angekommen und habe Buxtehude für mich entdeckt. Damit hat sich diese Folge schon gelohnt. Die ersten drei werde ich mir also auch ansehen. Immerhin weiß ich schon, dass Anna Magdalena Bach verarmt starb,

Es nützt ja nichts, sich darüber jetzt noch aufzuregen. Obwohl: Warum eigentlich nicht? Herr Bach war ja nicht irgendwer, er durfte vor dem König spielen, für ihn komponieren, aber wenn der Herr Gemahl nicht mehr liefert, darf die Witwe in Hartz 4 rutschen. Wenn es das damals schon gegeben hätte. Es reichte dann auch nur für ein Armengrab.

 

7 Gedanken zu “Wege zur Kunst

  1. Im Kölner Wallraf-Richartz-Museum läuft gerade eine Rembrandt-Ausstellung, noch bis zum 01.03. Ich war noch nicht da, deshalb weiß ich nicht, ob es sich lohnt.
    Und im Frankfurter Städel läuft eine van-Gogh-Ausstellung, „Making van Gogh“, bis 16.02. – ich scheue ein bißchen die Kosten, außerdem wird es da ordentlich voll sein.

    Daß die arme Magdalena nicht mal von ihren Söhnen unterstützt wurde, ist ja schon skandalös. Undankbares Pack!

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    • Ja, wie immer, wenn die großen Namen gezeigt werden, ist es rappelvoll. Manchmal muss man trotzdem hin, aber oft ist es dann enttäuschend. Van Gogh sieht man bei Kröller-Müller in Otterlo mit mehr Ruhe als in Amsterdam und vermutlich auch besser als in Frankfurt. Zu Rembrandt brauche ich eine gute Führung oder einen guten Audioguide. Mittlerweile waren auch Audioguides oft erbärmlich oberflächlich und fragen kann man die auch nichts.

      Gefällt 2 Personen

  2. Lachen ist gesund. Und beim verständigen Lesen zumal. Mein Freund liebte den Bach, aber nicht den in Buxtehude. Ein „The Battle Of The Painters“ mit Soundtrack von Prince hätte ihm sehr gefallen. Mir auch. Lübeck spielt heute freilich vierte Liga. Nord immerhin.

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