Ein schweres Problem

 

Ich weiß nicht, ob es schon einschlägige Literatur oder vielleicht sogar eine Selbsthilfegruppe gibt, falls ja, wäre ich für sachdienliche Hinweise dankbar. Ich habe ein Problem oder eben auch nicht, das macht die Angelegenheit so schwierig. Es geht um eine Form des Übergewichts, die mir bisher nicht untergekommen ist und unter der ich nicht leide. Was nicht heißen soll, dass ich nicht zu dick bin, ich leide bloß nicht darunter. Ob ich zu dick bin, das ist die entscheidende Frage, denn dieses Übergewicht tritt nur alle paar Monate, gut, alle paar Wochen auf und es zeigt sich auch nur auf Fotos. Ich schreite rank und schlank durch meinen Alltag, okay, es gibt Hosen, die kann ich nur bis knapp über die Knie ziehen, aber das ist nicht mein Problem, das ist das Problem der Hosen, die dann eben ungetragen im Schrank hängen müssen. Vermutlich vor Jahren zu klein gekauft oder für irgendwelche Freunde, Kinder, keine Ahnung. Alles ist gut. Dann aber wird ein Foto gemacht und plötzlich ist da diese Wampe. Ich darf das sagen, es geht ja um mich oder vielleicht auch nicht, wahrscheinlich geht es nur um diese Fotos. Ich leide unter einer Art unfotogenem Übergewicht, Lichtbilder von mir sind keine Leichtbilder, sondern hängen durch. Ja, ich weiß, jetzt kommen so kluge Ratschläge wie „Nimm ab oder lass dich nicht mehr fotografieren“, aber wie bitte soll ich das hinbekommen in einer Welt, in der jeder jederzeit alles knipst?

Okay. Nach Gauß wäre das eine Normalverteilung. Normal, nicht Übergewicht oder so. Außerdem nicht im Liegen sondern nur im Stehen. Also so.

Selbst gekippt

Nein, es muss etwas mit den Reaktionen des Lichts auf meinen Körper zu tun haben, Einstein, da war doch was! Krümmung des Raumes… das muss es sein. Warum es mich erwischt, keine Ahnung, aber offensichtlich krümmt sich das Licht so jämmerlich um meine Körpermitte, dass dort eine visuelle Verzerrung entsteht, die auf den entsprechenden Fotos dann wie eine Wampe aussieht. Wenn diese Erklärung zutreffen sollte, dann sind natürlich sämtliche Diäten aussichtslos und jeder Besuch eines Fitnessstudios verschwendete Lebenszeit. Möglicherweise gibt nur eine Lösung: die digitale Bildbearbeitung.

23 Gedanken zu “Ein schweres Problem

  1. Es wird ja heutzutage so viel Technik in Nutzgegenstände eingebaut, man denke nur an den Dieselskandal… Ich vermute, dass bei der Herstellung von Kameras eine Software eingebaut wird, die diese unrealistischen Verzerrungen bei Personenaufnahmen bewirkt. Aufgrund geheimer Absprachen zwischen Kameraindustrie und Diätmittelherstellern. So muss es sein. Eine andere Erklärung für das Phänomen kann ich mir nicht vorstellen.

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  2. Ich löse ähnliche Probleme seit gestern ganz pragmatisch. Für ein Plakat brauchte es ein Foto in hoher Auflösung (sagt das Theater) und eines auf dem ich so gut aussehe, wie ich mich fühle (sage ich). Das gibt es aber nicht. Ich hab jetzt ein zehn Jahre altes Bewerbungsphoto genommen. Wie ich die zehn Jahre und die zehn Kilo vor Ort dann erkläre wird sich zeigen.

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  3. Ist völlig normal. Wenn kurz vor Weihnachten, also etwa ab September, die ersten Lebkuchen in den Regalen stehen, denen ich nicht widerstehen kann, scheint, wahrscheinlich weil der Herbst naht, sich das Licht anders als gewohnt zu brechen und auch mich – nicht nur auf Fotos – ungünstig darzustellen … 😉

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